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captain hook 29.10.2015 13:27

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 1178021)
lese ich das richtig? Die sagen das es eigentlich egal ist weil die limitierenden Faktoren andere sind?

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j...JM8M5g&cad=rja

Les mal diese Zusammenfassung verschiedener Untersuchungen. Ziemlich umfangreich, aber ganz interessant. Das Thema insgesamt ist wesentlich komplexer als man vielleicht annehmen würde und von schwarz und weiß weit enfernt. Und... alles hat Vor- und Nachteile und nicht alles taugt für jeden und jeden Anwendungstweck.

Vielleicht hat AG einfach den insgesamt für ihn besten Weg gefunden.

Zu Saltin ist da auch ein Teilabschnitt enthalten.

captain hook 29.10.2015 13:30

Was ich übrigens stark fand, war, dass er im Rennen zurückgekommen ist, als es so um die 30km losging mit den Problemen. Da muss man mental schon stark sein und über viel Erfahrung verfügen in so einer Situation ruhig zu bleiben und richtig zu reagieren. Viele andere wären an dieser Stelle gescheitert denke ich. Danach entwickelte sich die Situation zu seinen Gunsten. Er konnte Leute abhängen, andere einsammeln... Hätte nix genutzt, wenn er als die Probleme kamen die Nerven verloren hätte. Hat er aber nicht.

flaix 29.10.2015 13:39

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1178030)
Was ich übrigens stark fand, war, dass er im Rennen zurückgekommen ist, als es so um die 30km losging mit den Problemen. Da muss man mental schon stark sein und über viel Erfahrung verfügen in so einer Situation ruhig zu bleiben und richtig zu reagieren. Viele andere wären an dieser Stelle gescheitert denke ich. Danach entwickelte sich die Situation zu seinen Gunsten. Er konnte Leute abhängen, andere einsammeln... Hätte nix genutzt, wenn er als die Probleme kamen die Nerven verloren hätte. Hat er aber nicht.

Und da hat ganz sicher eine Rolle bei gespielt das er sich keine Sorgen um Nahrungsaufnahme machen musste. Insofern, alles richtig gemacht.

captain hook 29.10.2015 13:51

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 1178039)
Und da hat ganz sicher eine Rolle bei gespielt das er sich keine Sorgen um Nahrungsaufnahme machen musste. Insofern, alles richtig gemacht.

Das war allerdings die Phase, wo angekündigt war, dass er auf Cola umsteigt. In den gereichten Flaschen war dann tatsächlich statt vorher durchsichtig was dunkles drinn. Er scheint da offenbar trotz allem zugegriffen zu haben.

FlowJob 29.10.2015 15:13

Canova schreibt hier folgendes:
Zitat:

Arne had problems, after 28 km, in one leg, and was not correct in the running technique, forcing on one hip : this fact obliged him to reduce the pace. However, it's important he didn't have any problem of fuel, and, under this point of view, could have the possibility to run faster.
Das verstehe ich so, dass die Probleme nichts mit der Ernährung zu tun hatten und er wohl deshalb auch seine Ernährungsstrategie wie geplant durchziehen konnte.

docpower 29.10.2015 17:27

Das ist auch deshalb interessant, weil sich das so liest, das da noch Luft nach oben ist....

FlowJob 29.10.2015 18:09

Zitat:

Zitat von docpower (Beitrag 1178147)
Das ist auch deshalb interessant, weil sich das so liest, das da noch Luft nach oben ist....

Ich glaube, wenn er sich nicht noch eine etwas schnellere Zeit zugetraut hätte, wäre er auch nicht mit der Spitze angelaufen. In dem verlinkten Thread wird ihm zwar auch "immature pacing" vorgeworfen, aber wenn das stimmt was Canova schreibt, dann sollte wirklich noch etwas Luft sein.

Antracis 29.10.2015 18:35

Die Gruppe lief meines Wissens nach anfangs auf deutlich unter 2:07 und zeitweise für einige Kilometer sogar auf WR-Kurs. Profis bezahlen Überpacen beim Marathon auch, selbst Gebrselassie ist meines Wissens mal in Tokio auf eine Fabelzeit angelaufen und hat dann doch deutlich auf der zweiten Hälfte Federn lassen müssen. (Und ist "NUR die damals viertschnellste Zeit der Geschichte gelaufen :D)

Das Ausnahmetalent von Eliteläufern macht vermutlich ein negatives Pacing zu einer sinnvollen Option auf Bestzeit, weil möglicherweise die Laufökonomie nicht so stark nachlässt wie bei Amateuren. Aber zu schnell ist halt zu schnell.

Natürlich sprach vieles dafür, möglichst lange bei der Gruppe zu bleiben (Stichwort mentaler Windschatten), aber ich bin mir ziemlich sicher, dass bei konsequentem Anlaufen auf z.B. eine niedrige 2:08 eine 2:07 möglich gewesen wäre.

Ansonsten schließe ich mich aber dem Käptn an: Mit so frühen Problemen das Ding so zu Ende zu bringen, das verlangt echt Respekt.

flaix 29.10.2015 22:37

ich hab ihn mal direkt angeschrieben und gefragt bzgl sener low carb Strategie und ob es Messungen gibt. Vielleicht hat er ja Lust was zu sagen. Schauma mal.

FlowJob 30.10.2015 11:38

Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1178176)
Natürlich sprach vieles dafür, möglichst lange bei der Gruppe zu bleiben (Stichwort mentaler Windschatten), aber ich bin mir ziemlich sicher, dass bei konsequentem Anlaufen auf z.B. eine niedrige 2:08 eine 2:07 möglich gewesen wäre.

Auch hierzu schreibt Canova was bei letsrun:
Zitat:

We spoke two weeks before the race about the tactic to use.

Arne had two options : to run for the best possible time, using two personal pacers at a right pace of 3'02" per km, going at HM in 64' and trying a negative split increasing his pace after 35 km (this was the easier choice, and also the best looking at time), or to use the race for a total and full experience, staying "inside the race" for learning how a top Marathon is managed by Adfrican runners.

We chose the second option, thinking that, in spite of the risk, the main goal (German Record) could be achieved.
Insofern könnte man sagen, er wollte sich mal ausprobieren. :Cheese:
Mal sehen, was er davon mitnimmt. Find's auf jeden Fall auch stark, wie er die Nummer durchgezogen hat. Hätte ja auch gut in die Hose gehen können.

flaix 04.11.2015 13:28

ganz klare Positionen von Arne in der SZ auch zum Thema Doping



30. Oktober 2015, 19:07 Uhr
Arne Gabius
"Eine neue Qualität von Schmerz"

Feedback
Der deutsche Rekordhalter im Marathonlauf erklärt, wie man einen Körper für die Langstrecke umbaut, kritisiert starres Verbandstraining - und das fragwürdige Anti-Doping-System.

Interview von Johannes Knuth
SZ: Herr Gabius, Sie haben am vergangenen Wochenende in Frankfurt einen Marathon in 2:08:33 Stunden zurückgelegt, so schnell wie kein Deutscher zuvor. Wie geht es Ihnen mit diesem schönen Rekord?

In den ersten Tagen danach bin ich etwas schwer ins Bett gekommen. Ich war irgendwie zu müde, um zu schlafen.

Zu müde, um zu schlafen?

Es geht einem doch eine Menge durch den Kopf. In der Nacht von Montag auf Dienstag war ich ziemlich lange wach. Ich habe mir dann auf Youtube einfach noch mal das Rennen angeschaut.

Den kompletten Marathon?

Ja. Waren ja nur zwei Stunden und ein bisschen (lacht). Manchmal kriegt man von seinen eigenen Läufen ja gar nicht alles mit - wie lange man in welcher Gruppe unterwegs war, solche Sachen. Wenn man dann die Bilder von außen sieht, geht man seinen Lauf noch einmal durch und vergleicht das mit den Bildern, die man selbst im Kopf hat.

Welche Bilder haben Sie denn im Kopf?

Die erste Rennhälfte war natürlich toll. Wir sind sehr schnell angegangen, manche Kilometer in 2:55, 2:56 Minuten. Da habe ich mir schon gedacht: Ui, was mache ich jetzt, wenn die das Tempo nicht nur einen, sondern fünf Kilometer so hoch halten? Ich habe auch eine Szene entdeckt, da war mein Bein etwas verdreht. Das muss ich vielleicht noch mal beim Arzt überprüfen lassen (lacht). Nach 25 Kilometern haben sie das Rennen vorne dann ganz, ganz schnell gemacht, da sind einige Alles-oder-nichts gelaufen. Da bin ich bewusst etwas zurückgefallen . . .

. . . eine von vielen kleinen Entscheidungen, die man im Rennen spontan treffen muss.

Du wägst ständig ab: Greife ich an, bleibe ich geduldig? Bei Kilometer 28 hatte ich Probleme mit den Oberschenkeln. Da musste ich realisieren: Beim Marathon gibt es Auf und Abs, und jetzt stecke ich in einer Krise. Zwei Kilometer später hatte ich bei der Zwischenzeit nur noch eine Minute Vorsprung auf den deutschen Rekord. Ich habe mir trotzdem gesagt: Arne, du musst jetzt 25, 30 Sekunden von deinem Vorsprung, den du dir auf 25 Kilometern hart erarbeitet hast, abgeben, also langsamer laufen. Viele haben mir später gesagt, dass ich in dem Moment gegen meinen Körper gearbeitet habe. Ich finde, dass ich mit ihm gearbeitet habe, dass ich ihm etwas Gutes getan habe. Weil er mich sonst nicht ins Ziel gebracht hätte.

Klingt so, als wäre aus dem Läufer Arne Gabius, dem neunmaligen deutschen Meister auf der Bahn und in der Halle, nun endgültig ein Marathonläufer geworden.

Ich hoffe schon. Entscheidend ist, wie du dich durch diese vielen, kleinen Krisen arbeitest. Im Vorjahr, bei meinem ersten Marathon, auch in Frankfurt, bin ich sehr euphorisiert gelaufen, da wusste ich gar nicht so richtig, was auf mich zukommt. Ich wollte einfach schauen, ob ich es schaffe. Diesmal bin ich viel schneller angelaufen. Die letzten drei Kilometer arbeitest du da komplett im roten Bereich, das ist eine ganz andere, neue Qualität von Schmerz. Bei Kilometer 41 musste ich einen Schrei loslassen, da war irgendwie Druck auf dem Oberkörper drauf. Ich glaube, es hat geholfen.

Marathon FrankfurtBild vergrößern
Vor einem Jahr lief Gabius in Frankfurt seinen ersten Marathon, vor einer Woche seinen zweiten - mit deutschem Rekord. (Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa)
Wie baut man seinen Körper - seinen Motor sozusagen - so um, dass er in diesem roten Bereich auf den letzten Kilometern nicht auseinanderfällt?

Wenn wir unseren Körper mit einem Auto vergleichen, dann kann uns unser Tank nur Treibstoff für circa 35 Kilometer bereitstellen. Die Kohlenhydrate sind das Super-plus-Benzin, damit kann man Gas geben. Aber eben nur für 90 Minuten. Jetzt muss ich dem Körper beibringen, dass er auch die Fettreserven nutzt. Er muss quasi das Super plus verdünnen, damit es für die gesamte Marathondistanz reicht. Man führt dem Körper in der Vorbereitung, rund 16 Wochen lang, viel Energie in Form von Fetten und Proteinen zu. Die Kohlenhydrate tankt man in Form von Obst und Gemüsen, Brot oder Nudeln lässt man eher weg. Dadurch ist der Tank nie ganz voll, man kann ihn im Training also häufiger leeren. Und wenn man ihn oft leert, merkt der Körper irgendwann: Hey, die Kohlenhydrate sind etwas Besonderes. Er fängt an, weniger Kohlenhydrate, weniger Super plus also, zu verbrauchen. Dafür bezieht er seine Energie mehr aus den Fettreserven. Aus mehr Öl, wenn man so will. Das Super plus steht mir dafür später zur Verfügung, auch nach Kilometer 35. Das spart mir auch die Ernährung während des Wettkampfes.

Sie haben während des Rennens nichts gegessen? Also nicht nachgetankt?

Nein. Ich komme nur mit Wasser durch. Wir laufen rund 20 Stundenkilometer auf den ersten Kilometern, da könnte ich nicht mal einen Riegel essen. Ich wüsste gar nicht, ob der Körper das in dieser extremen Phase aufnehmen könnte. Für Freizeitsportler ist das aber nur bedingt kompatibel. Die sollten ihre Speicher nachfüllen.

Klingt alles sehr nach Askese.

Das ist halt mein Job.

Können Sie Essen auch mal genießen?

Ich mag es ja, mich gesund zu ernähren. Frisch zu kochen, neue Zutaten zu entdecken. Natürlich kann ich auch genießen. Ich mag sehr gerne Schokolade, so richtig deftige, mit 85 Prozent Kakao-Anteil.

Sie hatten sich schon vor Ihren beiden Marathons sehr ambitionierte Ziele gesetzt. Nach Frankfurt sprachen Sie nun vom europäischen Rekord und von einer Top-Ten-Platzierung bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Das hat man einem deutschen Marathonläufer lange nicht zugetraut.

Ich glaube, wir haben uns sehr lange selbst Grenzen gesetzt. Man bezeichnet Kenia ja gerne als Wunderläuferland - und wenn dann der beste Deutsche bei einem Stadtlauf neben ein paar Kenianern an der Startlinie steht, sagt der sich halt oft: Die sind sowieso besser. Ich weiß schon, dass viele Kenianer nur das Laufen haben und hier antreten, um das Schulgeld ihrer Kinder bezahlen zu können. Die geben wirklich alles. Viele Deutsche versuchen es deshalb erst gar nicht, ein, zwei Läufer aus Afrika mal zu schnappen. Aber wenn wir uns als deutsche Spitze einfach nur aufs Laufen konzentrieren, können wir sie schlagen. Deshalb bin ich in Frankfurt auch so schnell angegangen. Und nebenbei habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich dieses Tempo nicht nur durchstehen kann, sondern dass mein deutscher Rekord noch ausbaufähig ist.

Steckbrief
Arne Gabius, 34, geboren in Hamburg, wurde zwischen 2007 und 2013 siebenmal deutscher Meister über 5000 Meter; 2012 gewann er EM- Silber. Gabius hat in Tübingen Medizin studiert und lebt in Stuttgart.
Manche deutschen Läufer sind zuletzt ja durchaus durch Mut und Risiko aufgefallen. Gleichzeitig arbeiten viele Heim- und auch Bundestrainer im Laufbereich noch immer in ihren eigenen Zellen, anstatt ihr Wissen zu teilen.

Es hat sich schon gebessert. Aber es ist noch immer schwierig. Ich habe vor ein paar Monaten einen Vortrag in der Trainerakademie des Deutschen Leichtathletik- Verbands in Mainz gehalten, vor der Elite der deutschen Lauftrainer. Ich habe mein Läuferleben vorgestellt, habe über meinen Neun-Wochen-Plan referiert und auch darüber gesprochen, welche Ideen von Renato Canova dahinterstecken (renommierter italienischer Trainer; Anm. d. Red.). Ich habe meine Telefonnummer und E-Mail-Adresse hinterlassen. Ich habe auch vorgeschlagen, dass man Renato mal einlädt. Der trainiert fast jeden Spitzenathleten, der ihn fragt, ist weltoffen und kommuniziert auch sein Training offen. Weil er nur so seine Methoden verbessern konnte, im Austausch mit anderen Trainern.

Und?

Leider kam noch keine Resonanz. Wir haben in Deutschland im Laufbereich oft nur ein Zwei-Augen-Prinzip. Ich habe das Gefühl, dass sich der Rahmentrainingsplan in den letzten 30 Jahren fast nicht verändert hat. In anderen Disziplinen gab es im DLV Innovationen. Im Zehnkampf. Oder im Sprint: Da ist Julian Reus zuletzt ja auch deutschen Rekord über 100 Meter gelaufen. Auf der Mittel- und Langstrecke stecken wir noch zu sehr in unseren eingefahrenen Strukturen fest. Das ist schade. Es kommen ja immer wieder Talente nach.

Zum Beispiel Ihre Marathon-Kollegen Julian Flügel und Philipp Pflieger. Beide haben kürzlich in Berlin die Norm des Weltverbands für die Olympischen Spiele geschafft. Die Norm des DLV ist aber deutlich strenger - und die haben beide knapp verfehlt. Deutsche Sportler sollen ja grundsätzlich nur zu den Spielen, wenn sie eine "erweiterte Finalchance" haben. Hilft das denn dem deutschen Marathon, dass man die Hürde für Olympische Spiele derart hochschraubt?

Ich glaube, wir haben jetzt eine neue Situation. In den vergangenen Jahren sind viele Läufer mit ihrer Leistung bei 2:13, 2:14 Stunden stehen geblieben. Jetzt haben wir in meiner Person einen Läufer, der 2:10 Stunden unterbietet, und der Läufern wie Philipp oder Julian zeigt, dass man schnell laufen kann. Und beide haben sich zuletzt immer wieder verbessert. Deswegen fände ich es gut, wenn man beide nach Rio mitnähme, als Motivation. Wir standardisieren und strukturieren alles durch, im Alltag, im Sport. Aber das Tolle am Sport ist doch, dass man überraschen kann! Wenn man 1985 vor Wimbledon zu Boris Becker gesagt hätte, komm, du hast eh keine Chance aufs Achtelfinale, aufs erweiterte Finale sozusagen - dann hätte es die Geschichte vom 17-jährigen Jungen aus Leimen nie gegeben. Wir nehmen den Athleten die Chance zu überraschen.

Marathon in Zahlen – 2:02:57
Stunden benötigte der Kenianer Dennis Kimetto 2014 in Berlin für die 42,195 Kilometer - Weltrekord. Seitdem immer mehr Athleten eine Karriere im Straßenlauf anpeilen, wurde der Rekord oft verbessert - in den vergangenen zwölf Jahren allein sechsmal.

Marathon in Zahlen – 2:08:33
Stunden: Auf diese Marke drückte Arne Gabius am vergangenen Sonntag beim Stadtlauf in Frankfurt am Main den deutschen Marathon-Rekord. Der war zuvor im Besitz des Dresdeners Jörg Peter (2:08:47) - gelaufen im Februar 1988 in Tokio.

Marathon in Zahlen – 50 530
Läufer erreichten vor einem Jahr das Ziel des New-York-Marathons - neuer Teilnehmerrekord. Der Lauf ist damit der größte Stadtmarathon der Welt. Bei der ersten Auflage, am 13. September 1970, hatten sich 127 Starter angemeldet. Die Route führte sie vier Runden durch den Central Park. 55 kamen ins Ziel.

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Sie orientieren sich bewusst an schnellen Zeiten, auch aus der Weltspitze. Gleichzeitig sind manche Läufer aus Afrika zuletzt durch Enthüllungen und positive Tests in Verruf gekommen. Wie geht man damit als Läufer um?

Generell gefällt mir das Verhalten vieler Deutschen nicht, auch mancher Athleten. Wir sollten nicht mit dem Finger auf andere zeigen, wenn wir unsere eigenen Hausaufgaben selbst nicht erledigen.

Inwiefern?

Die Anti-Doping-Agentur Nada ist in Deutschland zum Beispiel nicht unabhängig. Da sitzen Politiker im Aufsichtsrat, ehemalige Sportler arbeiten dort. Und wenn ehemalige Sportler Dopingtests oder Fälle aktueller Sportler bearbeiten - da besteht zumindest die Möglichkeit, dass die Unabhängigkeit der Behörde gefährdet ist. Das darf nicht sein. Hinzu kamen lange chronische Geldprobleme. Mir hat ein Dopingkontrolleur mal erzählt, dass er sich oft gewundert hat, wie wenige Aufträge er zum Jahresende hin erhielt. Da war ab Oktober oft kein mehr Geld da. Zum Glück ist das nicht mehr so extrem. Wir sollten also erst einmal unsere Aufgaben erledigen, und dann sollten wir Ländern wie Kenia unsere Hilfe anbieten. Die brauchen mehr Dopingtests, mehr Anti-Doping-Labore mit möglichst unabhängigen Personal, das kostet alles immens viel Geld. Derzeit helfen da vor allem auch die Organisatoren der großen Stadtmarathons mit.

Man bräuchte also einen Art Anti-Doping-Finanzausgleich, an dem sich alle Verbände und nationalen Agenturen beteiligen?

Ich glaube, Geld ist im organisierten Sport genügend da. Es fehlt nur oft an der Akzeptanz, dieses Geld in den Anti-Doping-Kampf zu stecken. Dabei würde das vielleicht auch den Generalverdacht etwas eindämmen, der derzeit herrscht. Das trifft vor allem uns saubere Athleten. Das ärgert mich ungemein, dass ich mich ständig rechtfertigen muss.

Andererseits wurde das Publikum zuletzt durch diverse Dopingskandale und Positivtests enttäuscht. Offenbar ist es nicht mehr bereit, den Sportlern einen Vertrauensvorschuss zu geben.

Ich denke, wir müssen darüber diskutieren, welche Rolle der Sport spielen will. Soll der Sport Vorbild für unsere Gesellschaft sein, in Sachen Fair Play? Oder kann der Sport nur ein Spiegel der Gesellschaft sein? Stichwort VW-Skandal? Derzeit ist er vor allem Letzteres. Wir müssen versuchen, wieder mehr Vorbild zu sein. Ich hatte viele Dopingtests in diesem Jahr, seit Jahren wird mir Blut für den Blutpass abgenommen, mit dem man Blutdoping nachweisen kann. Ich habe vor Peking meine Blutwerte veröffentlicht, obwohl ich das nicht tun müsste. Aber irgendwann sind die Athleten genug belastet. Es sind jetzt andere gefordert, ein besseres Anti- Doping-System zu schaffen. Nationale Agenturen müssen unabhängig sein, Wissenschaft und Forschung müssen besser unterstützt werden.

Runners make their way across the Verrazano-Narrows Bridge during the New York City Marathon in New YorkBild vergrößern
"Die letzten drei Kilometer arbeitest du da komplett im roten Bereich": Teilnehmer des New-York-Marathon 2014 auf der Verrazano-Narrows Bridge. (Foto: Eduardo Munoz/Reuters)
Wie sieht es mit dem Startrecht ehemaliger Dopingtäter aus? Simret Restle-Apel, die zwei Jahre lang gesperrt war, hätte in Frankfurt im Rahmen der deutschen Meisterschaften starten können, sie hätte aber kein Preisgeld erhalten, weil der Veranstalter ehemalige Doper für seine Elitewertung nicht einlädt. Sie will den Veranstalter jetzt verklagen.

Da sollte man jeden Fall einzeln betrachten. Simret wurde 2012 mit Epo (Erythropoietin, oft verwendet als Blutdoping-Mittel, Anm.) erwischt. Sie hat es schließlich zugegeben, war aber sehr uneinsichtig. Angeblich hat sie es zufällig im Kühlschrank von Verwandten gefunden. Entschuldigung, haben Sie zufällig Epo im Kühlschrank liegen?

In der Tat: nein.

Epo nimmt man nicht zufällig. Das nimmt man in der Absicht, zu betrügen. Da gehört man eigentlich lebenslang gesperrt. Der Frankfurt-Marathon ist nun mal eine private Veranstaltung, der man nicht vorschreiben kann, wen sie einlädt, so wie man niemandem vorschreiben kann, wen er auf seine Party einlädt. Und Frankfurt hat sich nun mal strikte Regeln im Anti-Doping-Kampf auferlegt. Das finde ich okay.

Am Sonntag findet in New York der nächste Marathon-Klassiker statt. Haben Sie schon wieder Lust, der Konkurrenz bei der Quälerei zuzuschauen?

Ich werde da in den Flitterwochen an der US-Westküste sein, aber ich schaue mir das Rennen definitiv an. Auch wenn ich früher aufstehen muss. Marathon ist jetzt mein neues Leben, das reizt mich total. New York sucht sich ganz gezielt Top-Läufer aus und formt ein Feld, in dem es weniger um die Zeit geht, sondern um den Wettkampf. Das ist ja das Schöne am Sport.

New York steht also auch in ihrem Lebensplan noch drin?

Auf jeden Fall. Die Läufer geben dort alle Gas, der Sport ist ganz nahe bei den Leuten, die Zuschauer sind wahnsinnig begeistert, fast noch stärker als in Deutschland. Das ist der Marathon.

Raimund 06.11.2015 02:18

Wer hat denn da was anderes erwartet?

Jhonnyjumper 06.11.2015 10:38

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 1179655)
...

Am interessantesten finde ich den Abschnitt, in dem die Rahmentrainingspläne des DLV kritisiert werden. Da würde mich ganz konkret interessieren, welche Vorschläge Gabius hat bzw. bei der von ihm angesprochenen Diskussion vor Spitzentrainern vorgeschlagen hat. Wolfgang Killing, der mitverantwortlich für die Rahmenpläne Laufen ist, halte ich nämlich für einen sehr offenen, umtriebigen und guten Trainer bzw. Kenner der Szene.
Etwas merkwürdig finde ich auch seine Kommentare zu Ernährung. Was ist das für ein Quatsch mit dem "Kohlenhydrate reichen nur bis 90min., danach Fette usw."?!

NBer 06.11.2015 11:07

Zitat:

Zitat von Jhonnyjumper (Beitrag 1180295)
......Was ist das für ein Quatsch mit dem "Kohlenhydrate reichen nur bis 90min., danach Fette usw."?!

inwiefern? das ist doch allgemein anerkannt, dass man rein auf KH nur 60 bis maximal 90min sport treiben kann. man könnte es natürlich differenzierter ausdrücken, aber da er keinen vortrag vor fachleuten gehalten hat, sondern ein paar schlagworte für die allgemeinheit rausgehauen hat, kann man das durchaus so sagen.

Jhonnyjumper 06.11.2015 11:27

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1180301)
inwiefern? das ist doch allgemein anerkannt, dass man rein auf KH nur 60 bis maximal 90min sport treiben kann. man könnte es natürlich differenzierter ausdrücken, aber da er keinen vortrag vor fachleuten gehalten hat, sondern ein paar schlagworte für die allgemeinheit rausgehauen hat, kann man das durchaus so sagen.

Ja, stimmt, wahrscheinlich liegt es daran, dass er es in dem Interview gesagt hat. Es suggeriert halt, dass Kohlenhydrate - sobald sie aufgebraucht sind - keine Bedeutung für die Energiebereitstellung mehr haben können ergo nur noch Fette zählen. Welche Speicher tatsächlich aufgebraucht sind und inwiefern er selbst nachführt, lässt er vollkommen offen, obwohl das natürlich insbesondere dann wichtig wird, wenn die Glycogenspeicher leer sind.

Timmi 06.11.2015 12:06

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 1179655)
...Jetzt muss ich dem Körper beibringen, dass er auch die Fettreserven nutzt. Er muss quasi das Super plus verdünnen, damit es für die gesamte Marathondistanz reicht. Man führt dem Körper in der Vorbereitung, rund 16 Wochen lang, viel Energie in Form von Fetten und Proteinen zu. Die Kohlenhydrate tankt man in Form von Obst und Gemüsen, Brot oder Nudeln lässt man eher weg. Dadurch ist der Tank nie ganz voll, man kann ihn im Training also häufiger leeren. Und wenn man ihn oft leert, merkt der Körper irgendwann: Hey, die Kohlenhydrate sind etwas Besonderes. Er fängt an, weniger Kohlenhydrate, weniger Super plus also, zu verbrauchen. Dafür bezieht er seine Energie mehr aus den Fettreserven. Aus mehr Öl, wenn man so will. Das Super plus steht mir dafür später zur Verfügung, auch nach Kilometer 35.

Ob der Ansatz wissenschaftlich besteht, ist fraglich.
Oder gibt es mittlerweile einen wissenschaftlichen Beweis dafür?

argon68 06.11.2015 12:48

Ich frage mich schon immer, ob (nicht auch) die Topläufer nicht davon profitieren würden, wenn sie sich bei km 35 ein Iso-Gel reinpfeifen würden. Dass KH Energie liefern, ist ja wohl unbestritten.

Matthias75 06.11.2015 14:08

Zitat:

Zitat von argon68 (Beitrag 1180339)
Ich frage mich schon immer, ob (nicht auch) die Topläufer nicht davon profitieren würden, wenn sie sich bei km 35 ein Iso-Gel reinpfeifen würden. Dass KH Energie liefern, ist ja wohl unbestritten.

Laut den Berichten seines Sponsors Powerbar hat Gebrselassie 2007 bei seinem Weltrekord in Berlin (2:04:26) 5 Gels zu sich genommen, ob km25 alle 5km eins und nochmals eins direkt vor dem Start. Die Originalquelle von Powerbar finde ich nicht mehr, aber hier wird darauf Bezug genommen. Hat jemand noch das Rennen von 2007 zu Hause auf Video und kann die Angaben verifizieren? :Cheese:

M.

NBer 06.11.2015 15:55

Zitat:

Zitat von Timmi (Beitrag 1180326)
Ob der Ansatz wissenschaftlich besteht, ist fraglich.
Oder gibt es mittlerweile einen wissenschaftlichen Beweis dafür?

was jetzt konkret? das zitat ist lang :-)

triduma 25.01.2016 22:51

Arne Gabius läuft am 24.04. den London Marathon. :)

tritobi 26.01.2016 00:09

Zitat:

Zitat von triduma (Beitrag 1199506)
Arne Gabius läuft am 24.04. den London Marathon. :)

Ah sehr schön, dann kennen wir seine Saisonplanung jetzt ganz gut.

März: HM
24.04. London M
Juli: HM Amsterdam
21.8. Rio M

Denkt ihr er kann sich in London schon um die vom Trainer/Berater erwartete Minute steigern? Damit könnte er ja bei Olympia aufs Treppchen kommen. :)

Raimund 26.01.2016 00:09

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1180378)
Laut den Berichten seines Sponsors Powerbar hat Gebrselassie 2007 bei seinem Weltrekord in Berlin (2:04:26) 5 Gels zu sich genommen, ob km25 alle 5km eins und nochmals eins direkt vor dem Start. Die Originalquelle von Powerbar finde ich nicht mehr, aber hier wird darauf Bezug genommen. Hat jemand noch das Rennen von 2007 zu Hause auf Video und kann die Angaben verifizieren? :Cheese:

M.

http://www.runnersworld.com/sweat-sc...n-fueling-plan

kullerich 26.01.2016 10:24

Zitat:

Zitat von tritobi (Beitrag 1199530)

Denkt ihr er kann sich in London schon um die vom Trainer/Berater erwartete Minute steigern? Damit könnte er ja bei Olympia aufs Treppchen kommen. :)

Die Zeiten bei Marathons bei Olympischen Spielen sind aussagefrei und nicht gut vergleichbar mit schnellen Zeiten bei einem Frühjahrs- oder Herbstmarathon.

(a) die Olympiamarathonstrecken sind häufig nicht auf "flach und schnell" optimiert (typisches Beispiel: Barcelona, da steht das Stadion auf einem Berg...)
(b) olympische Spiele sind im Sommer, da ist es gelegentlich zu heiß zum schnellen Laufen...

captain hook 26.01.2016 10:48

Zitat:

Zitat von tritobi (Beitrag 1199530)
Denkt ihr er kann sich in London schon um die vom Trainer/Berater erwartete Minute steigern? Damit könnte er ja bei Olympia aufs Treppchen kommen. :)

Klar, wenn er die Minute schneller dann auch in einem taktischen Hitzerennen ohne Pacemaker und dafür inkl. Spielchen beherrscht. :Cheese:

Andererseits... wer weiß wer überhaupt antritt, wie viele Keniaten vorher noch gesperrt werden, welche Leichtathletikverbände noch ausgeschlossen werden... Meisterschaftsrennen haben schon immer ihre eigenen Gesetze gehabt.

Von der Bestzeit her ist er auf dem Papier chancenlos.

Matthias75 26.01.2016 11:09

Zitat:

Zitat von Raimund (Beitrag 1199531)

Ist das nicht der gleiche Artikel, den ich auch verlinkt hatte? Ich hatte nur im Kopf, dass damals ein Artikel dazu auf www.powerbar.de erschienen ist. Interessant finde ich das Gel bei km40, also bei seinem Tempo ca. 6min vor Rennende. Kann das zu dem Zeitpunkt überhaupt noch etwas bringen?

M.

gaehnforscher 26.01.2016 11:57

Ein bissl was wird ja auch über die Mundschleimhäute aufgenommen. Das schaltet dann im Gehirn nochmal was frei für den Endspurt. Gibt ja von Ultrasports auch sone Blättchen die man sich nur in die Backen legt und dort auflösen lässt.

loriot 26.01.2016 14:07

Ich würde da schon fast auf einen gewünschten positiven Effekt bei der Regeneration direkt nach dem Zieldurchlauf tippen. Zudem lenkt es auch ab vom Schmerz. :Cheese:

Raimund 26.01.2016 16:52

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1199581)
Ist das nicht der gleiche Artikel, den ich auch verlinkt hatte? Ich hatte nur im Kopf, dass damals ein Artikel dazu auf www.powerbar.de erschienen ist. Interessant finde ich das Gel bei km40, also bei seinem Tempo ca. 6min vor Rennende. Kann das zu dem Zeitpunkt überhaupt noch etwas bringen?

M.

Upps!:(

Übrigens, ich glaube nicht, dass Haile immer 250ml getrunken und das Gel genommen hat.

Die haben dem eher ne Flasche hingestellt, wo das drin war - dann ein Schuck und weg damit!

aurinko 26.01.2016 22:03

Zitat:

Zitat von tritobi (Beitrag 1199530)
Denkt ihr er kann sich in London schon um die vom Trainer/Berater erwartete Minute steigern? Damit könnte er ja bei Olympia aufs Treppchen kommen. :)

Nen olympischer Marathon (bzw. nen WM Rennen genauso) ist immer ein taktisches Geplänkel sondergleichen. D.h. 30-34km wird im Bummeltempo gelaufen, dann aber geht es ab wie Sau. Und ich glaube kaum, dass er so ein Tempo rennen kann.

docpower 26.01.2016 22:59

Zitat:

Zitat von aurinko (Beitrag 1199710)
Nen olympischer Marathon (bzw. nen WM Rennen genauso) ist immer ein taktisches Geplänkel sondergleichen. D.h. 30-34km wird im Bummeltempo gelaufen, dann aber geht es ab wie Sau. Und ich glaube kaum, dass er so ein Tempo rennen kann.

Warte das mal ab.
Die Grundschnelligkeit ist schon ausreichend...

flaix 27.01.2016 12:04

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1199581)
Ist das nicht der gleiche Artikel, den ich auch verlinkt hatte? Ich hatte nur im Kopf, dass damals ein Artikel dazu auf www.powerbar.de erschienen ist. Interessant finde ich das Gel bei km40, also bei seinem Tempo ca. 6min vor Rennende. Kann das zu dem Zeitpunkt überhaupt noch etwas bringen?

M.

ist halt ein powerbar artikel......
ich denke mehr Gedanken müssen wir uns darüber nicht machen

flaix 27.01.2016 12:06

Zitat:

Zitat von docpower (Beitrag 1199725)
Warte das mal ab.
Die Grundschnelligkeit ist schon ausreichend...

uff. da traust ihm aber sehr viel zu.
Frankfurt hatte doch ein deutliches Ziechen gesetzt.
m.E. kann er nur darauf setzen sich aus Allem rauszuhalten und sein Tempo zu laufen um dann spät im Rennen sehr, sehr viele aufzusammeln. Also wenn es um Platzierung bei Olympia geht...

flaix 27.01.2016 12:08

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1199578)
Von der Bestzeit her ist er auf dem Papier chancenlos.

aber wie Du schon schrobst -Meisterschaftsrennen immer eigene Gesetze, waren meist sehr langsam. Denn die Afrikaner gönnen sich ja gegenseitig nicht den Dreck unter den Fingernägeln....

captain hook 27.01.2016 12:18

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 1199838)
aber wie Du schon schrobst -Meisterschaftsrennen immer eigene Gesetze, waren meist sehr langsam. Denn die Afrikaner gönnen sich ja gegenseitig nicht den Dreck unter den Fingernägeln....

Das stimmt. Aber dort zählt ein OS deutlich mehr als ein WM Titel. Deshalb dürften auch die entsandten Athleten eine ganz andere Qualität haben und wesentlich spezifischer vorbereitet dort erscheinen. Und wenn dann ein 2:04h Läufer bei 2:08h in einem taktischen Rennen mit einem tatsächlichen 2:08h Läufer auf die Zielgerade läuft, dürfte er wesentlich besser beisammen sein als der andere. Eine Möglichkeit besteht natürlich darin, dass die sich gegenseitig kaputtspielen und Gabius von einem gleichmäßigen Tempo profitiert, weil er einfach seinen Stiefel läuft. Dann kommen sie ggf im selben Zustand auf die Zielgeraden. Und dann könnte auch die Psychologie für Gabius sprechen. Dass er sich hinten raus zusammenreißen kann, hat er in Frankfurt gezeigt. Allerdings vermute ich, dass die Unterschiede einfach zu groß sind. Er trifft da auf Leute die (je nachdem wer startet und wie ernst es genommen wird) fast 2 Klassen schneller sind als er.

flaix 27.01.2016 12:27

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1199843)
....

ich sag nur....
https://www.youtube.com/watch?v=i3ZZjC-MEHc
:-))

captain hook 27.01.2016 12:28

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 1199845)

Kann ich nicht sehen... Baumann? Der war aber nur ne halbe Klasse schlechter als die, die es zu schlagen galt. (warum auch immer).

flaix 27.01.2016 12:35

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1199849)
Kann ich nicht sehen... Baumann? Der war aber nur ne halbe Klasse schlechter als die, die es zu schlagen galt. (warum auch immer).

ja, der Dieter.
weil er eben fast genauso gut war.
equal arms

Antracis 27.01.2016 16:31

Ich denke auch, man muss realistisch bleiben. Wenn man bedenkt, dass Gabius in FFM letztes Jahr einige km ziemlich überpaced hat, um mitgehen zu können und einrechnet, dass Ihn die Krampfprobleme sicher nicht schneller gemacht haben, wären 30s schneller
schon in diesem Rennen möglich gewesen.

Wenn (!) er gesund ein Jahr durchtrainieren kann, ist eine Minute schneller in einem idealen Rennverlauf total realistisch, aber für Rio schätze ich Top-Ten als realistisches Ziel, weil da die 2:04-2:08 -Klasse sicher dicht besetzt sein wird.

Aber hallo, ich meine, wir reden hier über einen 2:08 Läufer aus einem Land, wo gerade alle rumheulen, dass die 4 minuten langsamere Norm zu schwierig ist.

blaho 27.01.2016 18:07

Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1199941)
Aber hallo, ich meine, wir reden hier über einen 2:08 Läufer aus einem Land, wo gerade alle rumheulen, dass die 4 minuten langsamere Norm zu schwierig ist.

Die gerade angepasst wurden. 6 Läufer/innen sind qualifiziert.

Arne Gabius sagte im Interview, dass er persönlich auf einen Platz in den Top 10 spekuliert.

Aktuell schielt er auf den Europarekord, den er aber in London wohl noch nicht angreifen wird.

sabine-g 27.01.2016 20:10

Zitat:

Zitat von blaho (Beitrag 1199960)
Die gerade angepasst wurden. 6 Läufer/innen sind qualifiziert.

genau.
Nun sind beide Hahners dabei. Like!


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