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keko# 20.05.2022 13:12

Zitat:

Zitat von Wasserbüffel (Beitrag 1661551)
...

Die Auswirkung zusammen mit anderen Kostensteigerungen auf die Inflation, Insolvenzen (privat wie geschäftlich), Arbeitslosenzahlen könnten durchaus relevant werden.

Die Menschen werden es spätestens 2023 finanziell wahrnehmen.

Ich denke auch, dass sich die Auswirkungen in der Breite erst im nächsten Jahr bemerkbar machen.
Firmen planen ihre Investiionen ja auch für das kommende Geschäftsjahr und was heute gemacht wird, stammt aus der Vergangenheit.
Beim nächsten Jahresgespräch werde ich 15% mehr Gehalt fordern. 10% gehen quasi für die Inflation drauf und die 5% gehen dann in meinen Geldbeutel. Ich bin so alt, da kann man so was schon mal bringen. :Cheese:

Wasserbüffel 20.05.2022 13:13

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1661560)
Dann würde ich aber plädieren, dass ich den Preis für meinen eingespeisten Solarstrom auch bekomme. :Huhu:

Interessanter Ansatz, böse Zungen behaupten das der Wegfall der EEG-Umlage zum 01.07.2022 verhindert hat das diese im nächsten Jahr evtl. negativ gewesen wäre, respektive dann dem Kunden zu gute gekommen wäre. ;)

Sorry ist jetzt bisschen OT hier. Gehört wohl eher in den Energie-Faden.

Klugschnacker 20.05.2022 13:26

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1661545)
Die Rückführung der Krim zur Ukraine ist für [Melnyk] eher eine mögliche langfristige Zukunftsvision, wenn irgendwann die Machthaber in Russland gewechselt haben sollte.

-Basis für eine möglichen zukünftigen Friedensvertrag sind die territorialen Verhältnisse in der Ukraine vor dem 24.2.2022

Hat Botschafter Melnyk das irgendwo mal erläutert, warum er für manche Gebiete bis zur letzten Patrone zu kämpfen empfiehlt, während er bei anderen Gebieten auf einen russischen Regierungswechsel warten kann?

Koschier_Marco 20.05.2022 14:06

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1661567)
Hat Botschafter Melnyk das irgendwo mal erläutert, warum er für manche Gebiete bis zur letzten Patrone zu kämpfen empfiehlt, während er bei anderen Gebieten auf einen russischen Regierungswechsel warten kann?

Das ergibt sich aud der Logik der Gegebenheiten. Den Donbass könnte er zurückerobern auf dem Schlachtfeld, zumindest die die Chance dafür größer als Null, die Krim geht nur über eine diplomatische Lösung.

Flow 20.05.2022 14:17

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1661545)
[...] Melnyk ziemlich genau [...] wie ich [...]

Gut, das war's dann mit uns beiden ... leb wohl ... :Blumen:

Helmut S 20.05.2022 14:37

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1661565)
Beim nächsten Jahresgespräch werde ich 15% mehr Gehalt fordern. 10% gehen quasi für die Inflation drauf und die 5% gehen dann in meinen Geldbeutel. Ich bin so alt, da kann man so was schon mal bringen. :Cheese:

Du denkst, dass wäre etwas, was man sich "halt mal trauen" könnte? Beim letzten Gehaltsgespräch, um das mich eine Mitarbeiterin gebeten hat, lag eine Eingangsforderung von 20% auf dem Tisch.

keko# 20.05.2022 17:37

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1661545)
...
Überflüssig zu erwähnen, dass Melnyk ziemlich genau die Sichtweise in Worte fasst, wie ich mir sie auch -nach monatelanger, oft fassungsloser Beschäftigung mit diesem barbarisch geführten Krieg zu eigen gemacht habe; natürlich mit dem wesentlichen Unterschied, dass ich im Gegensatz zu Melnyk keine nahen Angehörigen in Lwiw und Kiew habe und nur unmittelbar betroffen wäre, wenn der Krieg eskalieren würde.

Du bist Privatmann und deine Meinung sei dir unbenommen. Von meiner politischen Führung in Europa erwarte ich Lösungen und zwar schnell und friedlich. Wie es jetzt läuft, kann es ein monatelanger Krieg werden. Und ist es wirklich für uns langfristig zielführend, wenn Russland, immerhin das größte Land der Erde mit 140 Millionen Einwohnern, wirtschaftlich am Boden ist?
Ich erwarte von meiner politischen Führung Entscheidungen mit Weitblick, die auch für die uns folgenden Generation tragbar ist. Ich kann es nicht anders sagen, wenn ich von Menschen mit Verantwortung höre "Dieser Krieg muss auf dem Schlachtfeld entschieden werden" widert mich das an.
Heute stand ich in einem Klassenzimmer und der Vorredner hatte ein wunderbares Tafelbild mit der Überschrift "Nichtkrieg" an der Tafel hinterlassen. Gerade für die Jugend dürfen wir keine Mauern und Aufrüstung hinterlassen, sondern einen positiven Frieden, Gewaltfreiheit und Abrüstung.
Das läuft gerade in die falsche Richtung.

merz 20.05.2022 18:01

Ich bin Optimist - wirken die Melnyk Äusserungen nicht wie ein Signal? - Es wirkt so als sei auf die Ukraine vom Westen Druck ausgeübt worden den status quo ante zu akzeptieren, auch wenn das einen weiterlaufenden niedrigschwelligen Konflikt im Osten des Landes bedeutet und weiterhin den Verlust der Krim

m.

LidlRacer 20.05.2022 19:27

Raketenangriff auf den Kulturpalast in Lozova:
https://twitter.com/DefenceU/status/1527670069689741313

Was soll das?
Terrorismus in Reinform!

Ich hoffe, es gelingt, eingefrorene russische Gelder für Reparationen zu konfiszieren, wie es derzeit angedacht wird. Ist aber wohl rechtlich schwierig ...

Klugschnacker 20.05.2022 20:15

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1661638)
Raketenangriff auf den Kulturpalast in Lozova:

Schrecklich! :Nee:

MattF 20.05.2022 21:47

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1661619)
Ich erwarte von meiner politischen Führung Entscheidungen mit Weitblick, die auch für die uns folgenden Generation tragbar ist.

Politiker sind Menschen und keine Weissager.

Niemand weiß was passiert.

Mal davon abgesehen, dass die Entscheidungen der deutschen Regierung in diesem Konflikt komplett egal sind und eine der zurückhaltensten im ganzen Westen.

"Die deutsche Regierung kann diesen Krieg nicht beenden." Vielleicht sollte man sich vor jedem Diskussionsbeitrag den Satz 10 mal vorsagen. Dann kann man sich viele Beiträge sparen.

Hafu 20.05.2022 22:28

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1661664)
...
Mal davon abgesehen, dass die Entscheidungen der deutschen Regierung in diesem Konflikt komplett egal sind und eine der zurückhaltensten im ganzen Westen.

"Die deutsche Regierung kann diesen Krieg nicht beenden." Vielleicht sollte man sich vor jedem Diskussionsbeitrag den Satz 10 mal vorsagen. Dann kann man sich viele Beiträge sparen.

Was Waffenlieferungen aus Deutschland angeht, da gebe ich dir Recht. In Anbetracht der Militärhilfe, die die Ukraine aus anderen Ländern erhält, fallen die paar deutschen Waffen nicht weiter ins Gewicht.
Die Ukraine erhält zum Glück reichlich Hilfe aus ihren Nachbarländen, der USA, GB und selbst vom neutralen Schweden.

Anders sieht es aber beim anderen Hebel aus, nämlich bei der Erschwerung der russischen Kriegsfinanzierung. Kein anderes Land der Welt hat aktuell (und in den letzten 20 Jahren) derartig viel Geld nach Russland überwiesen und dementsprechend könnte auch kein Land Putin so effektiv die Finanzierung seines militärischen Amoklaufs erschweren.

TriVet 20.05.2022 23:14

Die „New York Times“ mahnt zur Besonnenheit und möchte von Präsident Biden klar definierte Ziele, klingt eher ermahnend als kriegstreiberisch.
https://www.nytimes.com/2022/05/19/o...r-support.html

qbz 20.05.2022 23:30

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1661670)
.....
Die Ukraine erhält zum Glück reichlich Hilfe aus ihren Nachbarländen, der USA, GB und selbst vom neutralen Schweden.
......

Schon 2002 hat Schweden seine Neutralität nach 9/11 aufgegeben und

Zitat:

Nach den Terroranschlägen vom 11. September stellte sich der alte Schwede, lange undenkbar, sogar »vorbehaltlos« an die Seite Amerikas und billigte Washington ein »kristallklares« Recht auf militärische Vergeltung zu. Im eigenen Parlament betrieb Persson - gegen heftige Kritik aus den eigenen Reihen und gegen die Grünen und Linken - den Abschied von der Neutralität. Fortan pocht Schweden nur noch auf militärische »Bündnisfreiheit«.
https://www.spiegel.de/politik/ende-...0-000024093795

Nach 2022 seine Bündnisfreiheit mit dem Antrag auf NATO-Mitgliedschaft.

keko# 21.05.2022 09:31

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1661664)
Politiker sind Menschen und keine Weissager.

Niemand weiß was passiert.

Mal davon abgesehen, dass die Entscheidungen der deutschen Regierung in diesem Konflikt komplett egal sind und eine der zurückhaltensten im ganzen Westen.

"Die deutsche Regierung kann diesen Krieg nicht beenden." Vielleicht sollte man sich vor jedem Diskussionsbeitrag den Satz 10 mal vorsagen. Dann kann man sich viele Beiträge sparen.

Klar kann niemand die Zukunft voraussagen. Hier sind es aber keine physikalischen Naturgesetze, die greifen, sondern der Mensch alleine ist das Problem.
Man muss auch kein Weissager sein. Wenn man in dieser aktuellen Phase Länder in die NATO aufnimmt, ist es klar, dass Russland an den Grenzen auch aufrüstet.

Ich würde den Einfluss Deutschlands mal nicht unterschätzen. Wir sind die stärkste Wirtschaftskarft Europas. Wenn auch vielleicht nicht beliebt, dann aber doch geschätzt und gehört. Aber man hört ja nicht mal etwas von den Entscheidern. "Dieser Krieg muss auf dem Schlachtfeld entschieden werden", "Wir müssen Russland so schwächen, dass es niemals mehr andere Länder bedrohen kann" (sinngemäß), dass sind für mich keine Ideen, auf die ein europäischer Politiker kommt und schon gar kein deutscher, sondern trägt ganz klar die Handschrift der USA. Ich erwarte von unseren europäischen Politikern eine friedliche Lösung und schnelle Beendigung des Krieges.

Wenn wir beide ein Problem miteinander haben, können wir das schon mal eskalieren lassen. Vielleicht treffen wir uns vor Gericht oder sonstwo und schlagen aufeinander ein. Das ist aber nichts Weltbewegendes, es bleibt eine Sache zwischen dir und mir. Hier in diesem Krieg darf man aber nichts eskalieren lassen, hier darf man es nicht laufen lassen, bis der Stärkere gewinnt. Das kann dann eben etwas weltbewegendes werden und zwar im negativen Sinne.

:Blumen:

Hafu 21.05.2022 09:44

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1661695)
... Ich erwarte von unseren europäischen Politikern eine friedliche Lösung und schnelle Beendigung des Krieges.
...

Der Schlüssel zur Beendigung dieses illegalen Angriffskrieges liegt ganz allein bei dem, von dem der Krieg ausgeht.

Ich erwarte von "unseren" Politikern, dass sie alles dafür tun, dass der Aggressor dieses Krieges lernt, dass im 21.Jahrhundert Grenzen zwischen Nationen nicht mehr durch Kriege verschoben werden und dass andere autokratische Nationen als Lehre aus diesem Krieg mitnehmen, dass generell Krieg im 21. Jahrhundert niemandem einen Vorteil verschaffen. Weder der stärkeren Militärmacht, noch der schwächeren.

Die USA haben diesen Lernprozess schon über den im Prinzip für sie "siegreichen" aber enorm teuren Irak- und Afghanistankrieg hinter sich. Die Russen haben leider zuletzt drei Kriege in Folge (in Tschetschenien, Syrien und zuletzt Krim) geführt, die sie mit barbarischen Methoden (bei den erstgenannten Kriegen) gewonnen und von denen sie aber letztlich innen- und außenpolitisch profitiert haben.
Es ist dringendst geboten, dass sie aus dem jetzigen Krieg massiv geschwächt hervorgehen, denn sonst ist abzusehen, dass Russland mit derartigen Kriegen in der Zukunft weitermachen wird und andere Dikatoren auf der Welt ermutigt werden, dasselbe zu tun.

keko# 21.05.2022 10:02

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1661699)
...
Es ist dringendst geboten, dass sie aus dem jetzigen Krieg massiv geschwächt hervorgehen, denn sonst ist abzusehen, dass Russland mit derartigen Kriegen in der Zukunft weitermachen wird und andere Dikatoren auf der Welt ermutigt werden, dasselbe zu tun.

Ich dachte eigentlich, dass wir in Europa nach den fatalen Kriegen schon weiter wären. Dass man immer versucht aufeinander zu zugehen. Das sind für mich die "Europäischen Werte". Scheinbar überlassen wir der nachfolgenden Generation nicht nur große Umweltprobleme, sondern auch große politische Probleme.

HerrMan 21.05.2022 10:08

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1661705)
Scheinbar überlassen wir der nachfolgenden Generation nicht nur große Umweltprobleme, sondern auch große politische Probleme.

Ich bin vom Typ her komplett friedliebend, zumindest was solche Dinge wie Krieg anbetrifft. Auch mache ich seit Jahren mein Kreuz bei Parteien, die ich da ganz ähnlich einschätze. Dein 'wir' gilt für mich nicht.

qbz 21.05.2022 10:14

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1661699)
.....
Die USA haben diesen Lernprozess schon über den im Prinzip für sie "siegreichen" aber enorm teuren Irak- und Afghanistankrieg hinter sich. .......

Die grösste militärische Niederlage für die USA war sicher der Vietnamkrieg, der sie nicht von weiteren Kriegen sowie militärischen Interventionen weltweit als Hegemon abgehalten hat. Daran wird auch die Niederlage in Afghanistan nichts ändern oder das Chaos, das der Krieg im Irak oder Libyien hinterlassen hat.

Wegen des schlimmen verbrecherischen russischen Angriffskrieges auf die Ukraine sollte man jetzt die vergangenen USA-Kriege nicht rosa einfärben. Mal abgesehen vom verheerenden Vietnamkrieg, da hat später auch schon mal 1988 ein USA-Kriegsschiff einen Airbus abgeschossen oder Abhu Graib, Guantanamo usf.

Je schneller die Kriegsparteien den Krieg in der Ukraine beenden, desto weniger tot und Zerstörung. Ich sehe das wie keko.

Klugschnacker 21.05.2022 10:16

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1661699)
Der Schlüssel zur Beendigung dieses illegalen Angriffskrieges liegt ganz allein bei dem, von dem der Krieg ausgeht.

Ist das nicht zu einfach?

Verantwortung für eine Tat trägt vor allem der, der sie begeht. Da stimme ich Dir zu. Aber auch jene, die sie nicht verhindert haben. Und da sind wir mit in der Verantwortung, ob wir wollen oder nicht.

keko# 21.05.2022 10:58

Zitat:

Zitat von HerrMan (Beitrag 1661706)
Ich bin vom Typ her komplett friedliebend, zumindest was solche Dinge wie Krieg anbetrifft. Auch mache ich seit Jahren mein Kreuz bei Parteien, die ich da ganz ähnlich einschätze. Dein 'wir' gilt für mich nicht.

Wir entwickeln uns doch gerade zurück. Wir ziehen Mauer hoch, machen tiefe Gräben, rüsten massiv auf. Das ist doch kein Fortschritt. Das ist Rückschritt³.

Mal ganz egoistisch gedacht: was hast du als kleine, deutsche Wohlstandwurst denn davon? Wäre es für dich nicht besser, hätten wir eine faire Partnerschaft mit Russland, offene Grenzen, einen freien Handel? Sollte nicht das unser Ziel sein, für dass sich unsere Politiker Tag und Nacht einsetzen?

JENS-KLEVE 21.05.2022 16:07

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1661712)
Wir entwickeln uns doch gerade zurück. Wir ziehen Mauer hoch, machen tiefe Gräben, rüsten massiv auf. Das ist doch kein Fortschritt. Das ist Rückschritt³.

Mal ganz egoistisch gedacht: was hast du als kleine, deutsche Wohlstandwurst denn davon? Wäre es für dich nicht besser, hätten wir eine faire Partnerschaft mit Russland, offene Grenzen, einen freien Handel? Sollte nicht das unser Ziel sein, für dass sich unsere Politiker Tag und Nacht einsetzen?

Du hast völlig Recht, hoffentlich liest Putin mit! Raus aus der Ukraine! Freie Mecien, freie Meinungsäußerung! Offene Grenzen, gute Handelsbeziehungen. Ich bin auch dafür!

Trimichi 21.05.2022 17:23

Zitat:

Zitat von JENS-KLEVE (Beitrag 1661730)
Offene Grenzen, gute Handelsbeziehungen.

Aber nicht in die Disco! :Blumen: Danke für den Link von wegen eBiker. Leise, schwer und schnell, Deutschlands Panzer rollen wieder. :Huhu: ;)

Hafu 21.05.2022 18:39

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1661705)
Ich dachte eigentlich, dass wir in Europa nach den fatalen Kriegen schon weiter wären. Dass man immer versucht aufeinander zu zugehen. Das sind für mich die "Europäischen Werte"...

Das hast nicht nur du gedacht, sondern sehr viele in der SPD, so gut wie alle bei der Linken und einige auch in der Union.

Im Prinzip hat es sich schon 2014 mit der Krim-Anexion als kompletter Irglaube herausgestellt. Nur wollten es damals viele nicht wahrhaben, weil es sich im lebhaften Handel mit Russland und v.a. wegen des billigen Erdgases und der billigen Kohle so bequem lebte, dass man über Dinge wie Menschenrechte, Ermordung oppositionioneller Journalisten gerne hinwegsehen konnte.

Die meisten verantwortlichen Politiker, mal abgesehen von semi-dementen und putinhörigen Typen wie Schröder haben seit dem 24.2. ihren jahrelangen Fehlglauben mittlerweile eingesehen.
Es wird Zeit, dass du auch dich bemühst ein Stück dazu zu lernen und aus deiner Wohlfühlkuschelecke zu kommen.

Die "Europäischen Werte" gibt es und sie besitzen große Strahlkraft bis hin zur Ukraine und so ziemlich allen Ländern, die an die EU grenzen.
Alleine das russische Regime schert sich einen feuchten Kehricht darum, da Putin von einem neuen Zarenreich träumt und Europa einfach nur für schwach und zerstritten hält.

Putin ist einfach ein Problem (und zwar kein europäisches, sondern ein global relevantes), das man gemeinsam innerhalb der Weltgemeinschaft der Vernünftigen lösen muss. Der Ukraine-Krieg ist letztlich nur ein Symptom dafür, dass man Putin zu lange gewähren hat lassen.
Schon bei Putins Einsätzen in Syrien (und den dortigen Kriegsverbrechen zugunsten des Assad-Regimes) hätte der Westen nicht einfach wegsehen dürfen, genauso wenig wie bei der Krim-Anexion und hätte schon da viel entschiedenere Sanktion auf den Weg bringen müssen.

qbz 21.05.2022 19:03

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1661743)
......
Alleine das russische Regime schert sich einen feuchten Kehricht darum, da Putin von einem neuen Zarenreich träumt .....
....

Dass Putin und die jetzige russische Regierung wieder das alte Zarenreich herstellen wollen, überlegt einfach mal, welche Grenzen das damals in der grössten Dimension umfasst hat, gibt es keinen einzigen Beleg, und dadurch dass Hafu es Tausend Mal in diesem Forum ohne jede Belegquelle wiederholt, wird es nicht glaubwürdiger.

Mit Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder, Merkel als BundeskanzlerInn hätten wir heute keinen Ukrainekrieg, meine Überzeugung. Die Entspannungspolitik war nicht der Fehler, sie führte zur Wiedervereinigung, die Wiederaufnahme des kalten Krieges und das beharrliche Ignorieren der Sicherheitsinteressen Russlands hat hingegen zum Angriffskrieg beigetragen.

merz 21.05.2022 19:07

Was die Ukraine angeht: Putin hat im Sommer 2021 einen langen und konfusen Text veröffentlich mit der These, dass Russland und die Ukraine eigentlich eins seien.

Tja, Schwurbelei mit tödlichen Folgen.

Zum Nachlesen, wer mag: hier - http://en.kremlin.ru/events/president/news/66181

m.

qbz 21.05.2022 19:18

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1661749)
Was die Ukraine angeht: Putin hat im Sommer 2021 einen langen und konfusen Text veröffentlich mit der These, dass Russland und die Ukraine eigentlich eins seien.

Tja, Schwurbelei mit tödlichen Folgen.

Zum Nachlesen, wer mag: hier - http://en.kremlin.ru/events/president/news/66181

m.

Ich kenne den Text (und andere), es handelt sich um historische Ausführungen mit Kritik an der Souveränitätenpolitik der Bolschewiken (Lenins) und an den Folgen des Zusammenbruchs der UDSSR. Die heutige staatliche Souveränität der Ukraine wird darin nicht bestritten und das ist auch nie in den Verhandlungen und im Laufe des Krieges passiert. Erst recht gibt es keine Texte, wo Putin die Souveränität Polens oder der baltischen Länder oder der 1991 unbahängig gewordenen asiatischen Länder wie Kasachstan, Tadschikistan usf. rückgängig machen will. Null Belege. Alles Propagandagerede.

noam 21.05.2022 19:22

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1661746)

Mit Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder, Merkel als BundeskanzlerInn hätten wir heute keinen Ukrainekrieg, meine Überzeugung. Die Entspannungspolitik war nicht der Fehler, sie führte zur Wiedervereinigung, die Wiederaufnahme des kalten Krieges und das beharrliche Ignorieren der Sicherheitsinteressen Russlands hat hingegen zum Angriffskrieg beigetragen.

Wäre wäre Fahrradkette. Putin hat doch seinen Feldzug ausführlich begründet. Entnazifizierung, historischer Anspruch etc hat er doch wunderbar ausgeführt.

Russlands geopolitischen Status und auch seine Sicherheitsinteressen hat er sich gar nicht als Grund angeführt.

Und auch die von dir immer wieder kritisierte NATO Osterweiterung ist doch nur ein vorgeschobener Grund. Warum wollten denn die baltischen Staaten, Polen, Tschechien etc mit aller Gewalt in die NATO? Weil sie eben seit je her begründete Zweifel an der Redlichkeit Russlands hatten und dies auch immer wieder betonten bei unserer Politik durch die von dir genannten Staatslenker. Es haben doch mit Nichten die alten westlichen Staaten unseren Umgang mit Russland kritisch betrachtet und gemahnt und gewarnt. Es waren doch eben gerade die die viele Jahren im Rahmen der UDSSR unter dem Joch Moskaus gelitten haben.

Man könnte auch anders argumentieren. Hätten wir nach den 2+4 Verträgen klare kannte gezeigt im Umgang mit Russland und statt Wandel durch Handel, Handel nach Wandel betrieben, hätten wir zum einen keine staatsgefährdende Abhängigkeit entwickelt und zum Anderen vielleicht eine politische Entwicklung der Teilhabe in der russischen Bevölkerung initiiert die so eine Staatsführung wie jetzt gar nicht zugelassen hätte.


Mir wäre es mehr als recht wenn jegliche Art von staatlicher Gewalt obsolet wäre. Die Realität lehrt uns aber jeden Tag dass der Mensch dazu wohl nicht in der Lage ist

qbz 21.05.2022 19:30

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1661751)
...
Russlands geopolitischen Status und auch seine Sicherheitsinteressen hat er sich gar nicht als Grund angeführt.
...

Noam, lies bitte die Erklärung von Putin einen Tag vor Kriegsbeginn. Dann würdest Du das nicht mehr behaupten, wofür es Null Belege gibt ausser Propaganda-Fehlinformationen. Danke.

Einleitend im ersten (!) Absatz steht:
Zitat:

Heute halte ich es erneut für notwendig, auf die tragischen Ereignisse im Donbass und die zentralen Fragen der Gewährleistung der eigenen Sicherheit Russlands zurückzukommen.

Ich möchte mit dem beginnen, was ich in meiner Rede vom 21. Februar dieses Jahres gesagt habe. Es geht darum, was uns besonders beunruhigt und besorgt, um diese fundamentalen Bedrohungen, die Jahr für Jahr, Schritt für Schritt grob und ungeniert von unverantwortlichen Politikern im Westen gegen unser Land gerichtet werden. Ich meine damit die Ausdehnung des Nato-Blocks nach Osten, die Annäherung seiner militärischen Infrastruktur an die Grenze Russlands. .....
Das wird mehrfach in der Rede wiederholt.

https://www.zeit.de/politik/ausland/...raine-wortlaut

noam 21.05.2022 19:46

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1661752)
Noam, lies bitte die Erklärung von Putin einen Tag vor Kriegsbeginn. Dann würdest Du das nicht mehr behaupten, wofür es Null Belege gibt ausser Propaganda-Fehlinformationen. Danke.

Einleitend im ersten (!) Absatz steht:


Das wird mehrfach in der Rede wiederholt.

https://www.zeit.de/politik/ausland/...raine-wortlaut

Die Gewährleistung der eigenen Sicherheit Russlands …. Ja richtig. Und um die Sicherheit Russlands zu erhöhen, beginnt man einen Krieg, der dazu führt, dass die Sixherheit Russlands tatsächlich am seidenen Faden hängt. Man provoziert dabei noch in dem man schwedischen, deutschen und anderen Luftraum verletzt. Stimmt dass erhöht alles die Sicherheit Russlands.

Wenn ich der Schulhofschläger bin und immer wieder mit den Fäusten Trommel und du dadurch berechtigte Zweifel hast, ob ich dir nicht doch mal welche an den Ballon haue, dann suchst du dir halt starke Freunde die im Zweifel für dich einstehen.

Dadurch ist die Sicherheit des schlägers ja nicht auch nur annähernd angekratzt, sondern kommt erst zum Tragen, wenn der Schläger meint jemanden aus dem Kreis angreifen zu müssen.


Und wenn man dieser Argumentation folgend das Spiel weiter spielt kommt man irgendwann zu dem Punkt an dem man feststellt dass dann Russland wohl schon immer mit dem Gedanken gespielt hat einen seiner Nachbarstaaten anzugreifen

qbz 21.05.2022 20:00

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1661756)
Die Gewährleistung der eigenen Sicherheit Russlands …. Ja richtig. Und um die Sicherheit Russlands zu erhöhen, beginnt man einen Krieg, der dazu führt, dass die Sixherheit Russlands tatsächlich am seidenen Faden hängt. Man provoziert dabei noch in dem man schwedischen, deutschen und anderen Luftraum verletzt. Stimmt dass erhöht alles die Sicherheit Russlands.
....

Ob Russland aus ihrer Sicht richtig kalkuliert hat oder nicht, weiss ich nicht, genauso wenig wie Du.

Das ändert alles nichts an ihren geäusserten Kriegsgründen, die man ganz banal ernst nehmen muss und nicht wie Du und Hafu beharrlich ignorieren oder gar leugnen. Auf dem Weg des Ignorierens der Gründe einer Konfliktpartei kommt man nie zu einem Übereinkommen zwischen Konfliktparteien wie ich aus vielen Mediationsverhandlungen weiss.

LidlRacer 21.05.2022 21:45

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1661758)
Auf dem Weg des Ignorierens der Gründe einer Konfliktpartei kommt man nie zu einem Übereinkommen zwischen Konfliktparteien wie ich aus vielen Mediationsverhandlungen weiss.

Machst du auch Mediationen mit pathologischen Lügnern wie Trump und Putin?

qbz 21.05.2022 22:05

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1661764)
Machst du auch Mediationen mit pathologischen Lügnern wie Trump und Putin?

Das stört mich nicht. Trump und Putin müssen den Deal schliessen, nicht ich. :Lachen2:

tandem65 21.05.2022 22:14

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1661768)
Das stört mich nicht. Trump und Putin müssen den Deal schliessen, nicht ich. :Lachen2:

Du rechnest noch damit daß Putin den Krieg durchzieht bis Trump wieder im Amt ist?

qbz 21.05.2022 22:19

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1661769)
Du rechnest noch damit daß Putin den Krieg durchzieht bis Trump wieder im Amt ist?

Frag Lidlracer, er brachte Trump ins Spielfeld.

keko# 21.05.2022 23:17

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1661743)
...
Es wird Zeit, dass du auch dich bemühst ein Stück dazu zu lernen und aus deiner Wohlfühlkuschelecke zu kommen....

Naja, ich habe doch im Laufe der Zeit schon auf viele Gefahren hingewiesen. Als da wären:

- Eskalation des Krieges
- Atomkriegsgefahr
- mit jedem Tag Krieg wird das Leid in der Ukraine größer und ebenso die Anzahl der Toten
- geopolitische Interessen der USA
- Hinwendung Russlands zu China
- neue "Mauer" und Abschottung Europas Richtung Osten
- Risiko für Deutschland bei Gas-Embargo
- wirtschaftliche Kosten des Krieges
- Rezessionsgefahr weltweilt
- Hunger durch Wegfall der Ernte
- Umweltzerstörung und Engergieverbrauch durch Militär.

Es mag sein, dass ich mich in den Punkten hier und da irre. Aber ausgehend von diesen Gefahren hoffe ich eine schnelle diplomatische Lösung. Auf ein ensprechendes schnelles Handeln der Aktuere. Diese Hoffnung beruht also nicht darauf, dass ich die Zeichen der Zeit nicht erkannt habe, sondern dass ich sie bereits sehr ernst nehme.

Wer also letztendlich in einer "Wohlfühlkuschelecke" ist, ist aus meiner Sicht aktuell noch völlig offen.

dr_big 21.05.2022 23:37

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1661778)
Naja, ich habe doch im Laufe der Zeit schon auf viele Gefahren hingewiesen. ....

Die Gefahren auf die du hinweist gehen ja alle von Putin aus. Jetzt möchtest du dich aber nicht mit ihm anlegen, sondern hoffst, dass er sich mit Blumen und Kaviar besänftigen lässt. Diese Strategie ist nachweislich schon mehrfach gescheitert, aber du möchtest es immer wieder versuchen. Vielleicht so lange, bis Russland mit Panzern an der deutschen Grenze steht. Kann man machen, gibt aber auch andere Wege mit diesen Gefahren umzugehen.

keko# 21.05.2022 23:44

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1661780)
Die Gefahren auf die du hinweist gehen ja alle von Putin aus. Jetzt möchtest du dich aber nicht mit ihm anlegen, sondern hoffst, dass er sich mit Blumen und Kaviar besänftigen lässt. Diese Strategie ist nachweislich schon mehrfach gescheitert, aber du möchtest es immer wieder versuchen. Vielleicht so lange, bis Russland mit Panzern an der deutschen Grenze steht. Kann man machen, gibt aber auch andere Wege mit diesen Gefahren umzugehen.

Naja, ich habe schon gefühlt 100x gesagt, dass man Putin die Stirn zeigen muss. Das war mit die erste Aussage, die ich hierzu am Anfang des Krieges machte.
Was ich vermisse ist das gleichzeitige Engagement auf politischer und diplomatischer Ebene.
Aber die Strategie ist ja längst klar. Jedes Posting eigentlich überflüssig.
Ich hoffe die Entscheider wissen, was sie tun.

trithos 21.05.2022 23:44

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1661758)
... Das ändert alles nichts an ihren geäusserten Kriegsgründen, die man ganz banal ernst nehmen muss und nicht wie Du und Hafu beharrlich ignorieren oder gar leugnen. Auf dem Weg des Ignorierens der Gründe einer Konfliktpartei kommt man nie zu einem Übereinkommen zwischen Konfliktparteien wie ich aus vielen Mediationsverhandlungen weiss.

Dann weißt Du aber sicher auch, dass die Medianden zunächst einmal ihre Beweggründe selbst erkennen und ehrlich kommunizieren müssen, damit Mediation sinnvoll ist. Angesichts der hier ohnehin schon oft zitierten Hinweise darauf, dass Russland eine Strategie des Tarnens und Täuschens verfolgt, frage ich mich, wie da eine Mediation funktionieren sollte?

Über tatsächliche "Gründe einer Konfliktpartei" kann man natürlich reden und verhandeln. Was aber soll man tun, wenn eine Konfliktpartei irgendwelche Gründe vorschiebt? Wenn also der dringende Verdacht besteht, dass die "geäußerten Kriegsgründe" gar nicht die wirklichen sind? Muss ich dann tatsächlich so tun, als wären die geäußerten Kriegsgründe die tatsächlichen?

Natürlich erwarte ich hier den Einwand, dass ich gar nicht wissen könne, was die tatsächlichen Gründe Russlands sind. Einverstanden. Aber Du auch nicht! Und wie schon oben geschrieben, halte ich wegen der zahlreichen Hinweise auf eine russische "Lügenstrategie" Verhandlungen im Sinne einer echten Konfliktlösung für von vornherein zum Scheitern verurteilt.

qbz 22.05.2022 07:53

Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1661784)
Dann weißt Du aber sicher auch, dass die Medianden zunächst einmal ihre Beweggründe selbst erkennen und ehrlich kommunizieren müssen, damit Mediation sinnvoll ist. Angesichts der hier ohnehin schon oft zitierten Hinweise darauf, dass Russland eine Strategie des Tarnens und Täuschens verfolgt, frage ich mich, wie da eine Mediation funktionieren sollte?

Über tatsächliche "Gründe einer Konfliktpartei" kann man natürlich reden und verhandeln. Was aber soll man tun, wenn eine Konfliktpartei irgendwelche Gründe vorschiebt? Wenn also der dringende Verdacht besteht, dass die "geäußerten Kriegsgründe" gar nicht die wirklichen sind? Muss ich dann tatsächlich so tun, als wären die geäußerten Kriegsgründe die tatsächlichen?

Natürlich erwarte ich hier den Einwand, dass ich gar nicht wissen könne, was die tatsächlichen Gründe Russlands sind. Einverstanden. Aber Du auch nicht! Und wie schon oben geschrieben, halte ich wegen der zahlreichen Hinweise auf eine russische "Lügenstrategie" Verhandlungen im Sinne einer echten Konfliktlösung für von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Ich weiss, Vergleiche hinken :). Die allgemeine Kommunikationsstruktur lässt sich nur an Bekanntem leichter verdeutlichen:

Nimm zwei Eltern, die über das Sorgerecht dreier Kinder heftigst streiten. A ist überzeugt, B möchte nur das Sorgerecht, weil B keinen Unterhalt bezahlen wolle, B ist überzeugt, A wolle das Sorgerecht, um B die Kinder zu nehmen, sie zu entfremden aus Rache für einen "Seitensprung". Beide akzeptieren nicht die Gründe, welche A und B selber vortragen, sondern nur die eigenen Annahmen als "Wahrheit".

1. Das Gericht kann jetzt einen Gutachter beauftragen, der mithilfe diverser Methoden versucht, die beste Lösung für die Kinder zu empfehlen und die Motive der Eltern zu beurteilen, und dann eine richterliche Entscheidung zu treffen, wo A oder B das Sorgerecht bekommt. Es gewinnt der eine, der andere verliert das Sorgerecht in oberster Instanz nach Jahren.

2. Das Gericht schlägt Vermittlungsgespräche vor. In der Mediation "verhandelt" man anhand der jeweils von A und B angegebenen Gründe, Absichten für das Sorgerecht (nicht über die jeweils vom Partner projizierten bzw. als "echt" angenommenen, welche meist verletzend wirken und die von einem Mediator nicht bewertet werden) sowie die Voraussetzungen, Bedingungen usf. für pragmatische Lösungen mit dem Ziel, eine Einigung auf Kompromissbasis zu erzielen. Evtl. bedarf es bei der Umsetzung nach der Vereinbarung weiterer neutraler Unterstützung bei Konflikten, bis sich die Vereinbarungen eingespielt haben oder die Kinder älter geworden sind und selber mitentscheiden. Natürlich lässt sich auch darüber verhandeln, was es überhaupt braucht, um eine hohere Akzeptanz der vorgetragenen Gründe wechselseitig zu erreichen.

3. Hochstrittige Konfliktverhandlungen scheitern tendentiell, solange einer oder beide die Absichten / Gründe / Interessen des anderen definieren. Damit will man Macht über den anderen gewinnen sowie viele Verbündete aus dem Bekanntenkreis überzeugen. Es dient mehr der Rationalisierung des eigenen Verhaltens mit Schlussfolgerungen wie "Kompromisse / Verhandlungen sind mit A / B sinnlos", "es braucht einen besseren Anwalt, bessere Gutachterin, Richterin X / Z" usf.. Der Steit wird mit allen verfügbaren "Waffen" ausgetragen, um zu gewinnen.

Solange der Krieg andauert, hören wir von beiden Kriegsseiten nur Betrugsvorwürfe nach Option 3. Sollten Verhandlungen irgendwann erfolgreich stattfinden, werden die ehemaligen Kriegsparteien automatisch nach Option 2 verhandeln, während Option 1 wegen der Blockade des UNO- Sicherheitsrates wegfällt. Im Ukrainekrieg ginge es darum, dass die Kriegsparteien von 3 nach 2 kommen und erst recht die neutrale, mediale Öffentlichkeit.


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