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Klugschnacker 17.12.2017 22:10

Danke, Lidl, für die Informationen! :Blumen:

Hafu 18.12.2017 07:20

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1349355)
Dieser Sunday Times Artikel liefert einige interessante Hintergrundinfos:
...

Das mit den ergänzenden Infos, die in dem Text zu finden sind, ist sicher richtig. Insbesondere von dem aggressiven FB-Post mit unverblümter Doping-Anschuldigung an Froome von der Ehefrau von Wiggins wusste ich vorher noch nichts und man kann daraus ableiten, wie vermutlich im Hause Wiggins intern über die Leistungen von Froome gedacht wird und jemand wie Bradley Wiggins hat mit Sicherheit auch heute noch viel mehr Infos über die internen Vorgänge bei Team Sky als jeder von uns.

Andererseits geht der Text von Walsh mit unbegründeter Sicherheit strikt davon aus, dass die massiv erhöhten Werte bei Froome alleine durch Inhalation zustande gekommen sind und durch eine echte Verschlimmerung der Asthma-Problematik bei der Vuelte begründet ist. Damit macht sich der Text im ersten Drittel komplett die Verteidigungs-Argumentation von Froome distanzlos und unkritisch zu eigen.

Das widerspricht jeder Lebenserfahrung im Profiradsport, gerade bei einem Journalisten wie David Walsh, der seinerzeit Großes im Kampf gegen Armstrong geleistet hat.

Weiter hinten im Text kommt dann noch die Info, dass die üblichen Salbutamol-Level bei Froome bei 19 frühereren Urin-Tests meist unter 100 ng/ml lagen, bei der besagten Vuelta-Kontrolle also nicht nur der Grenzwert um das Doppelte überschritten wurde, sondern sogar gegenüber den inviduellen Urinwerten bei Froome bei "normalen" Salbutamol-Gebrauch eine fast 20-fache Erhöhung vorlag.

Dies passt auch zu dem, was ich schon vor ein paar Tagen geschrieben habe, dass derartige Grenzwerte stets sehr hoch angesetzt werden, um das Risiko "falsch-positiver" Befunde, dass also jemand Unschuldiges zu Unrecht verdächtigt wird, so gering wie möglich ist.

Irgendwie hat man nach dem Studium des Walsh-Textes also das starke Gefühl, dass Walsh eindeutig Sympathie für Froome und Antipathie für Team-Manager Brailsford hegt und sowas tut einem Text über eine derart komplexe Thematik absolut nicht gut.

Freeclimber83 18.12.2017 08:33

Seit diesem Interview (18:30) hat David Walsh für mich jede Glaubwürdigkeit bzgl. Chris Froome verloren.
Ich hoffe trotzdem, dass ihm bei der Beurteilung der massiv erhöhten Werte nicht seine Sympathie zu Chris Froome im Weg stand, sondern er als nicht-Mediziner nur die Werte nicht so gut einschätzen kann, wie mancher hier im Forum, der/die einen medizinischen Hintergrund hat.

Helmut S 18.12.2017 09:10

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1349356)
Der Athlet ist nur ein Rädchen am Ende der Verwertungskette.

Uneingeschränkt: Ja. Das befreit ihn aber nicht von Verantwortung und im Falle des Falles auch nicht von Schuld. :Blumen:

LG H.

captain hook 18.12.2017 09:26

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1349356)

Der Athlet ist nur ein Rädchen am Ende der Verwertungskette.

Ja, aber welche Rolle spielt das am Ende bei einem Fahrer wie Froome? Bei rd. 5 Mio € Jahreseinkommen ist er einer der großen Nutznießer dieses Systems. Bei einem Helfer, der mit einem Bruchteil davon nachhause geht und am Ende für wenig Kohle das maximale Risiko trägt und fallengelassen wird wie ne heiße Kartoffel wenn was schief geht, könnte ich Deiner Argumentation folgen.

captain hook 18.12.2017 09:32

Ich gebe übrgens zu, dass ich hier ein mentales Problem habe:

Das System um Sky hat sich in der Vergangenheit dermaßen in Widersprüche und Auffälligkeiten und politisches Manövrieren verstrickt, dass ich selbst bei einem Nachweis des Zustandekommens der Werte maximal annehmen könnte, dass man auch dabei getrickst hat.

Das ist im höchsten Maße unkorrekt!

Aber Sky hat auch wirklich alles getan um diesen Status zu erreichen. Deshalb hält sich mein Mitleid trotz der mir bewussten Unkorrektheit in Grenzen.

JensR 18.12.2017 12:22

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1349374)
Irgendwie hat man nach dem Studium des Walsh-Textes also das starke Gefühl, dass Walsh eindeutig Sympathie für Froome und Antipathie für Team-Manager Brailsford hegt und sowas tut einem Text über eine derart komplexe Thematik absolut nicht gut.

Jo, ich halte es da eher mit dem Breuer, der im verlinkten Deutschlandfunk-Interview eindeutig gesagt hat:

- wer so hohe Mengen von dem Zeug davon im Urin hat und wirklich krank ist, ist
a) falsch therapiert
b) nach seiner Erfahrungen zu keinen sportlichen Höchstleistungen fähig
- oder er ist nicht krank und hat dies aus anderen Motivationsgründen in der hohen Dosierung im Blut

Mit dem Inhalationen um beim Interview nicht husten zu müssen, werden schon Märchen gestreut, die wieder auf die Mitleidsmasche (oh der arme Froomie) zielen und wahrscheinlich zur Verteidigungsstrategie zählen.

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1349390)
Ja, aber welche Rolle spielt das am Ende bei einem Fahrer wie Froome? Bei rd. 5 Mio € Jahreseinkommen ist er einer der großen Nutznießer dieses Systems. Bei einem Helfer, der mit einem Bruchteil davon nachhause geht und am Ende für wenig Kohle das maximale Risiko trägt und fallengelassen wird wie ne heiße Kartoffel wenn was schief geht, könnte ich Deiner Argumentation folgen.

+1
mal sehen wie es ausgeht, wenn er wirklich gesperrt werden sollte. Dann könnte da schnell nicht mehr viel übrig bleiben von den paar Jahren an der Spitze. Brailsford wird da nicht auf Biegen und Brechen hinter ihm stehen. Nach aussem hat ja Sky immer noch die Zero Tolerance-Politik.. Brailsford hat es immerhin den "Sir" eingebracht

Gozzy 18.12.2017 12:59

Ich denke auch, dass CF nicht gesperrt werden wird. Das wird ihm dann als Makel immer anhaften. Vielleicht endet er ähnlich wie LA, vielleicht auch nicht. Der Radsport hat hier, meiner Meinung nach, seine Chance sich zu beweisen, verwirkt. Selbst wenn CF gesperrt wird bleibt der fade Beigeschmack, dass versucht worden ist die Sache zu vertuschen.

Hat jemand eine Idee warum Tony Martin so zurück gerudert ist?


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