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Adept
05.01.2026, 12:05
Du meinst mündige Bürger? Du meinst eine Rechtssprechung, eine funktionierende Verwaltung, eine funktionierende Bürokratie?

Was glaubst du, wäre das im Interesse der USA?

Ich glaube nicht. Die ideologischen Regime Changes, um unsere Demokratie in einem Land zu implementieren, die dafür (noch) nicht bereit waren, sind ja vorwiegend krachend gescheitert.

Mal sehen, wie das in Venezuela von statten gehen wird. Vielleicht kommt ja aus allgemeinem Wohlstand automatisch der Regime Change.

Klugschnacker
05.01.2026, 12:06
Irgendwas machen die Amis richtig effektiv. Ohne Krieg und viele Tote die Steuerung eines ganzen Landes zu übernehmen.

Das sehe ich anders.

Effektiv wäre aus meiner Sicht, Öl einfach zu kaufen, sofern man Öl braucht. Darum machen wir das alle genau so. Du überfällst ja auch nicht Deinen Metzger, wenn Du ein Schnitzel brauchst.

Die USA benötigen wie jede moderne Gesellschaft unheimlich viele verschiedene Rohstoffe und Vorprodukte aus anderen Ländern. Wollen die USA alle diese Länder überfallen?

Das Öl aus Venezuela wird teuer sein, nicht billig.

Adept
05.01.2026, 12:09
Das sehe ich anders.

Effektiv wäre aus meiner Sicht, Öl einfach zu kaufen, sofern man Öl braucht. Darum machen wir das alle genau so. Du überfällst ja auch nicht Deinen Metzger, wenn Du ein Schnitzel brauchst.

...

Doch, mache ich immer so. :Gruebeln:

Im Ernst: Ja, da ist was dran. :Blumen:

keko#
05.01.2026, 12:15
Ich glaube nicht. Die ideologischen Regime Changes, um unsere Demokratie in einem Land zu implementieren, die dafür (noch) nicht bereit waren, sind ja vorwiegend krachend gescheitert....

Soweit ich informiert bin, waren die Regime Changes, an denen die USA in den vergangenen Jahrzehnten beteiligt waren, durchweg sehr erfolgreich. Ansonsten würde man das anders machen.

Es ist eine Frage der Sichtweise. Betroffene Länder sehen das halt anders ;-)

keko#
05.01.2026, 12:17
...

Die USA benötigen wie jede moderne Gesellschaft unheimlich viele verschiedene Rohstoffe und Vorprodukte aus anderen Ländern. Wollen die USA alle diese Länder überfallen?

...

Wenn ich mir die Liste anschaue, die Trump vorliest, erscheint das nicht abwegig.

qbz
05.01.2026, 12:27
Soweit ich informiert bin, waren die Regime Changes, an denen die USA in den vergangenen Jahrzehnten beteiligt waren, durchweg sehr erfolgreich. Ansonsten würde man das anders machen.

Es ist eine Frage der Sichtweise. Betroffene Länder sehen das halt anders ;-)

z.B Irak, mehr als 100 000 Zivilisten, Gründung des IS infolge des Krieges usf.

Die USA kontrollieren noch die Ölfelder im syrisch-irakischen Grenzgebiet.

Niemand sieht das "erfolgreichen" Krieg.

Ähnliches gilt für Afghanistan. Um nur mal die 2 grössten Angriffskriege zu nennen.

TriVet
05.01.2026, 12:28
Welche Regime changes seht ihr als
„Krachend gescheitert“ und welche als „sehr erfolgreich“?!

MattF
05.01.2026, 12:35
Welche Regime changes seht ihr als
„Krachend gescheitert“ und welche als „sehr erfolgreich“?!

der letzte erfolgreiche war Deutschland. 1945

keko#
05.01.2026, 12:40
z.B Irak, mehr als 100 000 Zivilisten, Gründung des IS infolge des Krieges usf.

Die USA kontrollieren noch die Ölfelder im syrisch-irakischen Grenzgebiet.

Niemand sieht das "erfolgreichen" Krieg.

Ähnliches gilt für Afghanistan. Um nur mal die 2 grössten Angriffskriege zu nennen.

Die Amerikaner können irgendwie nicht anders. Das ist deren Denkweise.

Es kann aber durchaus sein, dass das, was wir in Venezuela sehen, als der Run auf alles Öl, letztendlich das Ende der amerikanischen Vormachtstellung einläutet.
Europa hält sich dezent zurück mit Kritik. Diese kommt aus dem Süden, aus China und Russland.

keko#
05.01.2026, 12:43
der letzte erfolgreiche war Deutschland. 1945

Wobei das auf eine Bevölkerung fiel, die auf Befreiung wartete und vormals bereits entsprechende demokratische Strukturen schon hatte.

qbz
05.01.2026, 12:51
Welche Regime changes seht ihr als
„Krachend gescheitert“ und welche als „sehr erfolgreich“?!

Nach 1990:
Gescheitert (Desolate Folgen für das Land und die Region): Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia.
Erfolgreich: Sturz Milosevic, Abtrennung Kosovo von Serbien.
Bisher gescheitert, trotz aller Bemühungen: Iran, Kuba, Kaukasus (Tschetschenien / Dagestan (Öl / Gas im kaspischen Meer))
Starke politisch-militärische Einflussnahme: Maidan-Putsch, Ukraine, Syrien ab 2014 (mit Bodentruppen bei den Ölfeldern), Assad-Sturz
Haiti, 1994, Aristide (keko weiss da mehr ;-) , am Ende gescheitert.

TriVet
05.01.2026, 13:04
Was mich am meisten ärgert, dass offensichtlich niemand die Eier hat, diesen orangenen Hitler auszubremsen.
Und die arschkriecher der Union warnen jetzt auch noch, dass man dieses arschloch nicht verärgern dürfe!
Wenn die wüssten, was ich am liebsten mit dem machen würde…:dresche

TriVet
05.01.2026, 13:07
Wobei das auf eine Bevölkerung fiel, die auf Befreiung wartete und vormals bereits entsprechende demokratische Strukturen schon hatte.

Sicher?!
In meiner Einschätzung der menschlichen Natur und Psyche wollten die vor allem Frieden und was zu futtern.
Ob das jetzt der König von Timbuktu oder plebs bewerkstelligt, war sehr wahrscheinlich mehr als zweitrangig.

keko#
05.01.2026, 13:11
Sicher?!
In meiner Einschätzung der menschlichen Natur und Psyche wollten die vor allem Frieden und was zu futtern.
Ob das jetzt der König von Timbuktu oder plebs bewerkstelligt, war sehr wahrscheinlich mehr als zweitrangig.

Na ja, zumindest gab es vor dem Krieg schon demokratische Strukturen und eine funktionierende Wirtschaft.

Dass es einige gab, die in sinnfreiem Gehorsam für den Führer oder sonst was kämpften, als der Krieg längst verloren war, wissen wir.

keko#
05.01.2026, 13:14
....
Und die arschkriecher der Union warnen jetzt auch noch, dass man dieses arschloch nicht verärgern dürfe!
...

Ja, da sind lehrreiche Auftritte dabei. :-((

Adept
05.01.2026, 13:47
der letzte erfolgreiche war Deutschland. 1945

Dass dieser Regime Change langfristig gut geklappt hat, lag bestimmt auch am Wirtschaftsaufschwung in DE.

Wie qbz geschrieben hat, viele der letzten Changes haben überhaupt nicht geklappt, weil von außen erzwungen und den Leuten ging es nicht besser.

TriBlade
05.01.2026, 14:33
der letzte erfolgreiche war Deutschland. 1945

Das sehe ich auch so. Frage mich aber immer, hat dieser Wandel nur funktioniert, weil die Alliierten das ganze Land in Schutt und Asche gelegt haben? Ich persönlich befürchte, nur mit dieser drastischen Maßnahme war es möglich relativ nachhaltig die Bevölkerung zu überzeugen, dass das bisherige System nicht funktioniert hat. Mit anderen Worten, sie haben uns (zumindest für eine gewisse Zeit) den Faschismus aus den Hirnen gebombt. Langsam scheinen die Schrecken des 2. WK zu verblassen und die hässliche Fratze des Faschismus wird auch in Deutschland wieder sichtbar.
Bedeutet aber leider auch, ein wirklicher Systemwechsel funktioniert von außen vermutlich nur mit richtig viel Gewalt. Will man das?

keko#
05.01.2026, 14:55
Das sehe ich auch so. Frage mich aber immer, hat dieser Wandel nur funktioniert, weil die Alliierten das ganze Land in Schutt und Asche gelegt haben? Ich persönlich befürchte, nur mit dieser drastischen Maßnahme war es möglich relativ nachhaltig die Bevölkerung zu überzeugen, dass das bisherige System nicht funktioniert hat. Mit anderen Worten, sie haben uns (zumindest für eine gewisse Zeit) den Faschismus aus den Hirnen gebombt. Langsam scheinen die Schrecken des 2. WK zu verblassen und die hässliche Fratze des Faschismus wird auch in Deutschland wieder sichtbar.
Bedeutet aber leider auch, ein wirklicher Systemwechsel funktioniert von außen vermutlich nur mit richtig viel Gewalt. Will man das?

DE war vorher ein Land von Einstein, Heisenberg u.a., von hochrangigen Wissenschaftler, Künstlern und Intellektuellen. Was die Alliierten und auch Russland veranstalten war eher eine Regime Re-Change.

Schwarzfahrer
05.01.2026, 14:57
Das sehe ich auch so. Frage mich aber immer, hat dieser Wandel nur funktioniert, weil die Alliierten das ganze Land in Schutt und Asche gelegt haben?Das ist nur ein Teil. Der andere, wesentliche Teil war, daß sie danach blieben, und das Land mitgestaltet bzw. die Bevölkerung mit (um)erzogen haben, und darauf achteten, wer im Land das Sagen hat. Im Westen hat es zu einer erfolgreichen Wirtschaft und Demokratie geführt, im Osten zu einer erneuten Diktatur, wenn auch anderer Färbung.

Das mit "Faschismus aus den Hirnen bomben" klingt nett - funktioniert aber m.M.n. genauso wenig, wie Israel den antisemitischen Vernichtungswillen der Hamas in Gaza nicht durch den Krieg ändert. Man kann solche Gedankenwelten nur einhegen, mit harter Hand unterdrücken und ggf. durch Umfokussierung auf den eigenen Wohlstand und Vorankommen in den Hintergrund rücken.

Langsam scheinen die Schrecken des 2. WK zu verblassen und die hässliche Fratze des Faschismus wird auch in Deutschland wieder sichtbar.Ebenso, wie die häßliche menschenverachtende Fratze des Kommunismus und Antikapitalismus wieder sichtbar wird, gerade zur Zeit z.B. in Berlin.
Bedeutet aber leider auch, ein wirklicher Systemwechsel funktioniert von außen vermutlich nur mit richtig viel Gewalt. Will man das?Gewalt ist nötig, um Gewalt einzuheben - aber kein ausreichendes Kriterium. Für einen erfolgreichen Systemwechsel braucht man einen Kulturwandel, was deutlich schwieriger ist, und nur möglich, wenn man es schafft, das Denken vieler Menschen zu ändern (außer das Denken war vorher schon richtig, aber durch den Staat und mit Gewalt unterdrückt, wie es in vielen Diktaturen der Fall ist).

Genussläufer
05.01.2026, 15:00
Geniale Parodie:

https://x.com/PapiTrumpo/status/2007927104713933060

Adept
05.01.2026, 15:05
Geniale Parodie:

https://x.com/PapiTrumpo/status/2007927104713933060

:Lachen2:

AI rules! :cool:

Klugschnacker
05.01.2026, 15:18
Ebenso, wie die häßliche menschenverachtende Fratze des Kommunismus und Antikapitalismus wieder sichtbar wird, gerade zur Zeit z.B. in Berlin.

Weder der Kommunismus noch der "Antikapitalismus" rufen dazu auf, Stromleitungen durchzuschneiden.

Wir diskutieren hier über ein sehr kapitalistisches Land, das ein anderes Land überfallen und dessen Präsidenten entführt hat. Wir sind aus meiner Sicht näher am Thema, wenn wir über die "häßliche menschenverachtende Fratze" des Kapitalismus sprechen. Es geht bei dieser Entführung nicht um eine anzustrebende gesellschaftliche Utopie, sondern um finanzielle Interessen, die mit Gewalt durchgesetzt werden.

keko#
05.01.2026, 15:30
....
Ebenso, wie die häßliche menschenverachtende Fratze des Kommunismus und Antikapitalismus wieder sichtbar wird, gerade zur Zeit z.B. in Berlin.
Gewalt ist nötig, um Gewalt einzuheben - aber kein ausreichendes Kriterium. Für einen erfolgreichen Systemwechsel braucht man einen Kulturwandel, was deutlich schwieriger ist, und nur möglich, wenn man es schafft, das Denken vieler Menschen zu ändern (außer das Denken war vorher schon richtig, aber durch den Staat und mit Gewalt unterdrückt, wie es in vielen Diktaturen der Fall ist).

In diesem aktuellen Fall, was also die Trump-Administration veranstaltet, wäre ich schon mal zufrieden, wenn unser BK klar benennt, was es ist. In einem weiteren Schritt könnten das geschlossen die EU-Oberen tun. Stattdessen treten sie halbgar auf, das wird Trump gefallen, wenn nicht gar ermutigen.

Schwarzfahrer
05.01.2026, 15:40
Weder der Kommunismus noch der "Antikapitalismus" rufen dazu auf, Stromleitungen durchzuschneiden. Doch, solche Anschläge wenden sich sehr wohl gegen das System "Kapitalismus"; im aktuellen Bekennerschreiben steht was von Kampf gegen die "imperiale Lebensweise", was für mich ganz nahe am kommunistischen Kampf gegen den Imperialismus ist.
Wir diskutieren hier über ein sehr kapitalistisches Land, das ein anderes Land überfallen und dessen Präsidenten entführt hat. Wir sind aus meiner Sicht näher am Thema, wenn wir über die "häßliche menschenverachtende Fratze" des Kapitalismus sprechen. Der Angriff hat nichts mit einer unterstellten (und m.M.n. falsch unterstellten) "häßlichen Fratze des Kapitalismus" zu tun, sondern mit Macht. Die USA tut dies aus reinem Eigeninteresse und weil sie es kann, nicht um den Kapitalismus oder sonst eine Ideologie durchzusetzen. Sieht man auch daran, daß erst mal Maduros Vize weiter regieren kann. Das ist ein großer Unterschied zu den Illusionen im Irak-Krieg, dort die Demokratie voranzubringen. Soll natürlich nicht heißen, daß es eher gerechtfertigt oder richtig ist, nur ehrlicher, wie keko es schrieb.
Es geht bei dieser Entführung nicht um eine anzustrebende gesellschaftliche Utopie, sondern um finanzielle Interessen, die mit Gewalt durchgesetzt werden.Richtig, da stimme ich zu, finanzielle und politische Interessen. Ich bin auch sicher, daß z.B. die Drogen-Argumentation kaum zu beweisen sein wird, sondern die über die Jahre immer extremer antiamerikanische Politik von Chavez und Maduro den eigentlichen Grund darstellen (https://de.wikipedia.org/wiki/Beziehungen_zwischen_Venezuela_und_den_Vereinigten _Staaten#:~:text=Die%20Spannungen%20mit%20den%20US A,venezolanischen%20Staatspr%C3%A4sidenten%20Nicol %C3%A1s%20Maduro%20aus.), obwohl davor lange Jahre beste Harmonie herrschte. Die USA möchte keinen so verbissenen Feind im Hinterhof haben, wenn sie sich zunehmend um China kümmern müssen. Kuba reicht ihnen schon.

welfe
05.01.2026, 15:43
Weder der Kommunismus noch der "Antikapitalismus" rufen dazu auf, Stromleitungen durchzuschneiden.

Wir diskutieren hier über ein sehr kapitalistisches Land, das ein anderes Land überfallen und dessen Präsidenten entführt hat. Wir sind aus meiner Sicht näher am Thema, wenn wir über die "häßliche menschenverachtende Fratze" des Kapitalismus sprechen. Es geht bei dieser Entführung nicht um eine anzustrebende gesellschaftliche Utopie, sondern um finanzielle Interessen, die mit Gewalt durchgesetzt werden.

"DER Kommunismus" ruft zu gar nichts auf, aber in diesem Falle scheint es ja offenbar eine Terrogruppe zu sein, die linksextrem ausgerichtet ist, also um einen "häßliche menschenverachtende Fratze des Kommunismus".

Es ging auch den Alliierten 1945 um handfeste Eigeninteressen, die sie mit Gewalt durchgesetzt haben, wofür zwar ich (1969 im Westen geboren) sehr dankbar bin, da ich von den Folgen profitiert haben, die Opfer der Bombenangriffe und ihre Nachfahren sehen das sicherlich etwas differenzierter. Insofern vertritt Trump hier auch keine andere Politik als ein Roosevelt, Churchill oder Stalin - was seine Politik nicht besser macht.

Schwarzfahrer
05.01.2026, 15:47
In diesem aktuellen Fall, was also die Trump-Administration veranstaltet, wäre ich schon mal zufrieden, wenn unser BK klar benennt, was es ist. In einem weiteren Schritt könnten das geschlossen die EU-Oberen tun. Stattdessen treten sie halbgar auf, das wird Trump gefallen, wenn nicht gar ermutigen.Ja. in einer idealen Roman-Welt wäre es so. Aber: Diplomatie ist nicht die Kunst der ehrlichen stolzen Haltung, sondern zuallererst der Schutz der Interessen des Landes, besonders gegen solchen viel stärkeren Mächten, die dem Land massiv schaden könnten. Und aktuell dürfte es besser sein, halbgar zu bleiben und abzuwarten. Völkerrecht ist ein schönes Ideal, das aber völlig wertlos ist, solange es keine neutrale Macht gibt, die es mit militärischer Gewalt gegen jeden durchsetzen kann.

MattF
05.01.2026, 16:03
Das sehe ich auch so. Frage mich aber immer, hat dieser Wandel nur funktioniert, weil die Alliierten das ganze Land in Schutt und Asche gelegt haben? Ich persönlich befürchte, nur mit dieser drastischen Maßnahme war es möglich relativ nachhaltig die Bevölkerung zu überzeugen, dass das bisherige System nicht funktioniert hat.

Was funktioniert bestimmen im Übrigen die US-Amerikaner, s. z.b. Chile, auch Vietnam.

Es geht gar nicht um funktioniert oder nicht, es geht darum passt es der US Regierung oder nicht (zumindest dann halt ab 45).

Klugschnacker
05.01.2026, 16:17
"DER Kommunismus" ruft zu gar nichts auf, aber in diesem Falle scheint es ja offenbar eine Terrogruppe zu sein, die linksextrem ausgerichtet ist, also um einen "häßliche menschenverachtende Fratze des Kommunismus".

Nein.

Ich kann Dir einen Sack voll christlicher Spinner präsentieren, die hunderte Menschen umgebracht haben. Allein der fromme Quatschkopf Paul Mackenzie hat 400 Menschen auf dem Gewissen. Würdest Du akzeptieren, dass er für "das Christentum" steht und dessen "hässliche menschenverachtende Fratze" belegt?

Klugschnacker
05.01.2026, 16:22
Es ging auch den Alliierten 1945 um handfeste Eigeninteressen, die sie mit Gewalt durchgesetzt haben, wofür zwar ich (1969 im Westen geboren) sehr dankbar bin, da ich von den Folgen profitiert haben, die Opfer der Bombenangriffe und ihre Nachfahren sehen das sicherlich etwas differenzierter.

Gewalt gutzuheißen, wenn man sich auf der Seite der Profiteure sieht, ist schwierig. Deinen relativierenden Nachsatz finde ich daher wichtig. Gerade wenn man das Verhalten der Amerikaner aus der Sicht der Menschen von Hiroshima oder Nagasaki sieht.

keko#
05.01.2026, 16:54
Ja. in einer idealen Roman-Welt wäre es so. Aber: Diplomatie ist nicht die Kunst der ehrlichen stolzen Haltung, sondern zuallererst der Schutz der Interessen des Landes, besonders gegen solchen viel stärkeren Mächten, die dem Land massiv schaden könnten. Und aktuell dürfte es besser sein, halbgar zu bleiben und abzuwarten. Völkerrecht ist ein schönes Ideal, das aber völlig wertlos ist, solange es keine neutrale Macht gibt, die es mit militärischer Gewalt gegen jeden durchsetzen kann.

Bekomme ich dann demnächst erklärt, warum es für Grönland besser ist, wenn es von den USA übernommen wird? Von einem guten Deal, einem Kompromiss, der für alle Beteiligten das Beste darstellt? Höre ich staunend, dass es jetzt erst mal das Wichtigste ist, dass die Bevölkerung eine sichere Zukunft hat?

sybenwurz
05.01.2026, 19:53
Was mich am meisten ärgert, dass offensichtlich niemand die Eier hat, diesen orangenen Hitler auszubremsen.


Wer sollte das auch und wieso?

dr_big
05.01.2026, 22:06
Wer sollte das auch und wieso?

Um ihm seine Grenzen aufzuzeigen. Wenn erstmal US Soldaten in Grönland landen, dann ist es zu spät, oder meinst du wir sollten dann einen Krieg gegen die USA führen?

Klugschnacker
05.01.2026, 22:09
Wer sollte das auch und wieso?

Vielleicht China? Ich habe gehört, China wäre einer der Hauptabnehmer venezolanischen Öls gewesen. Vielleicht kann Genussläufer etwas dazu beitragen?

Ich meine keine militärische Antwort Chinas, sondern eine vielleicht denkbare wirtschaftliche.

Genussläufer
06.01.2026, 00:09
Vielleicht China? Ich habe gehört, China wäre einer der Hauptabnehmer venezolanischen Öls gewesen. Vielleicht kann Genussläufer etwas dazu beitragen?


Ja, das waren sie. Mit dem Einbruch 2020 haben die Chinesen die Abnahme aber deutlich zurückgefahren. Venezuelanisches Öl ist auch schwierig im Handling, logistisch anspruchsvoll und nicht so flexibel in der Verwendung. China ist hier sehr gut diversifiziert. Aktuell hat man hier kaum noch etwas abgenommen. Eigentlich brauchten die Chinesen das auch nicht. Es war eine Form der Bezahlung. China hat sehr viel in Venezuela investiert und hat sich mit Öl bezahlen lassen. Das Risiko für China sehe ich eher in einem Schuldenschnitt bzw. in einer Entwertung der Assets. Ich habe aber keine Phantasie wie China damit umgehen wird.

Auf jeden Fall kann ich mir nicht vorstellen, dass man sich vor der Amerikanischen Haustür mit den Amerikanern anlegen wird. Vielleicht ist man dann nicht mehr so zimperlich vor der eigenen Haustür. Das ist aber reine Spekulation.

Dass hier kein strategischer Schaden für China entstanden ist, würde ich aber guten Gewissens in den Raum stellen. Finanziell kann es unschön, aber nicht nicht bedrohlich werden.

sybenwurz
06.01.2026, 00:21
Vielleicht China?

Hätten die (oder sonstwer) ein Interesse, die Destabilisierung durch die Spaltung, die der Trumpel durch sein Volk treibt, aufzuhalten? Wüsste nicht, wieso.
Die freuen sich imho sicher, wenn er auf seinen eigenen Schauplätzen wütet und damit beschäftigt ist.
Ich glaube nicht, dass sein Vorgehen die USA langfristig wirklich great again macht.
Eher zerfleischen die sich gegenseitig und ich denke, dieses Mass an Selbstherrlichkeit, das wir hier erleben, hat noch nie gutgetan.

Grönland? Ich würd schon mal alles verminen und einen deftigen Empfang à la Vietnam vorbereiten...:-((

welfe
06.01.2026, 09:30
Gewalt gutzuheißen, wenn man sich auf der Seite der Profiteure sieht, ist schwierig. Deinen relativierenden Nachsatz finde ich daher wichtig. Gerade wenn man das Verhalten der Amerikaner aus der Sicht der Menschen von Hiroshima oder Nagasaki sieht.

Nee, ich heiße Gewalt überhaupt nicht gut. Ich wollte damit andeuten, dass ich das Eingreifen relativ leicht akzeptieren kann, wenn ich von der Gewalt nicht betroffen war aber letztlich profitiert habe.
Aber ich fürchte, dass ohne das Eingreifen der Alliierten in Deutschland wir u.U. heute noch unter einem NS-Nachfolgeregime leben würden. Aber das ist reine Spekulation und ohne Gewalt wäre es mir auch lieber gewesen. :Blumen:
Das war mein Punkt: Es ging den Amerikanern schon in Deutschland und natürllch auch in Japan nur um eigene Interessen, nicht um irgendeinen Segen für die Bevölkerung. Und den anderen Alliierten auch. Insofern findet in Venezuela heute auch nichts anderes statt.

sabine-g
06.01.2026, 09:41
Es ging den Amerikanern schon in Deutschland und natürllch auch in Japan nur um eigene Interessen, nicht um irgendeinen Segen für die Bevölkerung. Und den anderen Alliierten auch.

Das ist falsch. Es ging ihnen darum, ihre Länder von der Nazi-Herrschaft zu befreien, ohne deren gemeinsames Eingreifen hätten die Nazis ganz Europa "regiert".

Das kann man kaum mit Venezuela vergleichen.

Auch ein Vergleich mit dem Ukraine Krieg fällt mir schwer.
Dort hat Putin inzwischen mehr als 1Mio Menschen auf dem Gewissen.
Wenn Trump es beim Status Quo belässt ist das zwar immer noch schlimm genug aber nicht zu vergleichen.

Natürlich ist beides nicht legitimiert durch irgendwas.
(Ausnahme: Der russischen Angriff wird durch QBZ legitimiert )

Genussläufer
06.01.2026, 10:02
Hätten die (oder sonstwer) ein Interesse, die Destabilisierung durch die Spaltung, die der Trumpel durch sein Volk treibt, aufzuhalten? Wüsste nicht, wieso.


In Bezug auf Sicherheitspolitik wirst Du gar keine große Spaltung bei den Amerikanern sehen. Es gibt ein paar Dinge, wo man sich immer noch einig ist. Das Feindbild China existiert bei den Demokraten wie bei den Republikanern. Bei Venezuela ist es mit Abstrichen ähnlich.

Genussläufer
06.01.2026, 10:04
(Ausnahme: Der russischen Angriff wird durch QBZ legitimiert )

qbz verweist auf deren Gründe und Motivation. Er hat das - zumindest habe ich das nirgends gelesen - nie legitimiert.

qbz
06.01.2026, 10:04
(Ausnahme: Der russischen Angriff wird durch QBZ legitimiert )

Du kannst es nicht lassen, die immer gleiche Lüge zu wiederholen. Legitim heisst, als rechtmässig anerkennen, was ich nie vertreten habe.

Genussläufer
06.01.2026, 10:08
Das ist falsch. Es ging ihnen darum, ihre Länder von der Nazi-Herrschaft zu befreien, ohne deren gemeinsames Eingreifen hätten die Nazis ganz Europa "regiert".


Das ist richtig. Und die Folge wäre gewesen, dass Deutschland den Welthandel kontrolliert, die Rohstoffströme beeinflusst und die USA langfristig strategisch einkreist. Ich würde das auch als Altruismus verstehen. Ein wenig geschmeidig muss man da aber schon sein ;)

sabine-g
06.01.2026, 10:19
Das ist richtig. Und die Folge wäre gewesen, dass Deutschland den Welthandel kontrolliert, die Rohstoffströme beeinflusst und die USA langfristig strategisch einkreist.

Ob Roosevelt (oder Truman) damals daran gedacht ist (deine) Spekulation.
Bei Trump würde ich das kaufen.

keko#
06.01.2026, 10:20
....
Das war mein Punkt: Es ging den Amerikanern schon in Deutschland und natürllch auch in Japan nur um eigene Interessen, nicht um irgendeinen Segen für die Bevölkerung. Und den anderen Alliierten auch. Insofern findet in Venezuela heute auch nichts anderes statt.

Ich würde in deinem Satz das "nur" streichen und mit "auch" ersetzen. Ich nehme den Amerikaner ein Unrechtsbewusstsein gegenüber den Nazis ab und der Weg von massig Drogen über die Karibik in die USA ist Fakt.

Außenpolitik ist natürlich auch ganz einfach Interessenpolitik. Dass die USA Supermacht sind, ist nicht vom Himmel gefallen, dafür tun sie seit Jahrzehnten einiges und haben WWII genutzt, um diese Position zu erreichen bzw. auszubauen.

Europa und auch speziell DE hat sich in dem Schatten der Supermacht bequem gemacht. Nun ändert diese Supermacht ihre Schwerpunkte, gezwungen durch globale Verschiebungen: Russland ist längst nicht mehr der große Gegner. Gar hat man den Eindruck, es gibt gemeinsame Interessen. Die große Herausforderung ist eigentlich China. Das kann für ein kleines Land wie DE, das maximal Mittelmacht ist, eine große Umstellung darstellen.

Ich glaube, das haben wir im Ukraine-Thread schon vor über 3 Jahren angesprochen und das war natürlich auch richtig.

:Blumen:

Genussläufer
06.01.2026, 10:23
Ob Roosevelt (oder Truman) damals daran gedacht ist (deine) Spekulation.
Bei Trump würde ich das kaufen.

Das ist nicht meine Spekulation. Franklin D. Roosevelt hat genau so argumentiert, bevor es über den Atlantik ging.

qbz
06.01.2026, 10:26
Es gibt auch namhafte Stimmen in den USA, welche den miliärischen Angriff auf Venzuela und die Entführung Maduros kritisieren, wie die Denkfabrik des Quincy Institutes.

Google übersetzt: "Der Angriff der Trump-Regierung auf Venezuela widerspricht allem, was wir erreichen wollen.

Militärische Gewalt ist nur als Reaktion auf eine klare, glaubwürdige und unmittelbare Bedrohung der Sicherheit der Vereinigten Staaten oder ihrer Vertragsverbündeten gerechtfertigt. Venezuela, unabhängig von seinen internen Funktionsstörungen oder Verbindungen zum internationalen Drogenhandel, stellt keine solche Bedrohung dar. Die Anwendung von Gewalt, die nicht fehlt, ist keine Verteidigung; es ist Aggression. Sie ersetzt Zwang für Diplomatie und Macht für Prinzipien.

Der Regimewechsel als politisches Instrument ist im Prinzip falsch und in der Praxis katastrophal. Die Vorstellung, dass Washington die politische Zukunft einer anderen Nation mit Gewalt gestalten kann, spiegelt eine Arroganz wider, die die Geschichte gründlich entlarvt hat. Jeder Versuch der Vereinigten Staaten, die politische Führung einer anderen souveränen Nation gewaltsam zu bestimmen, stellt eine schwerwiegende Abkehr von verantwortungsbewusster Staatskunst und eine Rückkehr zu den am meisten diskreditierten Gewohnheiten der amerikanischen Außenpolitik dar. .......

Die amerikanische Sicherheit wird am besten nicht durch rücksichtslose Interventionen, sondern durch Diplomatie mit klar erklärten Zielen, militärischer Zurückhaltung und Respekt vor dem Völkerrecht bedient. Die Aktion am Samstag war ein Schlag für alle drei dieser Schutzprinzipien."
https://quincyinst.org/2026/01/04/quincy-institute-statement-on-us-military-action-in-venezuela/

Genussläufer
06.01.2026, 10:29
Es gibt auch namhafte Stimmen in den USA, welche den miliärischen Angriff auf Venzuela und die Entführung Maduros kritisieren, wie die Denkfabrik des Quincy Institutes.


Es gibt zu allem Gegenmeinungen. Aber Hand aufs Herz, wenn die Amerikaner eins (weitgehend) eint, dann sind das die Feindbilder :Blumen:

qbz
06.01.2026, 10:34
Es gibt zu allem Gegenmeinungen. Aber Hand aufs Herz, wenn die Amerikaner eins (weitgehend) eint, dann sind das die Feindbilder :Blumen:

Da habe ich während des Vietnamkrieges und auch zu andere Zeiten andere Erfahrungen gemacht, um das so pauschalisieren zu wollen. Es gibt doch auch breite Kritik an der Innenpolitik Trumps (Migration, Zölle, etc.). Er braucht quasi autokratische Macht- / Unterdrückungstechniken, um seine Politik durchzusetzen. Das wird einem Teil der Amerikaner auf Dauer nicht gefallen. Die sozialen und politischen Widersprüche verschwinden nicht durch seine Lügenerzählungen.
PS: Mein Neffe lebt mit Familie in Folsom.

Genussläufer
06.01.2026, 10:41
Da habe ich während des Vietnamkrieges und auch zu andere Zeiten andere Erfahrungen gemacht, um das so pauschalisieren zu wollen.
PS: Mein Neffe lebt mit Familie in Folsom.

Da bin ich voll und ganz bei Dir. Wobei ich den Vietnamkrieg und den Blick darauf nur aus historischen Berichten kenne. Selbst bei der Umsetzung der Monroe-Doktrin bis heute gab es immer wieder lauter werdende Stimmen. Und da ist auch einiges schief gelaufen. Für mich ist das, was jetzt in Venezuala passiert die Wiederbelebung dieser Doktrin. Und das leben die Amerikaner jetzt seit 200 Jahren. Zumindest fehlende Kontinuität kann man ihnen nicht vorwerfen.

Und natürlich wird das einem Teil der Amerikaner nicht gefallen. Es ist aber der deutlich kleinere Teil.

keko#
06.01.2026, 10:43
Da habe ich während des Vietnamkrieges und auch zu andere Zeiten andere Erfahrungen gemacht, um das so pauschalisieren zu wollen. Es gibt doch auch breite Kritik an der Innenpolitik Trumps (Migration, Zölle, etc.). Er braucht quasi autokratische Machttechniken, um seine Politik durchzusetzen. Das wird einem Teil der Amerikaner auf Dauer nicht gefallen. Die sozialen und politischen Widersprüche verschwinden nicht durch seine Lügenerzählungen.
PS: Mein Neffe lebt mit Familie in Folsom.

Meine liebe Trauzeugin hat die irische Staatsbürgerschaft beantragt und möchte die amerikanische ablegen (habe ich bereits erwähnt). Durchweg alle Verwandte haben bei der letzten Präsidentenwahl gar nicht mehr gewählt (habe ich auch schon erwähnt).
Es gibt also durchaus (stillen) Protest. Die deutsche Berichterstattung zu Venezuela finde ich erstaunlich wohlgesonnen. Es sieht so aus, als würde Trump Grönland bekommen, wenn er will. Widerstand müsste aus der EU spätestens jetzt und geschlossen kommen.

Adept
06.01.2026, 10:44
Die Kritik kommt vorwiegend von den Demokraten. Zustimmung kommt von den Republikanern. Also "im Westen nix neues".

Laut Reuters/Ipsos-Umfrage:
2/3 der Demokraten sind gegen die Intervention in Venezuela.
2/3 der Republikaner sind für die Intervention in Venezuela.

Antracis
06.01.2026, 10:59
Was mich am meisten ärgert, dass offensichtlich niemand die Eier hat, diesen orangenen Hitler auszubremsen.
Und die arschkriecher der Union warnen jetzt auch noch, dass man dieses arschloch nicht verärgern dürfe!
Wenn die wüssten, was ich am liebsten mit dem machen würde…:dresche

Die Frage ist ja, wie eine strategisch sinnvolle Positionierung von Deutschland/der EU aussehen sollte. Die USA mit Wirtschaftssanktionen zu belegen und Trump beim internationalen Strafgerichtshof anzuzeigen mag zwar legitim und befriedigend sein, aber ob man damit eine Verbesserung der Lage bewirkt, bezweifle ich. Aktuell lässt die deutsche Außenpolitik, zumindest in ihrer sichtbaren Form, den Bully auf dem Schulhof mal weitgehend gewären und hofft, dass es sich irgendwie einrenkt. Die Erfahrung zeigt aber, das Bully dann meist immer nur brutaler und rücksichtsloser wird. Auch kein guter Plan.

Die Strategie zu Trump I, einfach abzuwarten, bis der Spuk vorbei ist nach 4 Jahren, hat sich auch nicht gerade bewährt. Trivial finde ich aber eine Lösung auch nicht, gerade weil Deutschland da aus meiner Sicht nicht alleine agieren darf. Andererseits zeigt die Praxis auch: Der Bully auf dem Schulhof hat auch nur begrenzte Macht und profitiert vor allem von der Uneinigkeit und Spaltung der anderen.

Zu den Beweggründen und Handlungen der USA in der Vergangenheit der letzten Jahrzehnte und heute. Das war in der Tat nicht wesentlich anders. Genauso, wie ich jetzt die Unterschiede zwischen Clinton und Trump sowohl persönlich als auch politisch nicht so riesig sehe, wie sie teilweise erscheinen oder gemacht werden. Aber es ist doch nochmal in der Wirkung eine wesentliche andere Qualität, mit deutlich anderen Resultaten.

Man sollte sich aber auch eingestehen, dass eine wesentliche Änderung darin besteht, dass wir nicht mehr uneingeschränkt zu den Profiteuren des strategischen Verhaltens der USA gehören.

keko#
06.01.2026, 11:08
Die Frage ist ja, wie eine strategisch sinnvolle Positionierung von Deutschland/der EU aussehen sollte. Die USA mit Wirtschaftssanktionen zu belegen und Trump beim internationalen Strafgerichtshof anzuzeigen mag zwar legitim und befriedigend sein, aber ob man damit eine Verbesserung der Lage bewirkt, bezweifle ich. Aktuell lässt die deutsche Außenpolitik, zumindest in ihrer sichtbaren Form, den Bully auf dem Schulhof mal weitgehend gewären und hofft, dass es sich irgendwie einrenkt. Die Erfahrung zeigt aber, das Bully dann meist immer nur brutaler und rücksichtsloser wird. Auch kein guter Plan....

Deutsche Außenpolitik allein nimmt Trump nicht ernst, ebenso mit Macron. Das verspeist er im Vorbeigehen.
Ein gemeinsames Auftreten der EU-Oberen wäre der richtige, erste Schritt. Europa geschlossen kann er nicht übergehen. Europa muss den Mut haben, eigene Interessenpolitik in die Wege zu leiten, statt sich jahrelang mit "Putin böse. Grrrr!" abzugeben.

qbz
06.01.2026, 11:16
.....
Man sollte sich aber auch eingestehen, dass eine wesentliche Änderung darin besteht, dass wir nicht mehr uneingeschränkt zu den Profiteuren des strategischen Verhaltens der USA gehören.

Haben wir das denn wirklich? Die Destabilisierung im Nahen Osten aufgrund der USA Politik im Irak (Irakkrieg), in Lybien (Krieg), Syrien (Krieg und Sanktionen), Iran (Sanktionen) und im Kaukasus (Tschetschenienkriege) sowie besonders der Afghanistankrieg hat in der EU zu sehr vielen Flüchtlingen aus diesen Ländern und Einwanderung geführt und die Rolle der EU im Nahen Osten mehr oder weniger marginalisert. Es ist ziemlich zynisch, wenn Trump heute die EU wegen dieser Kriegsflüchtlinge kritisiert.

Nicht zuletzt der weiter andauernde Ukrainekrieg gehört auch in diese Reihe. Solange die EU den Krieg in Europa nicht diplomatisch löst, sind der EU riesige Ressourcen gebunden, ebenso wie Russland, was Trump ausnutzt.

Genussläufer
06.01.2026, 12:09
Haben wir das denn wirklich?

Antracis hat doch mit netten Worten geschrieben, dass wir die Arschkarte gezogen haben.

qbz
06.01.2026, 12:16
Antracis hat doch mit netten Worten geschrieben, dass wir die Arschkarte gezogen haben.

Ich beziehe mich doch explizit auf seinen letzten Satz, wo er schreibt, "dass eine wesentliche Änderung darin besteht, dass wir nicht mehr uneingeschränkt zu den Profiteuren des strategischen Verhaltens der USA gehören." Diese Einschätzung teile ich nicht, die EU hat davon auch früher nicht profitiert.

keko#
06.01.2026, 12:25
Antracis hat doch mit netten Worten geschrieben, dass wir die Arschkarte gezogen haben.

Sehe ich nicht so. Wir bekommen sie gerade vorgelegt. Es liegt an uns, ob wir sie aufnehmen. Wir kämpfen zu wenig, beschäftigen uns zu oft mit Nebensächlichkeiten. Ähnliches spricht Trump sogar an. Da hat er nicht unrecht.

Genussläufer
06.01.2026, 12:28
Ich beziehe mich doch explizit auf seinen letzten Satz, wo er schreibt, "dass eine wesentliche Änderung darin besteht, dass wir nicht mehr uneingeschränkt zu den Profiteuren des strategischen Verhaltens der USA gehören." Diese Einschätzung teile ich nicht.

Ah ok, Du meinst, dass es eine Veränderung ist. Sorry, das hatte ich falsch verstanden :Blumen:

Genussläufer
06.01.2026, 12:30
Sehe ich nicht so. Wir bekommen sie gerade vorgelegt. Es liegt an uns, ob wir sie aufnehmen. Wir kämpfen zu wenig, beschäftigen uns zu oft mit Nebensächlichkeiten. Ähnliches spricht Trump sogar an. Da hat er nicht unrecht.

Wir haben sie doch schon lange aufgenommen. In den anderen Einwänden sehe ich das alles sehr ähnlich wie Du.

StefanW.
07.01.2026, 07:45
Zum Thema Grönland:
»Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung«

keko#
07.01.2026, 08:52
Zum Thema Grönland:
»Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung«

Selbstverständlich werden die USA Grönland bekommen. Die EU-Oberen werden aufgeregt hin und her meeten. Mal in Paris, mal in Brüssel, mal in Berlin. Nach der Tagesschau gibt es einen Brennpunkt Grönland. "Ist Grönland noch zu retten?"
Dann irgendwann wird man sagen, dass man in Anbetracht der Umstände den besten Kompromiss gefunden, besonders für die Bevölkerung.

"Great people of Greenland. Great people! I love them. They love me too. Smart people, smart and great!"

;)

sybenwurz
07.01.2026, 09:03
Jou. Genau so.

keko#
07.01.2026, 10:02
Jou. Genau so.

"Any questions about Greenland? Yes, this beautiful young lady in the blue dress!"

"Mr. Pressident, the European Union..."

"Wait, wait, wait!...
Let me ask you: where are you from? I love your accent. Beautiful. Beautiful like your dress. I love it."

;)

MattF
07.01.2026, 10:34
Zum Thema Grönland:
»Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung«

Äh nein.

Kongress und Senat sind die Herrscher über Krieg und Frieden in den USA!

Adept
07.01.2026, 10:37
Äh nein.

Kongress und Senat sind die Herrscher über Krieg und Frieden in den USA!

Soweit ich weiss, hat er den Eingriff in Venezuela auch nicht vorher abgestimmt, oder?

Antracis
07.01.2026, 10:50
Das wirklich gefährliche an Trump ist aus meiner Sicht weniger sein Machstreben und seine strategische Ausrichtung (die unterscheidet sich wie gesagt gar nicht so wesentlich vom Kurs früherer US-Präsidenten), sondern dass er sich nicht mehr um die Vermittelung zwischen Macht (Interessen, Sicherheit, Kontrolle..) und Normen (Recht, Moral, Werte, Legitimation...) bemüht.

Beide Pole sind in politischen, auch demokratischen, Systemen nie deckungsgleich und stehen immer unter Spannung. Diese Spannung muss mindestens vermittelt werden durch z.B. Ritualisierung, Legitimationsrhetorik und normative Verpackung von Macht.

Die Spannung lässt die politische Ordnung nicht kollabieren, aber wenn sie nicht mehr vermittelt wird, dann geht das irgendwann zu weit auseinander und wird instabil.

Auch wenn das vielen nicht gefällt, ist sogar Heuchelei ein gängiges und sogar wirksames Mittel für diese Vermittlung. Offene Machtlogik wirkt hingegen klar destablilisierend.

Heuchelei wirkt tatsächlich stabilisierend. Es ist immer noch besser, Regeln zu brechen, als sie aufzugeben. Oder überzogen formuliert: Solange alle wenigstens so tun, als gäbe es Normen, bleibt wichtiger Raum für Diplomatie, Gesichtswahrung, Rückzug.

Ist ein bisschen wie beim Fussball: Jemand, der andere Umgrätscht, aber behauptet, es war ein Versehen, obwohl offen klar ist, dass es mindestens kalkulierte Möglichkeit war oder vergleichsweise zu hohes Risiko, kann noch integriert werden. Wer offen sagt, dass er die Leute halt ins Krankenhaus grätscht, wenn es sein muss, wird zum Problem.

Machiavelli hat es glaube so formuliert, dass ein Herrscher nicht zu tugendhaft sein darf, aber möglichst tugendhaft erscheinen muss, um Macht und Stabilität zu sichern.

Insofern ist Trump sicher kein Element eines stabilen Systems, aber es kann dauern, bis das signifikant erodiert (kann aber auch sehr schnell gehen!) und das bestehnde Ordnungen dadurch kaputt gehen und große Schäden entstehen, ist durchaus wahrscheinlich.

Insofern ist das Gefährlichste von Trump, dass er halt offen sagt: Wir (Ich) scheißen auf Normen und Euch, because we can! Wenn man das hinter verschlossenen Türen sagt, obwohl es alle wissen, sind die Chancen für alle am Ende größer, dass man doch Lösungen findet.

keko#
07.01.2026, 10:51
Soweit ich weiss, hat er den Eingriff in Venezuela auch nicht vorher abgestimmt, oder?

Würde mich wundern, wenn es da großen Widerstand gibt, sobald Öl und Dollar erst mal fließen.
Trump wurde in eine superreiche Familie hineingeboren. Er kennt die Spielchen von Geburt an und weiß, wie das Geschäft läuft. Das hat er mehrmals erwähnt. Längst positioniert er seine Nachkommen entsprechend.

keko#
07.01.2026, 10:57
....

Insofern ist das Gefährlichste von Trump, dass er halt offen sagt: Wir scheißen auf Normen und Euch, because we can!

Das ist tatsächlich neu: Er sagt direkt und von Anfang an, worum es ihm hauptsächlich geht und was er von Institutionen oder Meetings hält. Das könnte durchaus Erfolg haben.

Antracis
07.01.2026, 11:03
Das ist tatsächlich neu: Er sagt direkt und von Anfang an, worum es ihm hauptsächlich geht und was er von Institutionen oder Meetings hält. Das könnte durchaus Erfolg haben.

Ich hab ja gerade versucht darzulegen, warum es ( langfistig) keinen Erfolg haben wird. Internationale Politik ist anders als ein Immobiliengeschäft.

Oder man kann nach China schauen, und mal die dortige Rhetorik nach Außen mit der von Trump vergleichen und versteht, warum das seit Jahrzehnten vergleichsweise geräuschlos funktioniert und weitgehend akzeptiert wird.

Selbst Putin macht das deutlich besser.

MattF
07.01.2026, 11:40
Heuchelei wirkt tatsächlich stabilisierend.

Genauso wie Lügen.

Es gibt ja genug Untersuchungen, dass jeder Mensch jeden Tag lügt.

Selbst wenn mich jemand fragt: Wie geht es. Und ich sag: Gut. Obwohl es mir nicht gut geht, ist das schon eine Lüge.

Oder wenn jemand sagt: Du siehst aber heute wieder gut aus.
Um ihn aufzubauen, obwohl die Falten immer mehr werden.


Lügen vereinfachen unser Leben. Ich will nicht jeden damit belasten, dass es mir nicht gut geht, deshalb sag ich: Gut obwohl es nicht stimmt.
Ich will Menschen was nettes sagen, obwohl es manchmal nicht so ist.

Das ist Empathie.

Aber Empathie ist nach Musk ja das größte Übel der Welt.

https://www.deutschlandfunk.de/empathie-staerke-oder-schwaeche-der-demokratie-schriftstellerin-asal-dardan-i-g-100.htmlanz der Wahrheit entspricht.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/warum-elon-musk-so-viel-angst-hat-vor-empathie-110342872.html


Schon erschreckend, dass sich solche Kräfte wieder durchsetzen können.

keko#
07.01.2026, 11:46
Ich hab ja gerade versucht darzulegen, warum es ( langfistig) keinen Erfolg haben wird. Internationale Politik ist anders als ein Immobiliengeschäft.

Oder man kann nach China schauen, und mal die dortige Rhetorik nach Außen mit der von Trump vergleichen und versteht, warum das seit Jahrzehnten vergleichsweise geräuschlos funktioniert und weitgehend akzeptiert wird.

Selbst Putin macht das deutlich besser.

Da gehst du scheinbar davon aus, dass "die Menschen" ein wenig verarscht werden wollen oder grundsätzlich Verständnisschwierigkeiten haben. Das mag sicher auch ein wenig so sein. Aber man muss schon ein sehr festes Weltbild haben, um zu glauben, es ginge nur um den Präsidenten von Venezuela oder um die Ukrainer.
Ich will das nicht gutheißen, was Trump veranstaltet, aber er ist auf seine Weise ehrlich. Er stellt herkömmliche Politik bloß und sagt, was er von endlosen Meetings hält. Er sagt klar, dass er Grönland will und droht militärisch. Sein Vize wedelt mit Dollars. Europa wird Meetings abhalten und einknicken. Trump weiß das.

keko#
07.01.2026, 11:49
....

Schon erschreckend, dass sich solche Kräfte wieder durchsetzen können.

Ja, sehr erscheckend.

Man muss aber ehrlich die Frage stellen, wie jemand wie Trump wiedergewählt wird. Oder wie eine Partei wie die AfD so stark werden kann. Und da muss man die eigene Politik der demokratischen Parteien hinterfragen.

Genussläufer
07.01.2026, 11:51
Da gehst du scheinbar davon aus, dass "die Menschen" ein wenig verarscht werden wollen oder grundsätzlich Verständnisschwierigkeiten haben. Das mag sicher auch ein wenig so sein. Aber man muss schon ein sehr festes Weltbild haben, um zu glauben, es ginge nur um den Präsidenten von Venezuela oder um die Ukrainer.
Ich will das nicht gutheißen, was Trump veranstaltet, aber er ist auf seine Weise ehrlich.

Ich habe eine interessante Reportage gesehen, wo ein Trump Wähler damit konfrontiert wurde, dass Trump rein egoistisch agiert und ausschließlich an sich selbst denkt. Dann wurde ihm die Frage gestellt, wie er diesen Menschen dennoch wählen könne. Seine Antwort: "Alle anderen denken auch nur an sich. Aber er sagt es wenigsten offen. Das ist besser als diese verdammte Heuchelei."

Keine Ahnung, ob das repräsentativ ist. Es war auf jeden Fall überraschend.

Helios
07.01.2026, 12:30
uncle donnie braucht Leute um die Ölfässer aus dem venezuelanischen Urwald rauszukullern, das wird nicht so easy wie es erstmal ausschaut, einen Typen mit runtergelassener Hose aus dem Bett ziehen ist das Eine..... kilometerweit Ölfässer rollern das Andere..

- seinen Leuten braucht er nur zu erklären, dass dort bereits der "Chinese" und der "Russe" das amerikanische Öl klaut - wenn man sich das zurückholt - wo ist das Problem??? - es hat nie den locals gehört - wer ist anderer Meinung??? :Lachanfall:

- dröhnland, die dänen können dort die chinesen und russen nicht vom Land fernhalten, das kann in der "Hemisphere" nur das beste Militär der Welt (wer widerspricht, der wird nachts aus dem Haus gezerrt, egal wo sein Haus wohnt).

- ab 2030 ist die Schiffspassage obenrum eisfrei, der Eispanzer auf dröhnland wird auch schmelzen, danach kommt man an die Rohstoffe heran - schaut man sich die Karte an, dann kann die Area dröhnland nur zur USA gehören, wenn man sie nicht schnappt, dann machts der Russe oder der Chinese.

Wenn die Dänen die Nato auflösen wollen - nur zu - die kostet eh nur Geld.

trithos
07.01.2026, 12:31
Das wirklich gefährliche an Trump ist aus meiner Sicht weniger sein Machstreben und seine strategische Ausrichtung (die unterscheidet sich wie gesagt gar nicht so wesentlich vom Kurs früherer US-Präsidenten), sondern dass er sich nicht mehr um die Vermittelung zwischen Macht (Interessen, Sicherheit, Kontrolle..) und Normen (Recht, Moral, Werte, Legitimation...) bemüht.

...

Insofern ist das Gefährlichste von Trump, dass er halt offen sagt: Wir (Ich) scheißen auf Normen und Euch, because we can! Wenn man das hinter verschlossenen Türen sagt, obwohl es alle wissen, sind die Chancen für alle am Ende größer, dass man doch Lösungen findet.

Ich habe eine interessante Reportage gesehen, wo ein Trump Wähler damit konfrontiert wurde, dass Trump rein egoistisch agiert und ausschließlich an sich selbst denkt. Dann wurde ihm die Frage gestellt, wie er diesen Menschen dennoch wählen könne. Seine Antwort: "Alle anderen denken auch nur an sich. Aber er sagt es wenigsten offen. Das ist besser als diese verdammte Heuchelei."

Keine Ahnung, ob das repräsentativ ist. Es war auf jeden Fall überraschend.

Das sind zwei verschiedenen Diskussionsebenen, die beide ihre Berechtigung haben. Nämlich eine politische und eine persönliche. Ich mag persönlich auch ehrliche Menschen lieber, aber in einer regelbasierten Politik (die wir meiner Meinung nach wollen sollten, weil halt sonst nur das Faustrecht zählt), sollten die Regeln nicht grundsätzlich angegriffen werden, auch wenn man sich nicht immer dran hält.

Ein Beispiel aus den Regeln im Straßenverkehr: jeder von uns ist wohl schon mal bei rot über eine Kreuzung spaziert, wenn grad kein Auto gekommen ist. Trotzdem ist es grundsätzlich sinnvoll, dass es die Vorschrift gibt, dass man eben NICHT bei rot über die Kreuzung geht.

Bin ich ein Heuchler, wenn ich grundsätzlich für die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung plädiere, obwohl ich sie manchmal selbst missachte?

Und wäre es besser, wenn wir diese "verdammte Heuchelei" aufgeben würden und die Straßenverkehrsordnung abschaffen?

Siebenschwein
07.01.2026, 12:38
Grönland wäre mal ein echter Härtetest für eine EU-Aussenpolitik mit klarer Abstimmung, klarer Kante und direkten Botschaften. Die EU ist zwar abhängig von den USA, aber das ist wechselseitig und die USA sind wirtschaftlich wohl sogar tiefer mit der EU integriert als mit China. Da lassen sich sicher Möglichkeiten finden, den Amis die Folgen ihres Handelns klar zu machen. Ich sage nur: 90% des Insulins der USA kommen aus Europa. Das wird dann ganz schnell schmerzhaft. Ob die adipösen und diabetischen Amerikaner bereit sinid, für Grönland auf Insulin zu verzichten, wird scih zeigen.
Der Brasilianische Präsident hat es vorgemacht: man muss auch mal die Folterwerkzeuge vorzeigen, um den Bully in seine Schranken zu weisen. Der Typ reagiert nur auf Stärke bzw. legt sich nur mit Schwächeren an.

keko#
07.01.2026, 12:53
....
Und wäre es besser, wenn wir diese "verdammte Heuchelei" aufgeben würden und die Straßenverkehrsordnung abschaffen?

Das macht Trump doch gar nicht. Ganz im Gegenteil!

Er ändert die Straßenverkehrsordnung so, dass jede Ampel auf Grün schaltet, wenn er ankommt, damit er über jede Kreuzung brausen kann. Eine Straßenverkehrsordnung gibt es aber noch.

Genussläufer
07.01.2026, 12:54
Bin ich ein Heuchler, wenn ich grundsätzlich für die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung plädiere, obwohl ich sie manchmal selbst missachte?

Und wäre es besser, wenn wir diese "verdammte Heuchelei" aufgeben würden und die Straßenverkehrsordnung abschaffen?

Bist Du natürlich nicht. Und im Zweifelsfall hälst Du Dich auch an die StVO. Das ist der Unterschied. Viele Wähler unterstellen eben nicht nur Trump, dass er sich im Zweifelsfall eher nicht an die Regeln hält. Und hier war der Bezug auf die Frage, warum er trotzdem gewählt wird.

Viele Regeln sind eigentlich völlig unsinnig, weil sie nicht eingeklagt werden können. Es wird z.B. oft mit dem Völkerrecht argumentiert. Das scheint aber nur in der Theorie zu existieren. Ist es deswegen überflüssig? Sicher nicht.

Ich teile Deine Argumentation. Und dennoch hilft die uns dahingehend nicht weiter, dass letztendlich die Wähler entscheiden, wer dann das Ruder bekommt. Es wird also letztendlich immer persönlich.

Antracis
07.01.2026, 13:00
Da gehst du scheinbar davon aus, dass "die Menschen" ein wenig verarscht werden wollen oder grundsätzlich Verständnisschwierigkeiten haben.

Ich und große Teile der Politikwissenschaft, die solche Phänomene beobachtet und in entsprechende Theorien kleidet. Wie weiter oben schon von anderen erwähnt, deckt sich das auch ganz gut mit Alltagserfahrungen in sozialen Systemen.

MattF
07.01.2026, 13:16
Man muss aber ehrlich die Frage stellen, wie jemand wie Trump wiedergewählt wird. Oder wie eine Partei wie die AfD so stark werden kann. Und da muss man die eigene Politik der demokratischen Parteien hinterfragen.

Das mache ich seit ich ein politisches Subjekt bin. :Cheese:

Wie die Politik handelt, das ist dann letztlich ein Aushandlungsprozess und ein Kompromiss zwischen allen Parteien. Von daher setzt sich nie eine Meinung durch.

Vielleicht sollte sich auch mal der Wähler hinterfragen, welche Partei er wählt und welche Politik er eigentlich will.

Wenn "der Wähler" Parteien wählt, die Politik für die oberen 10% macht (Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer usw.) sich dann aber fragt, warum für ihn nichts übrig bleibt, der muss sich wie gesagt auch mal selbst hinterfragen.

Das Ganze ist so einfach nicht, und es gibt keine "wahre" Lösung.

Ich glaube, das ist das größte Problem der Maga und auch AfD Anhänger, dass der Fortgang des eigenen Lebens und der Welt eine gewisse Unsicherheit enthält, die man auch nicht auflösen kann. Und wenn die Politik noch so gut wäre, was das auch immer sein soll, es wird immer neue Probleme oder Herausforderungen geben, die zu meistern sind. Wir leben nicht im Paradies.

Und was Trump und die AfD versprechen sind einfach Lösungen (Ausländer raus) und schon wird alles gut.

Was rechte Ideologen versprechen ist: Folgt mir und meine einfach Antworten und alles wird Gut. Jeder der ein bisschen nachdenkt weiß aber, dass nicht alles gut werden kann. Es war nie in der Geschichte der Menschheit alles gut. *

Einfach/ pauschale Lösungen führen zu viel mehr Problemen und Ungerechtigkeiten, als sie eigentlich vermeintlich lösen.



*Im Übrigen auch linke Ideologien versprechen natürlich genau das, z.b. der Kommunismus verspricht, dass in einer kommunistischen Gesellschaft alle nach ihrer Fasson zufrieden, gleichberechtigt, auf einer Stufe leben können. Das ist natürlich genau derselbe Schwachsinn! So funktioniert das Leben nicht.

deralexxx
07.01.2026, 13:29
Newest hot shit: USA verbieten Kauf von DJI Drohnen in den USA:

https://www.golem.de/news/fcc-usa-sperren-neue-drohnen-von-dji-aus-2512-203579.html

Wer könnte denn von einem Drohen Verbot profitieren?

Du wirst es nicht glauben... (https://popular.info/p/update-trump-jr-backed-startup-receives)

Antracis
07.01.2026, 15:22
Man muss aber ehrlich die Frage stellen, wie jemand wie Trump wiedergewählt wird. Oder wie eine Partei wie die AfD so stark werden kann. Und da muss man die eigene Politik der demokratischen Parteien hinterfragen.

Vor allem müssen die Parteien ihre Kommunikation erfragen. Da war man wenig erfolgreich.

Die Ampel (und insbesondere Olaf Scholz und Christian Lindner) haben gute Chancen, als Wegbereiter der ersten Bundesregierung mit rechtsextremistischer Beteiligung seit über 70 Jahre in die Geschichte einzugehen. Mit verwantwortlichem Handeln hat das wenig zu tun.

Schwarzfahrer
07.01.2026, 21:03
Die Ampel (und insbesondere Olaf Scholz und Christian Lindner) haben gute Chancen, als Wegbereiter der ersten Bundesregierung mit rechtsextremistischer Beteiligung seit über 70 Jahre in die Geschichte einzugehen.Die waren m.M.n. erst mal Wegbereiter einer Verschiebung zu einer konservativen Mehrheit, die auf Merz gehofft hat. In meinen Augen gebührt Merz mehr die Ehre, eine AfD-Regierungsbeteiligung vorzubereiten, durch sein irritierendes lavieren zwischen konservativem Versprechen und linker SPD-Politik, was seine Glaubwürdigkeit bei seinen Wählern massiv beschädigt hat.

Antracis
07.01.2026, 22:02
Die waren m.M.n. erst mal Wegbereiter einer Verschiebung zu einer konservativen Mehrheit, die auf Merz gehofft hat. In meinen Augen gebührt Merz mehr die Ehre, eine AfD-Regierungsbeteiligung vorzubereiten, durch sein irritierendes lavieren zwischen konservativem Versprechen und linker SPD-Politik, was seine Glaubwürdigkeit bei seinen Wählern massiv beschädigt hat.

Auch wenn ich das Ampelversagen höher gewichte als Du - weil diese Regierung eine echte Chance gehabt hätte, den Siegeszug der AfD zumindest mal auszubremsen oder gar anzuhalten: Ja, Merz hatte und hat es eigentlich deutlich leichter und verrumpeltmes dennoch eindrucksvoll.

keko#
08.01.2026, 08:50
Auch wenn ich das Ampelversagen höher gewichte als Du - weil diese Regierung eine echte Chance gehabt hätte, den Siegeszug der AfD zumindest mal auszubremsen oder gar anzuhalten: Ja, Merz hatte und hat es eigentlich deutlich leichter und verrumpeltmes dennoch eindrucksvoll.

Ob Ampel oder Merz, zu der Ehrlichkeit gehört auch, dass DE in den großen Fragen nichts zu melden hat. Das sieht man in der Ukraine oder auch aktuell bei Venezuela. Letztendlich ist Migration, das Dauerthema schlechthin, auch ein globales Ereignis und DE alleine ist alleine. Nichts anderes beim Klima. Nötig wären starke Bündnisse mit entsprechenden Partnern.

Adept
08.01.2026, 09:01
Hat sich denn beim Thema Migration in DE was getan? Ich höre da von Merz nix, ausser Stadtbild-Aussage. Zum eigentlich Thema nix. Das macht der amerikanische Freund irgendwie besser, er redet über seine Ziele in dem Thema und die Erfolge.

merz
08.01.2026, 09:20
U.S. Militärbudget um 50% erhöhen in 2027, auf 1500000000000 USD jährlich, mmmh

https://x.com/WhiteHouse/status/2009017645685936165?s=20

m.

keko#
08.01.2026, 09:25
Hat sich denn beim Thema Migration in DE was getan? Ich höre da von Merz nix, ausser Stadtbild-Aussage. Zum eigentlich Thema nix. Das macht der amerikanische Freund irgendwie besser, er redet über seine Ziele in dem Thema und die Erfolge.

Was soll Merz denn tun?
Wer verlässt denn aus Spaß sein Land? Man müsste an die Ursachen ran gehen und das kann Merz alleine nicht.

Trump will Einwanderung aus Skandinavien. Einwanderer aus diesen Ländern lehnen meist dankend ab.

Adept
08.01.2026, 10:28
Was soll Merz denn tun?
Wer verlässt denn aus Spaß sein Land? Man müsste an die Ursachen ran gehen und das kann Merz alleine nicht.

Trump will Einwanderung aus Skandinavien. Einwanderer aus diesen Ländern lehnen meist dankend ab.

Ich meine nicht die anerkannten Flüchtlinge, sondern die abgelehnten und die kriminellen. Da wurde doch versprochen, dass sich was tut. Ich höre da so gut wie gar nichts.

keko#
08.01.2026, 10:42
Ich meine nicht die anerkannten Flüchtlinge, sondern die abgelehnten und die kriminellen. Da wurde doch versprochen, dass sich was tut. Ich höre da so gut wie gar nichts.

Ist möglicherweise auch "komplex" ;-)

TriVet
08.01.2026, 19:15
Ich meine nicht die anerkannten Flüchtlinge, sondern die abgelehnten und die kriminellen. Da wurde doch versprochen, dass sich was tut. Ich höre da so gut wie gar nichts.

Lieber höre ich nichts (was ja gar nicht stimmt) als solche uniformierten Verbrecherbanden wie ICE, mit einem Mord auf offener Straße.
Und das orangene Arschloch völlig empathielos wie immer.

keko#
09.01.2026, 09:12
Lieber höre ich nichts (was ja gar nicht stimmt) als solche uniformierten Verbrecherbanden wie ICE, mit einem Mord auf offener Straße.
Und das orangene Arschloch völlig empathielos wie immer.

Unglaublich, was sich Trump mittlerweile alles leisten kann.

phonofreund
09.01.2026, 09:29
Lieber höre ich nichts (was ja gar nicht stimmt) als solche uniformierten Verbrecherbanden wie ICE, mit einem Mord auf offener Straße.
Und das orangene Arschloch völlig empathielos wie immer.

Irgendwann hat jemand genug und dann.......... Nein, wollen wir ja auch nicht, aber der W...... braucht einen Aufenthalt in der geschlossenen.

Adept
09.01.2026, 10:03
Ja, das sah schon nach einer krassen Überreaktion dieses ICE Typen aus. Echt übel.

keko#
09.01.2026, 10:10
Ja, das sah schon nach einer krassen Überreaktion dieses ICE Typen aus. Echt übel.

Wobei Polizisten in den USA eine andere Stellung haben. Da muss man sehr vorsichtig sein. Das weiß jeder.
Ich wurde irgendwo auf dem Highway nachts mal angehalten. Da heißt es gerade sitzen und keine falsche Bewegung. Einer stand etwas entfernt mit der Hand an der Waffe. Der andere kontrolliert dich. Bei den vielen Irren, mit denen sie es zu tun haben, fackeln sie aus Selbstschutz nicht lange.
Trump sollte aber beschwichtigen und nicht anfeuern.

Siebenschwein
09.01.2026, 10:15
...
Trump will Einwanderung aus Skandinavien. ....

Bullshit - Trump will Einwanderung aus Osteuropa, aber nur, wenn sie weiblich, jung und gutaussehend sind.

TriVet
09.01.2026, 10:27
Trump sollte aber beschwichtigen und nicht anfeuern.

Tja, leider ist dem orangefarbenen teufel das Gegenteil lieber, je mehr Unruhe bis zu einem Bürgerkrieg, desto mehr kann er seine Nazi Militärs einsetzen.
Und von eppstein ablenken.

Antracis
09.01.2026, 11:12
Und das orangene Arschloch völlig empathielos wie immer.

Ich würde es nach Sichtung des Videos eher bösartig und verlogen nennen. Aber da sind wir uns sicher nicht uneinig.

Genussläufer
09.01.2026, 11:17
Ich würde es nach Sichtung des Videos eher bösartig und verlogen nennen. Aber da sind wir uns sicher nicht uneinig.

welches Video meinst Du?

MattF
09.01.2026, 11:34
welches Video meinst Du?

das Video vom Mord an der Frau und Mutter.

Adept
09.01.2026, 11:59
Es gibt übrigens zwei Videos. Beim einen ist die Fahrerseite verdeckt, beim anderen sieht man, dass der ICE Mitarbeiter die Fahrertür aufmachen will und die Frau einfach losfährt.

TriVet
09.01.2026, 12:03
Und auf jedem Video sieht man einen Mord.

Antracis
09.01.2026, 12:25
Und auf jedem Video sieht man einen Mord.

Ich bin vielleicht zu penibel, aber ob Mordkriterien erfüllt sind, kann glaube ich aktuell niemand beurteilen.

Es gibt angeblich sogar 3 Videos. Ich habe zwei gesehen, aus beiden wird mir der zwingende Einsatz der Schusswaffe nicht deutlich und ich kann die veröffentlichte Regierungsversion, dass dort jemand in Notwehr gehandelt hat, weil er absichtlich "böswillig" überfahren werden sollte, nicht nachvollziehen. So wie der Wagen zurücksetzt, sieht es eher aus, dass gezielt ein Wegfahren vorbereitet wurde. Ob dann ein gezielter Kopfschuss angemessen ist, wage ich zu bezweifeln.

Vielleicht war es auch eine unglückliche Verkettung von Umständen, oder es gibt etwas, was man auf den Bildern nicht sieht (beispielsweise eine Waffe im Auto), das wurde aber nicht offiziell kommentiert.

Letztlich ergibt sich aus den bisherigen Infos (die Frau hat die Arbeit der ICE wohl gezielt behindert) und den visuellen Infos für mich das Bild eines nicht nachvollziehbaren vollkommen überzogenen Schusswaffeneinsatzes mit Todesfolge. Und es gibt eine offizielle Erklärung des Staatsoberhauptes, die sich für mich anhand der Bilder nicht nachvollziehen lässt.

Man muss sich klar sein, wo man in den USA mittlerweile angekommen ist. Man stelle sich hier vor, der Bundesgrenzschutz erschießt jemanden in Hamburg und während Bundeskanzler Friedrich Merz die Einsatzkräfte lobt und das bösartige Opfer online verhöhnt, widerspricht der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher der Version des Kanzlers öffentlich und schimpft, der Bundesgrenzschutz solle endlich abziehen und die Bevölkerung Ruhe bewahren.

Schöne neue Welt. Da bin ich gerne einer dieser vielen woken Spinner, die keinen Durchblick haben und das nicht gut finden.

TriVet
09.01.2026, 12:31
Come on, du weißt, was ich meine.
Juristische Feinheiten sind bei einem Prozess (ob der kommt, wage ich zu bezweifeln) wichtig und richtig.
Hier sind sie zweitrangig.
Der Typ erschiesst am helllichten Tag eine Frau. :Nee:

Adept
09.01.2026, 12:37
Ich finde auch, dass da der Schusswaffengebrauch auf die Person völlig unangemessen war. Aber wir sehen das aus deutscher Perspektive, und dort gelten andere Regeln.

Hier lassen sich auch Polizisten verletzen oder sogar werden tödlich verletzt, bevor sie eine Waffe verwenden. In den USA, wo jeder eine Waffe besitzt, wird dass ganz anders gehandhabt.

TriVet
09.01.2026, 12:40
Was eine unerträgliche Relativiererei.
Zum kotzen.
Auch und selbst dort dürfen die cops nicht einfach jemanden abknallen.
Selbst wenn die erschossene nicht unschuldig gewesen wäre.

phonofreund
09.01.2026, 13:03
Ich finde auch, dass da der Schusswaffengebrauch auf die Person völlig unangemessen war. Aber wir sehen das aus deutscher Perspektive, und dort gelten andere Regeln.

Hier lassen sich auch Polizisten verletzen oder sogar werden tödlich verletzt, bevor sie eine Waffe verwenden. In den USA, wo jeder eine Waffe besitzt, wird dass ganz anders gehandhabt.

Wer zuerst zieht.........

Adept
09.01.2026, 13:34
Was eine unerträgliche Relativiererei.
Zum kotzen.
Auch und selbst dort dürfen die cops nicht einfach jemanden abknallen.
Selbst wenn die erschossene nicht unschuldig gewesen wäre.

Ja, schwierig für dich nachzuvollziehen, dass es andere Konzepte des Zusammenlebens gibt. Aber die gibt es wirklich! Und die meisten Amerikaner finden das Setup ok und das ist das Entscheidende.

deralexxx
09.01.2026, 13:45
Vorgestern waren noch alle Experten für Hochspannung, heute ist in sozialen Netzwerken jeder Forensiker und Anwalt. Ich fände es besser, wenn der Fokus darauf läge, dass Ermittlungsbehörden und Gerichte sich damit beschäftigen. Aber die führenden Politiker gehen da ja mit schlechtem Beispiel voran.

:-/

TriVet
09.01.2026, 13:46
Du kannst das sicher belegen, dass die Mehrheit der Amerikaner polizeiliche Gewalt und Willkür gut findet.

Adept
09.01.2026, 13:50
Du kannst das sicher belegen, dass die Mehrheit der Amerikaner polizeiliche Gewalt und Willkür gut findet.

Das hat keiner behauptet. Das ist nur in deinem Kopf entstanden.

TriVet
09.01.2026, 13:55
Jo, eigentlich muss man gar nicht in die Staaten gehen, um extreme kackbratzen zu finden.
Ob das jetzt blau/braune Schlümpfe sind oder Rotkäppchen, Gewalt (gegen andere) finden die alle toll.

TriVet
09.01.2026, 14:11
Wie lange dauert es noch bis zum civil war?
Nach den midterms? Demokraten gewinnen haushoch, maga und Trump akzeptieren einfach nicht und schon geht es los.
Ich tippe auf Anfang 2027…😏

Genussläufer
09.01.2026, 14:16
Man muss sich klar sein, wo man in den USA mittlerweile angekommen ist. Man stelle sich hier vor, der Bundesgrenzschutz erschießt jemanden in Hamburg und während Bundeskanzler Friedrich Merz die Einsatzkräfte lobt und das bösartige Opfer online verhöhnt, widerspricht der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher der Version des Kanzlers öffentlich und schimpft, der Bundesgrenzschutz solle endlich abziehen und die Bevölkerung Ruhe bewahren.


Ersetze Peter Tschentscher durch Ulrich Siegmund und Hamburg durch Magdeburg. Ein nicht völlig unrealistisches Szenario. Dann könnten die Gräben ähnlich tief sein. Das würde dann nicht für das von Dir skizzierte Beispiel zutreffen. Das Prinzip würde sich aber in eine ähnlich Richtung verschieben.

Antracis
09.01.2026, 15:53
Ersetze Peter Tschentscher durch Ulrich Siegmund und Hamburg durch Magdeburg. Ein nicht völlig unrealistisches Szenario. Dann könnten die Gräben ähnlich tief sein. Das würde dann nicht für das von Dir skizzierte Beispiel zutreffen. Das Prinzip würde sich aber in eine ähnlich Richtung verschieben.

Nur das die Rollenverteilung glücklicherweise invers ist und Ullrich Siegmund, auch wenn vermutlich bald der erste rechtsextreme Ministerpräsident Deutschlands, schon ein Extrembeispiel innerhalb Deutschlands. (Und Teil des vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD-Landesvertbandes). Also jemand, der die aktuelle staatliche Ordnung nicht anerkennt und abschaffen will. Das hat er ja schon mit seinen möglichen Veränderungen im Falle eines Wahlsieges angekündigt mit gezielten Angriffen u.a. auf die Pressefreiheit.

Aber das Deutschland auf dem besten Weg ist, eine ähnlich problematische Entwicklung hinzulegen, wie die USA, ist sicher richtig. Ich sehe uns da aber glücklicherweise noch etwas hinterherhängen. Ich hoffe nur, dass sich beide Demokratien als stark genug erweisen, das auszuhalten.

Antracis
09.01.2026, 17:14
Nachdem ich mir jetzt JD Vance öffentliche Pressekonferenz angeschaut habe, geht der Umbau des Systems in den USA wohl doch schneller als ich gedacht hätte. Aber mal abwarten.

Demokratien sterben ja eher schleichend, als durch einen heftigen offenen Verfassungsbruch. Es sieht ja so aus, als wenn zunächst die eigentliche verfassungsgemäße Lage unangetastet bleibt, aber die praktische Wirksamkeit erodiert wird.

Ausweitung von Überwachung und Verlagerung der politischen Entscheidungen in Verordnungen und Verwaltungspraxis haben wir schon. Kritik wird von Regierungsseite als Illoyal, naiv oder verantwortungslos stigmatisiert.

Oder wie von Steve Bannon kriminalisiert, der den Regierenden von Minneapolis ins Gefängnis werfen lassen will.


Ich hab mal ChatGPT gefragt, was Frühindikatoren für das Sterben einer Demokratie sind:

Grundrechte gelten "grundsätzlich", aber mit immer mehr Ausnahmen

Gerichte bestätigen Eingriffe, weil sie verhältnismäßig erscheinen.

Kritik wird nicht verboten, aber delegitimiert

Der Rechtsstaat wird als Hindernis, nicht als Schutzrahmen dargestellt


Dann hoffen wir mal, dass der Patient trotzdem überlebt.

Genussläufer
09.01.2026, 17:30
Aber das Deutschland auf dem besten Weg ist, eine ähnlich problematische Entwicklung hinzulegen, wie die USA, ist sicher richtig. Ich sehe uns da aber glücklicherweise noch etwas hinterherhängen. Ich hoffe nur, dass sich beide Demokratien als stark genug erweisen, das auszuhalten.

Genau das war der Punkt, den ich machen wollte :Blumen:

Genussläufer
09.01.2026, 17:33
Ich hab mal ChatGPT gefragt, was Frühindikatoren für das Sterben einer Demokratie sind:

Grundrechte gelten "grundsätzlich", aber mit immer mehr Ausnahmen

Gerichte bestätigen Eingriffe, weil sie verhältnismäßig erscheinen.

Kritik wird nicht verboten, aber delegitimiert

Der Rechtsstaat wird als Hindernis, nicht als Schutzrahmen dargestellt


Dann hoffen wir mal, dass der Patient trotzdem überlebt.

Das liest sich aber stark nach den Coronamaßnahmen ;)

Der Unterschied ist sehr sicher, dass wir bei den Amerikanern eine langfristige Veränderung sehen.

Übrigens haben sie jetzt eine Liste der 66 internationalen Organisationen, Kommissionen, Komitees und Verträgen veröffentlicht, die sie verlassen werden. Darunter: IPCC, Pariser Klimaabkommen, UN Population Fund, etc. Das ist eine krasse uns schnelle Entwicklung.

Helios
09.01.2026, 17:49
Vorgestern waren noch alle Experten für Hochspannung, heute ist in sozialen Netzwerken jeder Forensiker und Anwalt. Ich fände es besser, wenn der Fokus darauf läge, dass Ermittlungsbehörden und Gerichte sich damit beschäftigen. Aber die führenden Politiker gehen da ja mit schlechtem Beispiel voran.

:-/

über die Individual Interpretierung bewegter Bilder bin ich erstaunt, vermutlich liegt es daran, dass unterschiedliche Gehirne eine unterschiedliche Verarbeitungsgeschwindigkeit der Bilder haben, sodass jeder seinen individuellen Film sieht.

Ein cop hält dir eine Waffe vor die Nase - mehrere Cops kommen auf dich zu - Du fährst auf den Cop mit der Waffe zu - und du wunderst dich, dass er dich erschiesst???

das ist sein job.

Er ist der Boss.

wer es anders sieht :Maso: :Maso: ist voll deppert, da lebensmüde.

Wenn Du in den Lauf eines Panzers schaust, dann zielt er auf dich.

Pascal
09.01.2026, 18:11
das ist sein job.

Er ist der Boss.

wer es anders sieht :Maso: :Maso: ist voll deppert, da lebensmüde.



So so, so schlichtgeistig ist es. Wenn auf mich jemand zufährt würde ich zur Seite springen. So einfach.

Das Fahrzeug hat den mutmaßlichen Mörder überhaupt nicht berührt. Und das obwohl er eben nicht zur Seite gesprungen ist.

Helios
09.01.2026, 18:23
So so, so schlichtgeistig ist es. Wenn auf mich jemand zufährt würde ich zur Seite springen. So einfach.

Das Fahrzeug hat den mutmaßlichen Mörder überhaupt nicht berührt. Und das obwohl er eben nicht zur Seite gesprungen ist.

ich würde auch erst mal die Option (bitte ankreuzen)
a) Tod stellen
b) FLUCHT (<= wählen)
c) Kämpfen ,

da ich kein Cop bin und keine Waffe mit mir herumschleppe und es nicht mein Job ist, dort ist es aber anders und die handelnden Personen sind Andere.

Ich geh sogar davon aus, dass genau diese Situationen am Simulator trainiert werden und er als Vertreter des Rechtsstaates sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen DARF - er also so handeln muss (das ist Spekulation).

P.S. Dirty Harry, der Polizist von Magdeburg, der den Weihnachtsmarktattentäter aus dem Wagen gezogen hat, von dem hätte ich auch erwartet, dass er den Attentäter mit Waffengewalt gestoppt hätte, wenn er nicht Folge geleiste hätte.

Genussläufer
09.01.2026, 18:35
P.S. Dirty Harry, der Polizist von Magdeburg, der den Weihnachtsmarktattentäter aus dem Wagen gezogen hat, von dem hätte ich auch erwartet, dass er den Attentäter mit Waffengewalt gestoppt hätte, wenn er nicht Folge geleiste hätte.

Da war nun aber offensichtlich etwas vorausgegangen. Ob das in diesem Fall hier so war, sieht aktuell nicht so aus. Da muss man auf die Untersuchung warten. Dass die Jungs und Mädels in Uniform auch unter immensen Druck stehen und Gefahr ausgesetzt sind, bleibt davon unbenommen.

Antracis
09.01.2026, 18:55
Das liest sich aber stark nach den Coronamaßnahmen ;)

Der Unterschied ist sehr sicher, dass wir bei den Amerikanern eine langfristige Veränderung sehen.

Und das halt inbesondere auch, weil die Corona-Pandemie nicht das Resultat einer politischen Initiative mit dem Ziel eines deutlichen Staatsumbaus war.

Ich finde ja die aktuelle angebliche Konkurrenz zwischen Rubio und Vance interessant. Während ich Vance für noch gefährlicher als Trump halte ( weil deutlich idologischer auf einen Regimewechsel fixiert, Trump sehe ich da eher ökonomisch pragmatisch aufgestellt, das ist eher der MachtTyp Herrmann Göhring…), erscheint mir Rubio hingegen sehr konservativ, aber wenig ideologisch aufgeladen ( vielleicht irre ich mich da aber). Wenn sich diese Richtung durchsetzen würde, täte ich da mehr auf die Demokratie wetten.

Antracis
09.01.2026, 22:12
Ich geh sogar davon aus, dass genau diese Situationen am Simulator trainiert werden und er als Vertreter des Rechtsstaates sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen DARF - er also so handeln muss (das ist Spekulation).

In einem Rechtsstaat gilt das Gebot der Verhältnismäßigkeit. Das ist keine Spekulation, sondern Gesetz.


Auf den Videos ist die Situation aus zwei Perspektiven zu sehen. Selbst mit sehr wohlwollender Deutung und allen geometrischen Kunstgriffen ist das nicht mit Trumps Beurteilung der Situation in Deckung zu bringen. Das ist nicht weniger, als eine Verhöhnung des Opfers und eine öffentliche Einschüchterung.

Das ist letztlich wie wenn man in einer Zeitlupe aus zwei Winkeln beim Fussball eine klare Schwalbe im TV sieht und der Trainer behauptet, der Verteidiger habe sein Bein arglistig unter den strauchelnden Stürmer gehalten und diesem keine Chance gelassen, Nur überhaupt nicht lustig, weil halt ein Mensch gestorben ist. Und weitere sterben werden.

Genussläufer
09.01.2026, 23:00
Ich finde ja die aktuelle angebliche Konkurrenz zwischen Rubio und Vance interessant. Während ich Vance für noch gefährlicher als Trump halte ( weil deutlich idologischer auf einen Regimewechsel fixiert, Trump sehe ich da eher ökonomisch pragmatisch aufgestellt, das ist eher der MachtTyp Herrmann Göhring…), erscheint mir Rubio hingegen sehr konservativ, aber wenig ideologisch aufgeladen ( vielleicht irre ich mich da aber). Wenn sich diese Richtung durchsetzen würde, täte ich da mehr auf die Demokratie wetten.

So optimistisch wäre ich bei Rubio nicht. Allerdings ist er anders ideologisch aufgeladen. Das liegt sicher auch an seiner Herkunft und dem tiefen Hass gegen das kubanische Regime. Böse Zungen behaupten, dass die Kolonialisierung von Venezuela - anders kann man das m.E. nicht bezeichnen, den Kubanern die Energie abdreht. Das würde wahrscheinlich sogar funktionieren.

Dass Maduro auch ein Drecksack war und bis heute schon ein Viertel der Bevölkerung das Land verlassen hat, ist natürlich eine schöne Einladung gewesen.

qbz
10.01.2026, 01:32
Ein paar Zitate aus dem zentralen Artikel des (fortschrittlichen) "Institute for Policy Studies" zum militärischen Angriff auf Venezuela und zur Entführung von Maduro:

"To be sure, someone will benefit from this invasion — just not ordinary Americans. The president has offered oil companies taxpayer dollars to take Venezuela’s oil. They hardly need the help, though they did contribute handsomely to his campaign.

Despite previous claims by the administration, this move is far more about oil than drugs, since Venezuela isn’t a supplier of the fentanyl that still causes so many deaths — and even the cocaine trafficked through Venezuela tends to head to Europe, not the United States. Either way, the U.S. shouldn’t be in the business of deposing every questionable leader in the world by military force.
.......
And in December, members of both parties passed a $1 trillion war budget with zero safeguards to stop something like the Venezuela invasion — which, again, was easy to see coming. Members of Congress passed the $1 trillion war budget at the same time that Congressional Republicans voted to refuse help for millions of Americans struggling to afford health insurance. So the invasion went forward even while millions of Americans did the math on just surviving until the next paycheck......"

Congress Must Stop This War and Help Working Americans. Instead
Health costs are doubling, food prices are rising, and the safety net is shredded. So why are we launching an illegal war to help oil companies? (https://ips-dc.org/congress-must-stop-this-war-and-help-working-americans-instead/)