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2.11.10
Ironman auf der Kurzstrecke: Fluch oder Rettung?
Die Heuschrecke fällt auf der Kurzdistanz ein, las man kürzlich in der Frankfurter Rundschau. Sollte heißen: Ein rein am Mammon interessiertes Unternehmen schafft Angebote für die Kurzstreckler. Ich finde: Zum Glück! Es wurde höchste Zeit.

Zehn Jahre nach der Aufnahme des Kurzstrecken-Triathlons in das olympische Programm, bietet dieses Format ein zwiegespaltenes Bild: Die ITU, der verbandsartig strukturierte Gegenpol zur privatwirtschaftlichen WTC, hat für die Spitzenprofis eine attraktive Plattform geschaffen. Das olympische Rennen und die neue WM-Serie haben Gewicht und finden Beachtung bei den Zuschauern – zumindest so viel, wie man es bei einer Randsportart erwarten darf.

Doch es ist eine geschlossene Gesellschaft, die sich in diesen Rennen miteinander misst: Wer nicht zu den kleinen Top-Kadern gehört, wird nicht mitgenommen. Für die zweite Garde der Kurzstreckler bleibt der Weltcup, der sportlich unterhalb der WM-Serie angesiedelt ist und zumindest in Deutschland nur von Insidern wahrgenommen wird. Für die Athleten sind diese medial kaum existenten Rennen fernab der Heimat Durchgangsstationen auf dem Weg zur WM-Serie.

Deutsche Triathlonligen

Zur Bestandsaufnahme der Kurzstrecke gehören auch die deutschen Triathlonligen. Schon die phantasievollen Rennformate, die aus meiner Sicht zumindest teilweise eine Ähnlichkeit mit dem Kurzstreckentriathlon schmerzlich vermissen lassen, zeigen, wie schwer es ist, dem Triathlon trotz Windschattenfreigabe Spannung einzuhauchen.

Dabei ist der sportliche Wert, also die Klasse der Athleten, sehr beeindruckend und über jeden Zweifel erhaben. Die Kulisse der Austragungsorte wird jedoch dem sportlichen Niveau nicht immer gerecht. Der Kampf mit den Behörden drängt diese Events im besten Fall in die Vorstädte, meistens jedoch in menschenleere Diaspora. Sei’s drum: Das gibt es auch in anderen Randsportarten, z.B. Tischtennis oder Badminton, wo man ähnlich unprätentiöse Austragungsorte in den Schulsporthallen der Vorstädte hinzunehmen hat.

Problematisch ist auch der Mannschaftsgedanke, denn Triathlon ist grundsätzlich kein Mannschaftssport. Sowohl im Spitzensport, also der WM-Serie und den Olympischen Spielen, als auch im Breitensport der Jedermänner gibt es keine Mannschaften. Die Ligen sitzen hier wahrlich zwischen allen Stühlen, denn sie profitieren weder von den (Vor-)Bildern der Spitze, noch von einer tragfähigen breitensportlichen Basis. Mannschaften sind ein Spezialfall, eine kleine Nische innerhalb eines Nischensports, und kein Fernsehzuschauer oder Zaungast wird je kapieren, was das soll.

Das Comeback der Kurzdistanz

Das Konzept der WTC für die Kurzstrecke ist so simpel, dass es einem den Atem verschlägt. Man nehme eine ganz normale Kurzstrecke, trage sie nach den guten alten Triathlonregeln aus (kein Windschatten, keine Doppel-, Tripel-, oder Sonstwas-Sprints, keine Mannschaften), sorge für die Kulisse eines großen Events und lobe ein hohes Preisgeld aus, das Spitzenprofis und in ihrem Schlepptau die Medien bringt. That’s it. Mache ein Produkt, das die Leute haben wollen, mache es gut und verlange einen Preis, den die Leute bezahlen werden.

Das Comeback der Kurzdistanz! Ohne Windschattenfahren! Alle drei Disziplinen des Triathlons, statt nur zweieinhalb! Ich finde, das ist eine frohe Botschaft. Hatten wir nicht bereits bei der vermaledeiten Einführung des Draftings, das alten Hasen nach wie vor als unehrenhaft vorkommt, gesagt, der Markt würde es schon richten? Jetzt ist es soweit. Der ITU fliegt ihr von der Basis abgehobenes Rennformat um die Ohren. Die ITU, die ihren Schwerpunkt stets auf der Kurzstrecke sah, hat vergessen, ihre ureigenste Klientel angemessen zu bedienen. Wo können sich heute die radstarken Kurzstreckler wie Kienle und Böcherer präsentieren? Für die WTC wird das ein Durchmarsch.

Ich glaube, dass auch der Erfolg der 70.3-Serie auf ein Versäumnis der ITU zurückgeht, sowohl den radstarken Spitzenathleten als auch den Breitensportlern ein interessantes Rennformat auf der Kurzstrecke anzubieten. Wer an einem großen Wettkampf unterhalb der Langdistanz teilnehmen wollte, hatte nur wenige Alternativen. 

Der WTC als Veranstalter eventartiger Kurzstreckenrennen ohne Drafting bietet sich eine "gmahte Wiesn" (gemähte Wiese), wie man in Bayern sagen würde: zumindest in Deutschland perfekte Vorbedingungen, eine große Basis an Triathleten, bärenstarke Athleten auf der Kurzstrecke und ein allgemeiner Trend hin zu eventartigen Triathlons mit großer Strahlkraft. Eine große Kundschaft, die nur darauf wartet, bedient zu werden. Kurzstreckentriathlon, draftingfrei auf der Bühne großer Triathlonevents – ein todsicheres Konzept.

Gewinn für die Athleten

Die WTC will Kasse machen, das ist klar. Doch für die Athleten ist es ebenfalls ein Gewinn: Dem Spitzenprofi, der in der Lage ist, um den Sieg mitzustreiten, bietet sich die Aussicht auf ein spektakuläres Preisgeld: 25.000 Dollar für den Sieg in einem einzelnen Rennen, 1.000.000 Dollar für den Sieg beim Finale. Außerdem die Medienwirksamkeit der WTC, gegen die die ITU nicht ankommt (man vergleiche nur ein beliebiges 70.3 Rennen gegen die ITU-Weltmeisterschaft auf der Langdistanz). Wobei man sich auf beiden Seiten auf niedrigem Niveau bewegt, wenn man von Hawaii einmal absieht.

Verlierer werden auf Seiten der Sportvereine ausgemacht, die kleine und mittlere Triathlons auf ehrenamtlicher Basis veranstalten. Ich teile diese Sorge nicht. Heute gehen kleinere Veranstaltungen nicht daran zugrunde, dass keine Teilnehmer zu den Rennen kämen. Sondern dass die ehrenamtlichen Veranstalter das Handtuch werfen, weil Behördenstress, persönliches Haftungsrisiko und – mangels Sponsoren – finanzieller Ertrag in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. Ich sehe die Veranstaltungen der großen Eventagenturen eher als Lokomotiven, die auch die kleinen Triathlons mitziehen. Sponsoren, Gemeinderäte und Landratsämter sind eher zu motivieren, wenn es bekannte Wettkämpfe mit positivem Image gibt. Es ist ein Verdienst der großen Veranstalter, dass unsere Spinnerei salonfähig geworden ist.

Risiko für die WTC

Schöne neue Welt auf der Kurzdistanz? Ja, mit einer Bedingung: Die WTC und die Rennveranstalter bekommen das Windschattenproblem in den Griff. Dass dies keineswegs einfach wird, ist bekannt und war ja die bittere Einsicht, die zu den heutigen Drafting-Wettkämpfen geführt hat. Allerdings hat man in Zuge des Olympia-Hypes vorschnell das Kind mit dem Bade ausgeschüttet: Das Drafting-Problem wurde gelöst, indem man das Radfahren mehr oder weniger abgeschafft hat. Auf ein Neues!

Ob die WTC die Wichtigkeit fair ablaufender Wettkämpfe im Hinblick auf das Drafting richtig einschätzt, muss leider bezweifelt werden. Denn selbst eines der Aushängeschilder der WTC, die Weltmeisterschaft im 70.3-Format in Florida, ist unter den Aspekten sportlicher Fairness eine Lachnummer. Der Athlet, der für einen regelkonformen Wettkampf bezahlt hat und nicht für eine RTF unter Gleichgesinnten, wurde in den vergangenen Jahren wiederholt über den Tisch gezogen. Auf der Kurzstrecke ist mit solchen Verhältnissen ungleich mehr zu rechnen, und sie sind schwerer abzustellen.

Zwar finden sich bestimmt genügend Starter, die, angezogen durch das M-Dot Logo, eine Kurzdistanz bestreiten wollen und denen die Erleichterung durch das irreguläre Fahren im Pulk ganz gelegen käme. Der Rubel würde also auch bei großzügiger Auslegung der Draftingregel und damit geringerem sportlichen Wert ausreichend rollen, während konsequent ausgesprochene Zeitstrafen oder selektive Strecken eher abschreckend wirken dürften.

Doch für die Marke "Ironman" steckt ein weitreichendes Risiko im neuen Rennformat. Sie steht für die Balance von Event und Sport, von kommerziell perfektionierter Show und idealistischem Wettstreit. Bereits heute sehen viele Athleten die Show und das ungenierte Ausschlachten eines Mythos als dominant gegenüber dem eigentlichen Sport. Gerät diese Balance in den Augen der Sportler aus dem Gleichgewicht, hat die WTC einen ernstzunehmenden Imageverlust zu befürchten. Bilder von einer Windschattenorgie würden zumindest auf dem deutschen Markt erheblichen Schaden anrichten. Aber auch international ist die Lage angespannt: Das jüngste Beispiel um das "Ironman Acces Membership Program", das der WTC von den eigenen Kunden als "Abzocke" um die Ohren gehauen wurde, ist ein erster Warnschuss.

Doch wenn der Spagat gelingt, wird es interessant auf der Kurzstrecke wie schon lange nicht mehr. Und zwar als Teilnehmer und Zuschauer.
Arne Dyck

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