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1.08.10
Vom Überleben des Stärkeren
Triathlonprofi Max Renko über die neuen Regeln zur Hawaii-Quali der Profis
Triathlonprofi Max Renko über die neuen Regeln zur Hawaii-Quali der Profis
Ein Gespenst geht um im WTC-Profizirkus, das Gespenst des Kona Pro Rankings. Während der durchschnittliche Altersklassenathlet noch seine Wunden vom Ironman Austria oder Germany leckt, und so mancher seine Saison insgeheim schon für beendet erklärt hat, herrscht bei uns im Profilager einige Aufregung. Die World Triathlon Corporation, Inhaberin der Marke „Ironman“, hat zum zweiten Mal binnen eines Jahres die WM-Qualifikationsnormen für Profiathleten radikal geändert.
Von Max Renko

Auf dem Weltmarkt für Triathlonveranstaltungen über Mittel- und Langdistanz herrscht ein beinharter Verdrängungswettbewerb. Seit sich die Challenge Roth um Bewerbe in Wanaka, Kopenhagen und Barcelona zur Challenge-Serie zusammengeschlossen hat und in deren Fahrwasser Konkurrenten wie die Tristar- oder Rev3-Serie Morgenluft gewittert haben, fürchtet die ehemalige Quasi-Monopolistin WTC um ihre Vorreiterrolle.

Als erste Kampfmaßnahme wurde North American Sports – und damit sämtliche nordamerikanischen Ironman-Bewerbe – gekauft. Inzwischen wird auch in Europa brav weiter investiert, so hat man sich u.a. mit Triangle den Ausrichter von IM Österreich, Südafrika, Frankreich sowie IM 70.3 Österreich und Südafrika einverleibt.

WTC = We Take Cash?

Ende 2009 wurden dann neue Regeln (nur) für Profiathleten eingeführt. Ab sofort musste man um USD 750,-/Jahr eine eigene WTC-Profilizenz kaufen. Damit wären Freistarts bei allen M-Dot-Bewerben gesichert, zudem würde man Teile des Geldes für den Dopingkampf verwenden. Zusätzlich führte man Hürden bei WM-Qualifikation und Preisgeld-Erwerb ein: Für die Kona-Quali darf man seit heuer nur mehr 5%, um Preisgeld zu erhalten maximal 8% hinter dem Sieger das Ziel erreichen. Dass rund um den Globus zusätzlich noch das ausgeschüttete Preisgeld gekürzt wurde, während Rennen binnen Stunden ausgebucht (Nachfrage und Umsatz also unverändert hoch waren), konnten ich und viele meiner Kollegen nur kopfschüttelnd mitansehen.

Rein theoretisch leben wir in einer freien Marktwirtschaft, wo jeder Konsument (Profiathlet) sein Produkt (WTC-Bewerb vs. Langstrecke eines anderen Veranstalters) frei wählen kann, de facto herrscht die WTC allerdings als übermächtige Quasi-Monopolistin, auf deren Gegenüberseite sich keinerlei Athletengewerkschaft oder ein sonstiges gemeinsames Sprachorgan findet.

Es wäre vielleicht fairer gewesen, hätte man wie in manch anderer Sportart Rückstandsregeln auf den Zweitplatzierten hergenommen. Dann hätte man solch Situationen wie beim IM Austria 2010, wo Markus Fachbach als Vierter (8:20!) bereits keinen Hawaii-Slot bekam, weil ein außerirdischer Marino Van Hoenacker am Start war, verhindern können. Oder ein anderes Beispiel: Bei der WM 2009 lag bereits die Viertplatzierte Tereza Macel mehr als 5% hinter Chrissie Wellington, aber weniger als 2% hinter der zweitplatzierten Mirinda Carfrae zurück.

Doch das ist alles bereits wieder Geschichte. Vor zwei Wochen hat die WTC einen komplett neuen Entwurf präsentiert: die Kona Pro Rankings (KPR). Sie sind vergleichbar mit der vom Radsport bekannten UCI-Weltrangliste. Als mittelgroße Überraschung wurde diesmal nicht über die Köpfe der Pro-Athleten hinweg entschieden, sondern diese um ihre Inputs und Kommentare gefragt. Nun steht der finale Entwurf, wie er ab dem 2011er Quali-Jahr (ab September 2010) gelten wird. Die Eckpunkte sind wie folgen:

  • Die besten 5 Ironman- und 70.3-Bewerbe des Quali-Zeitraums kommen in die Wertung
  • Die besten 50 Herren und 30 Damen mit Stichtag 31. August sind qualifiziert, wobei die besten 40 (25) Athlet(inn)en per 31. Juli fix qualifiziert sind und die restlichen 10 (5) Pro-Slots im verbleibenden Monat ausgekämpft werden. Sollte einer der qualifizierten Pros ihren/seinen Slot nicht annehmen, wird er automatisch an die 26. Athletin/den 51. Athleten weitergegeben usw.
  • Normale Ironman-Bewerbe haben 2000 oder 1000 Punkte für den Sieger, 70.3-Rennen 750 oder 500. Ausgenommen sind Kontinental-Meisterschaften (IM: 4000 Punkte, 70.3: 1500 Punkte) sowie Kona (6000 Punkte) und Clearwater (3000 Punkte).
  • Ehemalige Profi-Hawaiisieger sind nicht mehr lebenslang, sondern nur mehr 5 Jahre automatisch qualifiziert. Für ihre jeweilige Age-Group behalten sie ihren Lifetime-Slot jedoch.
  • 70.3-Rennen haben USD 15.000 (bis Platz 5) oder USD 50.000 (bis Platz 8) Preisgeld. Ironman-Rennen USD 25.000 (bis Platz 6) oder USD 75.000 (bis Platz 10) Preisgeld, welches zu gleichen Teilen aus das Damen- und Herrenfeld aufgeteilt werden.
  • Neben der WTC-Jahreslizenz (USD 750,-) gibt es nun auch Tageslizenzen (70.3: USD 200, IM: USD 400,-) zu erstehen, die entsprechend auf Jahreslizenzen aufgerüstet werden können.
  • Die Prozent-Rückstandsregeln fallen weg

Dazu ein paar Amerkungen meinerseits: Prinzipiell finde ich den neuen Entwurf durchaus interessant, wenngleich er meiner Meinung nach aus den falschen Motiven heraus erfolgt. Ich vermute, dass wir Pro-Athleten der WTC eher ein Dorn im Auge sind, der nur unnötig Startplätze von zahlungswilligen Age-Groupern wegnimmt. Wenn man bedenkt, dass jährlich 90.000 Hobby-Athleten in den Kampf um 1500 Kona-Slots einsteigen (1:60), so könnten 50 zusätzliche Slots von den Pros knapp 3000 zusätzliche Age-Grouper bringen, die um den Traum von Hawaii rittern. Oder anders gerechnet: 80 lästige Pro-Athleten weniger sind 80 freie Slots für Altersklassen-Athleten, die sich fein auf zwei neue IM-Rennen aufteilen ließen.

Auch die USD 750,- für die jährliche WTC Pro-Lizenz stoßen mir und anderen sauer auf. Ursprünglich sollte damit der Doping-Kampf mitgetragen werden. Doch um eine WTC-Lizenz beantragen zu können, benötigt man ohnehin eine Profi-Lizenz des nationalen Verbandes (in meinem Fall des ÖTRV), durch welche man automatisch in einen rigorosen Test-Pool inkl. täglicher Information über den Aufenthaltsort integriert ist. Zusätzliche Kontrollen durch die WTC habe ich bisher noch keine gehabt.

Eines der größten Probleme mit der neuen Regelung ist aber der Modus per se: Selbst als Sieger eines Ironman-Bewerbes kann man sich seines Starts auf Hawaii nicht sicher sein. Ein Sieg beim ebenso legendären wie schweren IM Lanzarote (P-1000 Rennen) ist nur so viel wert wie ein siebter bis achter Platz beim IM Südafrika (P-2000 Rennen). Als Pro-Athlet mit Hawaii-Ambitionen ist man also gezwungen, mehrere IM-Rennen pro Jahr zu machen – im Idealfall fünf Stück. Nachdem zwei bis drei Langdistanzrennen in Top-Form auch für die meisten Profis das Oberlimit darstellen, kann man sich leicht ausrechnen, wie es dann in Kona um die Wettkampfform bestellt sein wird. Die (nicht ganz ernst gemeinte) Alternative wäre exzessiver Wachstumshormonmissbrauch, um die Erholung entsprechend zu beschleunigen.

Hinzu kommt, dass alle sechs kontinentaleuropäischen IM-Rennen binnen sechs Wochen stattfinden, während etwa in Nordamerika über einen weitaus größeren Zeitraum Punkte gesammelt werden können. Die WTC argumentierte, dass man mit dem neuen System eine bessere Verdienstmöglichkeit für Profis schaffen wollte – in wieweit dies nun, da man mehrmals um die halbe Welt fliegen muss, gegeben ist, sei dahingestellt.

Es liegt die Vermutung nahe, dass die neuen Regeln wurden nicht zum Wohle des Sports, sondern zum Wohle einer Private-Equity-Gesellschaft geschaffen wurden. In der Praxis werden künftig wohl weniger Pro-Athleten versuchen sich für die WM zu qualifizieren, weil besonders für Europäer Kosten (3 x IM-Reise à 1.500,- plus 3.000,- für den Hawaii-Trip = 7.500,-) und Nutzen kaum in einem rational argumentierbaren Verhältnis stehen.
Max Renko

Über den Autor
Max Renko, Jahrgang 85, ist seit dem 1. Januar diesen Jahres Triathlonprofi. Der Österreicher hat aktuell eine Ironman-Bestzeit von 8:35 Std. (Klagenfurt). 

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Website Max "Rocco" Renko

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