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8.03.10
Warum ausgerechnet China?
Erhitzt sich nach dem Öffnen von selbst: Hühnersuppe in China
Erhitzt sich nach dem Öffnen von selbst: Hühnersuppe in China
Diese Frage habe ich mir inzwischen auch schon ein paar Mal gestellt, aber mittlerweile gewöhnen wir uns daran. Der erste Kontakt mit der chinesischen Welt fand schon am Flugsteig in Amsterdam statt, wo wir auf unser Boarding warteten.
Von Jürgen Sessner

Ich setzte mich neben einen Abfalleimer und keine 10 Sekunden später kam ein  kleiner Chinese, zog mal kräftig hoch bis in die letzten Gehirnwindungen und spuckte seinen Naseninhalt in den Eimer. Ich schaute ihn böse an und er lächelte. Keine 2 Minuten später kam der nächste und machte genau das gleiche. Und dann ging das im gleichen Takt so weiter.

Sauber, den Müll trennt keiner mehr. Ein bisschen angewidert war ich schon, aber im Flugzeug wurde es dann noch besser. Ich wusste gar nicht, daß man solche Geräusche beim Essen machen kann. In der Maschine saßen ja mindestens 200 Chinesen und die schmatzten sich einen Wolf, dass alles zu spät war. Weiterhin ist uns aufgefallen, daß chinesische Stewardessen Lachverbot haben und Chinesen auf deutsche Autos stehen. Zumindest mein Nachbar hat mir 3 Stunden lang ein Loch in den Bauch gefragt, wie viel ein BMW kostet und wie schnell man auf deutschen Autobahnen fahren kann.

Der erste Kontakt auf chinesischen Boden war dann eine Toilette, die ich dringend brauchte. Dort fühlte ich mich fast wieder wie Zuhause, das Waschbecken von Duravit, Urinale von Kohler und die Wasserhähne von HansGrohe. Hier wurde uns dann die nächste chinesische Eigenart vorgeführt: Im Drängeln sind sie Weltmeister. Sobald es eine Warteschlange gibt, sind sie nicht mehr zu halten. Wenn wir uns nicht angepasst hätten, würden wir heute noch in Peking am Zoll stehen.

Würdet Ihr das essen? Heidi Jesberger in China
Würdet Ihr das essen? Heidi Jesberger in China
Unsere Reiseroute führte uns von Nürnberg über Peking nach Guangzhou und dann weiter nach Hainan, wo der Ironman stattfinden wird. Die Insel soll so etwas wie das Hawaii des Ostens sein oder eher das Malle Deutschlands. Zumindest die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit erinnern stark an die Pazifikinsel. Ansonsten nehm ich dann lieber Hawaii, aber dazu morgen mehr.

Nach 15 Stunden reiner Flugzeit plus diversen Stopps kamen wir um 23 Uhr Ortszeit in unserem Hotel an, dem Crown Spa Resort Hainan. Es ist das offizielle Rennhotel und hat sogar einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde als das größte Spa- und Wellnesscenter der Welt. Guiness oder nicht, wir hatten Hunger und so klingelten wir um 2 Uhr nachts noch den Küchenchef aus dem Bett, um etwas zu Essen zu bekommen. Das schmeckte überraschenderweise außerordentlich gut und so konnten wir zufrieden auf unsere Betten sinken. Apropos Betten, daß Hotel hatte schon bessere Zeiten gesehen, aber die Matratzen sind gut und das Personal hier darf sogar freundlich sein.

Viele Grüße in die Heimat und bis zum nächsten Bericht aus Hainan.
Jürgen Sessner

Über den Autor
Jürgen Sessner ist Spezialist für Leistungsdiagnostik und Inhaber von Corpus Diagnostik. Im Rahmen des triathlon-szene Coachings schreibt er individuelle Trainingspläne. Als Trainer und Lebenspartner von Triathlonprofi Heidi Jesberger berichtet er täglich aus China.
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