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19.01.10
Triathlon "old school": Schneller durch Verzicht?
Image
Triathlon old school: Wissen, wo es lang geht. Bild: zettberlin
Triathleten waren schon immer innovativ und Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Doch schießen wir heute über das Ziel hinaus und sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr? Ulrich Fluhme erläutert in diesem Interview seine Sicht auf diese Dinge.
Von Ulrich Fluhme und Arne Dyck

Was verstehst Du unter dem Begriff "old school" im Triathlon?

Unter "old school" versteht man momentan wohl das, was frueher gemacht wurde und heute zwar respektiert aber eher nicht angewandt wird. Es sind Dinge, denen ein gewisser Respekt gezollt wird, die aber oft auch was schrulliges an sich haben, was kein Widerspruch sein muss.

Im Triathlon verstehe ich darunter Training und eventuell auch Wettkämpfen wie es zu Anfängen des Sports betrieben wurde. Einfach rausgehen und machen, ohne dabei aufwendige Utensilien und (Halb-) Wissenschaft zu bemühen.

Gab es diese hemdsärmelige Einstellung wirklich oder ist das eine romantische Verklärung der Vergangenheit?

Man kannte es nicht anders. Diese Einstellung war keine Wahl. 1985 sagte man nicht "Hey, jetzt lassen wir die Powercranks mal weg." Es gab ja keine. "Old school" bedeutet die Rückbesinnung auf etwas, was funktioniert hat. Im Nachhinein stellt man fest, dass das Gros jeglicher Veränderung eigentlich überflüssig war.  Es bedeutet sicher nicht, dass man damals bereits aktiv festgestellt hätte "Wir haben es raus. Nur so läuft’s."

Der Rückgriff auf "old school" ist theoretisch wohl nach ein paar Jahren immer möglich, sinneshalber sollte er aber nur auf die Ursprünge von etwas ganz Neuem angewandt werden.

Wenn ich Dich richtig verstehe, haben auch die Triathleten früherer Tage versucht, so fortschrittlich wie nur möglich zu sein.

Ursprünglich wollten sie wohl einfach nur einen Wettkampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen bestreiten. Dave Scott war wohl der erste "echte" Triathlet. Er nahm den Sport vollumfänglich an und sah ihn nicht lediglich als Ausgleich zu einem anderen Sport. Scott und Tinley waren die ersten, die wirklich Neues ausprobierten.

Wie kann man heute "oldschool" sein? Auf was sollte man verzichten?

Da gibt es keine Regeln, aber viele Möglichkeiten. Ich finde ein Athlet sollte sich immer kritisch fragen, ob sein Verhalten im Verhältnis zum Ergebnis rational zu rechtfertigen ist. Muss sich der Elf-Stunden-Ironman wirklich nach dem Training ein Proteinshake und irgendwelche Aminosäuren reinpfeifen, nur weil es die Werbung und der Vereinskollege behaupten? Da schießt man doch mit Kanonen auf Spatzen!

Ein anderes Beispiel etwas weiter oben auf der Leistungsleiter: ich berate einen Topagegrouper, Kona Kaliber. Der kam vor einiger Zeit auf mich zu und fragte mich, ob ich ihn coachen wolle. Anfangs bombardierte er mich mit Wattzahlen nach vierstündigen Grundlagenausfahrten: Heute seien es im Schnitt 198 Watt gewesen, letzte Woche 202. Es mache ihn ganz nervös, wenn er da unter 200 sei. Die ganze Radausfahrt schielte er immer auf die Leistungsmessung. Mein Rat war:
Bau’ das Ding ab und fahr einfach. Er war so begeistert, dass er es alsbald verkaufte. Seine Radleistung hat nicht gelitten.

Die Botschaft ist klar: Zu viel Technik lenkt vom Wesentlichen ab. Es kommt auf das Körpergefuehl an. Und das muss trainiert werden.

Wenn jemand mit dem ihm zur Verfügung stehenden Rahmenbedingungen das optimale Wettkampfergebnis erreichen will: Warum sind bestimmte Trainingsmethoden oder Ausrüstungen übertrieben, je nach dem, welche Endzeit er erreicht? Wo verläuft die Grenzlinie der Verhältnismäßigkeit?

Das ist das übliche Missverständnis von "old school" meiner Interpretation. Meiner Ansicht nach führt eben genau diese Detailversessenheit zum Gegenteil dessen, was damit erreicht werden soll. Internet, Presse und Vereinskameraden – alle haben das neueste, beste und geradezu unabdingbare Mittel. Also muss ich es auch haben, sonst kann ich meine Leistung nicht bringen. Der Sportler ist in permanenter Panik etwas zu verpassen. Man sehe sich das Entsetzen an, wenn das heilige Pulver im Trainingslager ausgeht oder für den Sprinttriathlon aus Versehen nur der alte Neo eingepackt wurde. Der "Old Schooler" ist flexibler, anpassungsfähiger und mental stärker, weil er weiß, dass seine Leistung nicht von marginalen Details abhängt. Er bringt genau das Selbstbewusstsein mit, das nachher entscheidend ist.

Materialfragen, Training und Wettkampfernaehrung sind sehr komplexe Themen. Nimmt der Verzicht auf die Details dem Triathlon nicht den Facettenreichtum, der ihn auszeichnet?

Ich kenne Profisportler, denen sind viele Dinge, die uns beschäftigen, völlig egal. Die gehen jeden Tag raus und machen ihren Sport in der Natur. Und sie sind gut dabei. Die haben keine Ahnung vom neuesten Material und finden Triathlon trotzdem sehr facettenreich.

Aber: Die Auseinandersetzung damit kann durchaus wichtig sein, gerade für den Profi. Wir Hobbysportler sollten es vielleicht beim Diskutieren über das Material der Profis belassen. Natürlich darf sich jeder eine Zeitfahrmaschine kaufen, auf der Cancellara Weltmeister wird. Man muss sich halt darüber im Klaren sein, dass der Zweck des Rades mit einem Spacerturm ruiniert wird. Darauf ist der Rahmen nicht ausgelegt. Wem Aminosäurepulverchen – oder ist das Zeug in Pillenform? – schmecken, der soll die Dinger ruhig essen. Mich freut es für die Jungs, die den Kram verhökern.

"Old school" heißt nicht, Neues zu ignorieren, sondern zu erkennen, was wirklich neu und damit gewinnbringend ist. Je mehr Erfahrung ein Athlet hat, desto leichter wird ihm diese Selektion fallen. Allein das Ergebnis ist dann meist "old school", weil das Rad selten neu erfunden wird.

Man kann aber problemlos einen Schritt weiter gehen, getreu dem Motto "Entscheidend ist nicht was Du hast, sondern was Du tust". Und das hier durchaus im wörtlichen Sinne! Die Idee des Fortschritts durch Verzicht ist bekanntermaßen uralt. Sie hat ihre treuen Fans und erlebt immer wieder Phasen der Renaissance. Ich finde Verzicht hat auch im Triathlon seinen Stellenwert. Man muss dafür nicht zum Höhlenmenschen werden. Auch kleine Dinge helfen schon den Geist zu schärfen.

Wie erkennt man, welche Innovationen einen echten Fortschritt bedeuten, wenn man sie aus einer konservativen Haltung heraus nicht ausprobiert?

"Old school" ist nicht gleich Konservativismus. Zu erkennen, was bloß Humbug ist und was wirklich was bringen könnte, erfordert zwei Dinge: gesunden Menschenverstand und Erfahrung. Ersteren hat jeder. Man muss ihn nur anwenden.

Ein Beispiel: 12h Ironmanfinisher, mittelalterlich, 10h Training pro Woche, Ernährung ordentliche Mischkost mit ein paar Sünden. Also gute Kondition, aber alles andere als austrainiert. Ihm wird jetzt von der Triathlonwebsite ABC gesagt, dass ihm als Ironman aufgrund des Trainings der Nährstoff XY fehlt. XY könne er aber mit zwei Tabletten täglich zuführen. Und genau da springt der gesunde Menschenverstand an und sagt: Unfug!

Stützt sich die "Old School"-Philosophie auf die Erkenntnisse anderer, innovationsfreudiger Athleten?

Jeder stützt sich zu 99% auf die Erkenntnisse anderer, bevor er was Neues ausprobiert. Die Daniel Düsentriebs sind rar. Das hat mit "old school" nichts zu tun.

Ist "Old School" ein Konzept älterer Athleten, die mit ansehen müssen, wie heutige Triathleten mit weniger Mühe bessere Ergebnisse bringen?

"Old school" ist nicht auf eine Altersgruppe beschränkt. Ich sehe erfolgreiche 20-jährige, die "old school" trainieren, und beinahe bemitleidenswerte 50-jährige, die erfolglos jeden Unsinn mitmachen. Absolut gute Leistung kann man auf viele Arten erbringen. Am eigenen Vermögen gemessen relativ gute Leistungen sind rarer. Meine Erfahrung als Coach zeigt, dass viele Athleten auch relativ gute Leistungen erbringen können, wenn sie sich nicht permanent selbst im Weg stehen.
Ulrich Fluhme aka "dude", die Fragen stellte Arne Dyck

Über den Autor
Ulrich Fluhme ist heute Marathonläufer. In seiner aktiven Zeit als Triathlet erreichte er eine Bestzeit von 8:59 Stunden beim Ironman Brasilien.

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