Empfohlen
Altenried Bike24 bronny.de triathlonstore Cervelo Emwee Bikes Kask Helmets Nutritional Finetuning Orca Powermeter24 Radsport Buchstaller Shark Sportswear Triathlonshop Sports Block SportScheck Sport Thieme Wiggle Onlineshop
Hier werben
Anzeigen
logo
... die Triathlon TV-Sendung!
  triathlon-szene TV-Sendung
Faris Al-Sultan und Patrick Lange im Interview
Über 1100 Sendungen in der Mediathek
  triathlon-szene TV-Sendung
Andreas Dreitz im Interview
Über 1100 Sendungen in der Mediathek
  triathlon-szene TV-Sendung
Aktuelles Trainingswissen
verständlich erklärt
  triathlon-szene TV-Sendung
Weltmeister Daniel Unger
"Meine besten Trainingseinheiten"
  triathlon-szene TV-Sendung
Weltmeister Daniel Unger:
Die Höhen und Tiefen im Profisport
  triathlon-szene TV-Sendung
Fritz Buchstaller:
Die optimale Sitzposition für Triathleten
  triathlon-szene TV-Sendung
Jan Frodeno: Interview mit dem Olympiasieger
  triathlon-szene TV-Sendung
Kienle-Schwimmcoach Jan Wolfgarten:
Worauf es bei der Kraultechnik wirklich ankommt
  triathlon-szene TV-Sendung
Jürgen Zäck
Fachwissen von den Stars der Szene
  triathlon-szene TV-Sendung
Aktuelle Rennanalysen
Interview mit den Top-Stars
  triathlon-szene TV-Sendung
Aktuelle Rennanalysen
Live-Sendung jeden Donnerstag 19 Uhr
  triathlon-szene TV-Sendung
Roth-Sieger Nils Frommhold
Über 1000 Sendungen in der Mediathek
  triathlon-szene TV-Sendung
Roy Hinnen: Radtraining für Triathleten
  triathlon-szene TV-Sendung
Stefan Zelle, Radlabor
"Sitzprobleme lassen sich vermeiden"
  triathlon-szene TV-Sendung
Timo Bracht
Live-Sendung jeden Donnerstag 19 Uhr
Nächste Sendung 13. April, 19:00 Uhr
Wie funktioniert das mit den Live-Sendungen?
Home arrow Berichte und Analysen arrow Ironman Frankfurt - ein Rennbericht der persönlichen Art
7.07.09
Ironman Frankfurt - ein Rennbericht der persönlichen Art
Kann jeden schlagen: Timo Bracht
Kann jeden schlagen: Timo Bracht
Man möge mir verzeihen, dass ich hier nur knapp auf den gesamten Rennverlauf des am vergangenen Sonntag abgelaufenen Ironman in Frankfurt eingehe, doch über die reinen Fakten wurden schon zur Genüge berichtet. Ich habe meinen ganz persönlichen Eindruck von diesem Tag, und der wird sich ähnlich lange halten, wie sich nur wenige sportliche Leistungen bei mir eingeprägt haben.
Von Jürgen Sessner

Der Tour de France – Sieg von Jan Ulrich im Jahr 1997 gehört dazu wie Boris Beckers Wimbledon – Triumph 1985. Aber auch ein junger Michael Schumacher, der mit einem kaputten Getriebe und 2 verbleibenden Gängen eine furiose Aufholjagd in einem Grand Prix Rennen mit einem 2. Platz abschloss, blieb mir im Gedächtnis haften. Die Gründe, warum sich diese Ereignisse so nach nachhaltig einprägten, waren nicht nur die Siege an sich, sondern die Art und Weise, wie es dazu kam.

Taktischer Fehler

In der Sonderbeilage der Bildzeitung Frankfurt wurde Chris McCormack als der Supermann des Triathlons betitelt. Seine Renngestaltung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er bei km 35 auf der Marathonstrecke seinen Nebenmann fragt, wie es ihm geht und von dann mit einem Lächeln davon zieht. Am Sonntag hätte er allerdings ein Handy dafür gebraucht, weil Timo Bracht zu diesem Zeitpunkt bereits 300 Meter vor ihm lief – und Eneko Llanos 200 Meter. Dass dem Meister der Psychospielchen ein taktischer Fehler bei Laufkilometer 12 unterlaufen würde und er damit für Timo Bracht die Tür zum Titelgewinn aufschlagen würde, war eigentlich die unwahrscheinlichste Variante für den Rennverlauf. Denn genau bei Kilometer 12 des abschließenden Marathons löste sich McCormack von dem bis dahin an seiner Seite laufenden Bracht und versuchte die Lücke zum Führenden Eneko Llanos zu schließen. Dies gelang im dann auch bei Kilometer 30, aber damit hatte er auch sein Pulver verschossen.

Die 5 Kilometer von Timo Bracht

Am Ende der dritten von vier Laufrunden forcierte Timo sein Tempo von 3:55 min/km auf unglaubliche 3:47 min/km. Gleichzeitig fielen die Laufsplits von McCormack auf 4:20 min/km und von Llanos auf 4:08 min/km. Timo schloss die Lücke zwischen sich und seinen Kontrahenten innerhalb von 5 Kilometern und lief nach dazu einen Vorsprung von gut 1:30 Minuten auf McCormack und 40 Sekunden auf Llanos heraus. Das konnte er bis ins Ziel noch weiter ausbauen.

Achterbahn der Gefühle

Timo Bracht verliert Flaschen und Schuhe am Radstart
Timo Bracht verliert Flaschen und Schuhe am Radstart
Für uns als Fans und Rennbeobachter ging der Tag mit Timo schon mit einer kleinen Katastrophe los, als er beim Aufsteigen auf das Rad seinen Schuh verlor, in Folge dessen er auch die Radflasche und seine Brille wieder aufsammeln musste. Das kostete wertvolle Sekunden und anfangs den Anschluss an die Gruppe um McCormack. In Frankfurt war der Kontakt wieder hergestellt, und das Rennen zwischen den beiden begann wieder bei Null.

Bracht und McCormack finden sich früh auf der Radtsrecke
Bracht und McCormack finden sich früh auf der Radtsrecke
Als ich Timo nach der ersten Radrunde in Frankfurt sah, war ich erstmal beruhigt, dass er noch alle Optionen hatte. An der Spitze bewies Andreas Raelert, das er nicht nur als starker Läufer, sondern auch als Top Radfahrer wahrgenommen werden will. Allerdings war auch dies ein taktischer Fehler, wie er selbst nach dem Rennen in einem Interview zugab. Die Zuschauer haben ihn einfach dazu gebracht, etwas über seine Verhältnisse Rad zu fahren und das hat sich beim Marathon gerächt. Aber will es ihm verübeln – und überhaupt, wie kann man bei einer Laufzeit von 2:48 h von „hat sich gerächt“ reden?

Wir hatten uns etwa bei Kilometer 0,7 auf der Laufstrecke niedergelassen und einen kleinen Fan Point eingerichtet. Ich habe wie jedes Jahr damit begonnen, das Renngeschehen zu verfolgen, Prognosen über den Rennausgang aufgrund dicker Backen, wackliger Beine und leerer Blicke zu machen. Genau gegenüber auf der anderen Mainseite war dann Laufkilometer 4,2, also gut 3,5 Kilometer entfernt. Timos Bruder, seine Frau Betty und auch Ute Mückel analysierten so ziemlich alles, was man analysieren kann.

Taktisch besser als McCormack: Timo Bracht kontrolliert erst sich und dann das Rennen
Taktisch besser als McCormack: Timo Bracht kontrolliert erst sich und dann das Rennen
Mit der Brechstange: Macca schloss zu schnell zu Llanos auf und überzockte
Mit der Brechstange: Macca schloss zu schnell zu Llanos auf und überzockte
Als Timo nach der ersten Runde mit McCormack Schulter an Schulter laufend an uns vorbeikam, flachste er uns locker zu, während Macca einen sehr konzentrierten Eindruck machte. Spielte Timo den „Coolen“, oder war er wirklich so locker? Ich entscheidete mich für das Zweite, wurde allerdings auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als etwa 12 Minuten später Macca auf der anderen Seite an meinem Messpunkt vorbei lief und etwa 25 Sekunden auf Timo heraus gelaufen hatte. Eine Runde später waren daraus schon 2:40 Minuten geworden, und zu allem Überfluss machte auch Eneko Llanos nicht den Eindruck, sein Tempo reduzieren zu wollen.

Als dann auch noch Andreas Raelert wieder aufzuholen schien, habe ich schon die Meldungen auf den Internetportalen und Zeitungen gesehen. „Macca weist die Deutschen wieder einmal in die Schranken“ und „Pokerface Eneko Llanos wird neuer Ironman European Champion 2009“. Wie eine Erlösung war es dann, als sich der Rückstand bei Kilometer 33 auf 1:15 Minuten verringerte.

Dann ging wieder das Rechnen los, etwa 1:20 Minuten auf 7 Kilometern reingeholt, noch 9 Kilometer bis ins Ziel, das könnte noch reichen. Genau 12 Minuten später brachen bei uns alle Dämme, als sich Timo auf der anderen Mainseite als Erster zeigte, mit 25 Sekunden vor Llanos und satten 1:30 Minuten vor Macca. Innerhalb von 3,5 Kilometern 3 Minuten auf den Ironman-Weltmeister von 2007 gut gemacht, und etwa 2 Minuten auf den Spanier.

Ich bekam Gänsehaut und wollte nur noch auf den Römer, um den Einlauf von Timo zu sehen. Ein kleiner Zweifel war noch da, dass er vielleicht überzockt hatte, aber nach einem Blick auf die Videoleinwand zerstreute der sich schnell. Bereits einen Kilometer vor dem Ziel winkte er siegessicher den Zuschauern zu und genoss das Ende dieses denkwürdigen Wettkampfes in vollen Zügen.

„You really killed me yesterday“

Timo Bracht steigert das Tempo auf unglaubliche 3:47 min/km in der Schlussphase des Marathons
Timo Bracht steigert das Tempo auf unglaubliche 3:47 min/km in der Schlussphase des Marathons
Mit diesem Kompliment aus dem Munde von Chris adelte er Timos Leistung auf der Siegerehrung und drückt so auf seine lockere Aussie-Art aus, dass Timo ihn mit seinen eigenen Waffen geschlagen hat. Timo hatte jede Rennsituation genau analysiert und im richtigen Moment reagiert. Aus dem Triathleten und Topsportler Timo Bracht ist ein Champion geworden, und das nicht über Nacht, sondern in einem langen Prozess, der mit seinem 3. Rang in Roth (8:08 h) im Jahr 2003 begann.

Neun Minuten in sechs Jahren sind vielleicht nicht der Fortschritt, der heutzutage für Aufsehen sorgt, aber er ist real und hart erarbeitet. Dazu eine Steigerung der mentalen Stärke, die zwar nicht messbar ist, aber auf der Laufstrecke förmlich zu spüren war.

Das Frauenrennen

Nicole Leder: Immer noch weltklasse
Nicole Leder: Immer noch weltklasse
Lag es am schwülen Wetter? Der Andrang der Zuschauer war geringer als in den Jahren zuvor
Lag es am schwülen Wetter? Der Andrang der Zuschauer war geringer als in den Jahren zuvor
Es kam wie prognostiziert: Der Zweikampf Yvonne van Vlerken gegen Sandra Wallenhorst war an diesem Tag im Vordergrund. Der Ausgang ist bekannt, auch hier bewies die spätere Siegerin Wallenhorst ein gutes Gespür für die richtige Taktik und ging zuerst das Lauftempo der Holländerin nicht mit. Weiter als 50 Sekunden kam diese aber nicht weg und dann holte Sandra Wallenhorst langsam aber sicher wieder auf. Im Ziel lag sie dann mit mehr als 4 Minuten doch deutlich vorne.

Für mich war jedoch überraschend und erfreulich, dass sich die anderen deutschen Frauen nicht verstecken mussten. Nicole Leder hatte im Ziel mit der besten Laufzeit und einem Rückstand von nur noch knappen 3 Minuten auf van Vlerken die Symphatien der Zuschauer auf ihrer Seite, auch Andrea Brede meldete sich nach vielen Verletzungen mit 9:13:55 eindrucksvoll zurück.
Jürgen Sessner

Über den Autor
Jürgen Sessner hat jahrelange Erfahrung in der Betreuung zahlreiche Amateur- und Spitzensportler im Ausdauersport, insbesondere im Bereich Triathlon, sowie Fußball-Erstligisten. In seinem Sport- und Gesundheitszentrum "Corpus" in Hilpoltstein führt er seit vielen Jahren Leistungsdiagnostiken und individuelle Trainingsplanung durch.

Diskussion im Forum

Triathlon Radsport Sonstiges
Anzeige
Triathlon-Szene Trainingslager 2017
Trainingslager  für Triathleten
18.02. - 25.02.2017 Fuerteventura
26.03. - 08.04.2017 Mallorca
23.04. - 07.05.2017 Mallorca
Individuelle Trainingspläne
Individuelle Trainingspläne, persönliches Coaching
Individuell erstellte Trainingspläne
Wöchentlich oder 14-tägig neu angepasstes Training
Verschiedene Trainingspakete
Anzeige
Trainingspläne Rechner Food Indoor
Triathlon Trainingspläne zum Download
Direkt zu den Downloads: Kostenlose Trainingspläne für Kurzsdistanz, Mitteldistanz, Langdistanz (Ironman)
Trainingspläne für Volksdistanz, Kurzdistanz, Mitteldistanz und Langdistanz (Ironman).
Einsteiger:
Trainingsplan Volksdistanz
Trainingsplan Kurzdistanz
Trainingsplan Mitteldistanz
Fragen stellen im Forum
Fortgeschrittene:
Downloaden
Legende
Erläuterungen
Schwimmpläne hart
Schwimmpläne medium
Fragen stellen im Forum
logo Home | Werben | Impressum | Übersicht: Alle Artikel