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29.06.09
Gutes Laktat, böses Laktat
Laktat: Ein neuer Energielieferant für Audauersportler?
Laktat: Ein neuer Energielieferant für Audauersportler?
Als ich Arne dieses Thema für eine Story vorschlug, sagte er nur „Oh je“. Das wird staubig und trocken und ist nichts für die breite Masse. Und er hat Recht behalten, zumindest was das „trocken“ betrifft. Ich würde nun jedem vor dem Lesen der nächsten Zeilen empfehlen, eine Flasche Wasser bereit zu halten, um etwaige Spätschäden zu vermeiden.
Von Jürgen Sessner

Wie in der Überschrift schon angedeutet gehen wir in das Innerste unseres Körpers und wollen ergründen, was es denn nun mit diesem Laktat auf sich hat. Früher der Teufel in Dosen, soll es jetzt auf einmal Segen bringen. Wenn dies wahr sein sollte, würden die Auswirkungen auf das Triathlontraining immens sein.

Ein Punkt ist unumstritten, Laktat entsteht im Körper bei der Verbrennung von Kohlenhydraten unter anaeroben Bedingungen, also ohne Beteiligung von Sauerstoff. Diese Art der Energiebereitstellung hat den Vorteil, dass pro Zeiteinheit sehr viel ATP hergestellt werden kann, welches die Muskulatur zum Arbeiten braucht. Aufgrund der hohen Ablaufgeschwindigkeit kann der Körper auch nur begrenzt mit dieser Ressource arbeiten, denn nach etwa 40 – 60 Sekunden ist Schluss damit. Ein weiterer Nachteil ist, dass sie sehr unvollständig ist und das besagte Laktat als energiereiche Verbindung neben dem ATP bildet.

Leistungseinbruch durch Laktat?

Soweit so gut. Jetzt scheiden sich aber die Geister an dem weiteren Weg des Laktats. Nach früherer Ansicht ist es wegen seines niedrigen ph-Wertes als Hauptgrund für den Leistungsabbruch durch Übersäuerung und spätere Muskelschmerzen verantwortlich. Außerdem kam man zur Erkenntnis, dass Laktat vor allem im Herz und der Leber wieder abgebaut wird. Ein Absenken des Laktatspiegels bei identischer Leistung sprach man einer geringeren Laktatbildung zu.

Hier setzen nun neuere Untersuchungen an, die auch wegen höher entwickelter Analysemöglichkeiten andere Ansätze mit sich bringen. Einer der wichtigsten Wissenschaftler in diesem Bereich ist Dr. George Brooks von der Universität in Berkeley/Ca. Er hat fast 30 Jahre Forschung um dieses geheimnisvolle Molekül auf dem Buckel. Im Jahr 2000 hat er im Rahmen eines Symposiums seine neuesten Theorien vorgestellt, welche inzwischen bewiesen und sogar weiterentwickelt wurden.

Laktat als neuer Brennstoff

Der wichtigste Punkt ist, dass Laktat keinesfalls ein End- oder Abfallprodukt des Stoffwechsels ist, sondern vielmehr auch eine wichtige Rolle bei der aeroben Energiegewinnung zukommt. Brooks hat mittels markierter Laktatmoleküle bewiesen, dass diese nicht in der Leber oder im Herzmuskel eliminiert wurden, sondern in den Mitochondrien der aerob arbeitenden Muskulatur auftauchten. Da die Mitochondrien, die auch Zellkraftwerke genannt werden, ausschließlich zur aeroben Energiegewinnung dienen, war die Schlussfolgerung, dass die Laktatmoleküle dort als Brennstoff eingeschleust werden und damit der wesentlich effektiveren oxidativen Energiebereitstellung zur Verfügung stehen. Damit wurde das bis dahin fehlende Bindeglied zwischen beiden Energiebereitstellungsarten gefunden: Laktat als Brennstoff.

Ausdauertraining: Hohe Intensität wichtiger als bisher vermutet?

Eine weitere bahnbrechende Erkenntnis war die Existenz eines Proteins, das die Laktatmoleküle durch die Zellwände schleust.  Bisher ging man davon aus, dass der Laktataustausch aus der Muskelzelle in die Blutbahn durch Diffusion geschah. Dieses Protein, MCT genannt, gibt es je nach Muskulaturtyp in verschiedene Arten und es wird auch in unterschiedlicher Konzentration vorgefunden. Diese hängt maßgeblich vom Trainingszustand ab. Rums, schon wieder was Neues.

Wie bekomme ich möglichst viel vom laktatschleusenden MCT? Kann man das essen oder trinken, wächst das auf dem Baum oder ist das wieder nur ein teures Dopingmittel für betuchte Elitebetrüger? Dazu kann ich nur sagen, dass bis jetzt keine Möglichkeit bekannt ist, durch Ernährung oder künstliche Zufuhr die Menge an MCT zu beeinflussen. Gott sei Dank hilft nur Training, und zwar intensives (schnelles) Ausdauertraining. Aber auch nach Krafttraining wurde eine Erhöhung gemessen.

Ihr könnt jetzt mal zur Flasche greifen und vorsorglich einen Schluck nehmen, es geht noch weiter. Ich komme jetzt mal mit eigenen Schlussfolgerungen und Diskussionsansätzen.

Wir haben auf der einen Seite Laktataufbau durch anaerobe Verbrennung, auf der anderen Seite Laktatabbau durch Elimination im Herzen, in der Leber und durch Verstoffwechslung in den Mitochondrien der Muskelzellen. Anscheinend ist es also nicht ausschlaggebend, den Laktataufbau durch entsprechendes Training zu bändigen, sondern eher den Energiegewinn durch Laktateinschleusung in die Mitochondrien zu optimieren. Dann würde es auf die Anzahl und Effektivität der Mitochondrien sowie der Anwesenheit von MCT ankommen. Dies würde die Effektivität unserer gesamten Energiegewinnung verbessern und würde vor allem auf langen Ausdauerwettkämpfen die Energiebilanz des Körpers verbessern.

Leistungsdiagnostik: Die Höhe der gemessenen Laktatkonzentration ist nicht mehr allein ausschlaggebend 

Welche Auswirkungen hat das alles jetzt auf die heutzutage  durchgeführte Leistungsdiagnostik? Bei der Messung und dem Vergleich von Laktatwerten muss berücksichtigt werden, dass sowohl das bildende wie auch das abbauende System den Blutlaktatwert beeinflussen. Rein theoretisch könnte bei einem niedrigeren Laktatwert trotzdem eine schlechtere Sauerstoffverwertung und damit eine niedrigere oxidative Kapazität vorliegen als bei einem höheren. Die feinen Unterschiede lassen sich nur mittels einer komplexen Ergospirometrie messen, die weitere Aufschlüsse über die einzelnen Stoffwechselwege zulässt.

Wer jetzt noch nicht japsend in der Ecke liegt, für den habe ich noch einen Nachschlag. Nach eigenen Beobachtungen ist das Laktat als Leistungsabbruchkriterium sowieso nicht haltbar, da der Maximalwert bei trainierten Sportlern bei 6-8 mmol liegt, bei schlechter ausdauertrainierten aber bis zu 20 mmol oder darüber beträgt. Warum soll gerade ein untrainierter Körper höhere Laktatwerte tolerieren als ein trainierter Athlet?

Die Muskelzelle stellt ihre Enzymtätigkeit und damit ihre Arbeit ab einem bestimmten ph-Wert ein, dieser wird aber nicht maßgeblich durch das Laktat erreicht. Vielmehr sind überschüssige Wasserstoffionen für die Übersäuerung verantwortlich, aber das ist ein anderes Thema.

So langsam komme ich zum Ende des Exkurses und möchte damit auch zum Nachdenken anstoßen. Nachdem so viele Systeme an der optimalen Energiebereitstellung beteiligt sind und in diesem Zusammenhang mit Sicherheit noch lange nicht alles erforscht wurde, ergeben sich viele Fragen, aber auch einige Antworten. Letztendlich wird nur die Ausgewogenheit zwischen diesen Systemen zu Spitzenleistungen führen. So erklärt sich dadurch vielleicht, warum Kurzdistanz-Triathleten nach relativ kurzer Umgewöhnung sehr erfolgreich auf die Langdistanz umsteigen, aber später Probleme haben, ihre Anfangserfolge zu bestätigen.

Vielleicht hat auch schon der eine oder andere unter euch bemerkt, das eine generelle Umstellung im Training zu einem Leistungssprung geführt hat, ein Jahr später aber das gleiche Konzept auf einmal nicht mehr aufging. Erst wenn man die spezifischen Auswirkungen einzelner Trainingsmaßnahmen auf die vielen Vorgänge bekannt sind, kann man wissenschaftlich gesichert von fundiertem Training sprechen. Bis dahin zählt das Körpergefühl und das Prinzip „try and error“. Prost.
Jürgen Sessner

Über den Autor
Jürgen Sessner hat jahrelange Erfahrung in der Betreuung zahlreiche Amateur- und Spitzensportler im Ausdauersport, insbesondere im Bereich Triathlon, sowie Fußball-Erstligisten. In seinem Sport- und Gesundheitszentrum "Corpus" in Hilpoltstein führt er seit vielen Jahren Leistungsdiagnostiken und individuelle Trainingsplanung durch.

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