Empfohlen
Altenried Bike24 bronny.de triathlonstore Cervelo Emwee Bikes Kask Helmets Nutritional Finetuning Orca Powermeter24 Radsport Buchstaller Shark Sportswear Triathlonshop Sports Block SportScheck Sport Thieme Wiggle Onlineshop
Hier werben
Anzeigen
logo
... die Triathlon TV-Sendung!
  triathlon-szene TV
Rollentraining:
 Das 6-Wochen Programm für Wettkämpfer
  triathlon-szene TV
Malte Bruns
 Triathlon-Stammtisch mit dem Amateurweltmeister
  triathlon-szene TV
Praxis:
 Die häufigsten Trainingsfehler der alten Hasen
  triathlon-szene TV
Lauftraining:
 Zwei Wochen mit Emil Zatopek
  triathlon-szene TV
Update 2016:
 Kaufberatung Powermeter
  triathlon-szene TV-Sendungen
Trainingswissen, neuester Stand
 live und in HD
Nächste Sendung Donnerstag, 30. Juni, 19:00 Uhr
Wie funktioniert das mit den Live-Sendungen?
Home arrow Arnes Rundschau arrow Ironman zerstört seinen Mythos
9.10.14
Ironman zerstört seinen Mythos
Große Triathlons unter dem Ironman-Label zerstören den ursprünglichen Mythos des Triathlons und verkehren ihn in sein Gegenteil. Der Ironman auf Hawaii faszinierte Menschen auf der ganzen Welt durch seinen Finisher-Gedanken. Heute fallen einem kaum Sportarten ein, bei denen sich Athleten in vergleichbarer Weise gegenseitig betrügen.

Mythos Hawaii: Nicht der Kampf gegen die Mitstreiter ("Gegner") stand im Vordergrund, sondern die Reise zu den eigenen Grenzen. Die schiere Länge der Distanzen galt es aus eigener Kraft zu überwinden, um alleine gegen die Elemente, gegen Hitze, Wind und Weite zu bestehen. In diesem Geiste zu finishen war wichtiger als die konkrete Platzierung im Vergleich mit anderen.

Wie weit kann ich gehen, wie schnell kann ich sein, welche Erschöpfung, welchen Schmerz kann ich überwinden – dieses Abenteuer zu einer persönlichen Finishline hat mich fasziniert, und vielleicht auch Dich, als Du mit Triathlon begonnen hast. Über diesen Wurzeln des Ironman und des Triathlons insgesamt wuchert heute eine Pflanze, die für das Gegenteil der früheren Werte steht. Das Windschattenfahren, das einem in immer dichteren Feldern und einfacheren Strecken immer leichter gemacht wird, hat längst die Mehrzahl der Athleten verführt. Der prominente Platz in der Ergebnisliste ist heute wichtiger als die innere Befriedigung einer selbst und fair erbrachten Leistung.

Diese Entwicklung gleichzeitig fördernd und ihr nachfolgend verkauft die WTC unter der Marke "Ironman" den Menschen ihren eigenen Selbstbetrug. "You are an Ironman" versichert sie eilfertig jedem, der das Ziel erreicht. Es geht darum, das Ziel zu erreichen. Wie das geschieht scheint zweitrangig zu sein. Regeln sowie deren Durchsetzung mittels Kampfrichtern wirken wie ein So-tun-als-ob. Dazu passt ein von den Verbänden ausgehandeltes Regelwerk, das fair und mit Respekt vor dem Gegner durchgeführte Wettkämpfe in dieser Form nicht zulässt. Teilnehmer, Veranstalter, Kampfrichter und Verbände bilden ein Quartett, das den Ironman-Triathlon in seiner ursprünglich faszinierenden Form zerstört hat.

Der ehrliche Triathlet ist eine Legende

2014: Große Wettkämpfe wie Ironman Mallorca, Ironman Barcelona, die Ironman 70.3 WM und so weiter waren bei den Nichtprofis, also bei gut 97% aller Teilnehmer eine sportliche Farce. Die Ergebnislisten sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Sie geben nicht das Leistungsvermögen der Teilnehmer wieder, höchstens beim Schwimmen. Danach dominiert der Beschiss die Reihenfolge. Das Studium der Radzeiten sorgt bei Insidern für große Heiterkeit, so offensichtlich ist der Betrug an den wenigen fair fahrenden Athleten.

Wer betrügt wen? Zunächst einmal ein Athlet den anderen. Und zwar überwiegend bewusst und gewollt. Die oft gehörte Ausrede, man würde ja gerne fair fahren und sei nur umständehalber in den Betrug der anderen eingeschwenkt, hat nur über ganz kurze Streckenabschnitte eine ehrliche Substanz. Niemand wird gezwungen, über größere Strecken im Windschatten anderer Sportler zu fahren. Überholen kostet ein paar Watt Extraanstrengung, überholt werden einen kurzen Griff zum Bremshebel – das ist alles und so sind nun einmal die Regeln. Man macht es sich außerdem zu leicht, wenn man mit dem Betrug der anderen den eigenen legitimiert. Das ist eine kindische Ausrede, die man selbst einem Erstklässler nicht mehr durchgehen lässt.

Die Triathleten in den großen Pulks könnten fair fahren, wollen es aber nicht. Das ist eine Erkenntnis, der wir uns stellen sollten. Nicht aufgrund widriger Umstände, nicht wegen des Verhaltens der Mitstreiter verzichten sie auf das Fairplay, sondern weil sie es wollen. Eine schnelle Zeit und eine gute Platzierung gehen vor. Sich mit falschem Lorbeer zu schmücken, der einem anderen zugestanden hätte, ist unter den Ironmännern und -damen zur Normalität verkommen. Auf facebook rühmen sich Sportler unverfroren ihrer neuen Radbestzeit, die so unglaublich gut ist, dass sie dafür vor Scham im Erdboden versinken müssten. Nein, der Beschiss ist gewollt und salonfähig. Ändern wird sich daran erst etwas, wenn wir solchen Leistungen unseren Beifall verweigern.

Ironman wird von kurzsichtigen finanziellen Interessen geleitet

Die WTC mit ihrer Marke "Ironman" lebt gut vom Triathlon und zerstört gleichzeitig seinen Kern. Sie richtet Wettkämpfe aus, bei denen eine faire, den Regeln entsprechende und keinen Sportler benachteiligende Durchführung äußerst unwahrscheinlich ist. Die Challenge Barcelona war mit über 1200 Teilnehmern bereits nah an der Grenze dessen, was Strecke und Kampfrichter noch bewältigen können. Wie können unter dem Ironman-Label rund 2500 Athleten auf die gleiche Strecke geschickt werden, wenn nicht unter Hintanstellung der sportlichen Fairness zulasten der ehrlichen Sportler?

Ironman löst sein Versprechen, das aus den Wurzeln und dem Mythos des Triathlons kommt, nicht ein. Ich will gar nicht über Geld reden, auch wenn das Startgeld eine unverschämte Höhe erreicht hat. Nein, ich spreche von der Hingabe und dem Schweiß, mit der man als Triathlet in tausenden Trainingsstunden seine Form aufgebaut hat. Diese mühevolle Arbeit vertraut man dem Veranstalter am Renntag an, in der Hoffnung, er möge verantwortungsvoll damit umgehen. Nicht mehr und nicht weniger als ein faires Rennen möchte man für sein Geld und sein Vertrauen zurückbekommen. Ironman scheitert genau daran, allen Marketingsprüchen zum Trotz. Es fehlt an Respekt vor dem, was wir leisten.

Die Verbände werden ihrer Verantwortung nicht gerecht

Was nützen Regeln, die sich offenbar nicht durchsetzen lassen? Und: Was nützen Regeln, die nicht das bewirken, was man sich von ihnen erhofft hat?

Das Ziel aller Windschattenregeln war, sicherzustellen, dass jeder Athlet sich aus eigener Kraft über die Strecke bewegt. Das ist ein Grundgedanke des Triathlons, im Gegensatz zum Radsport. Ein Abstand von 10 Metern zwischen zwei Fahrern schien dies sicherzustellen. Heute zeigt sich, dass dieser Abstand nicht ausreicht. Es verbleibt ein Rest an Windschatten, der offensichtlich genügt, um Leistungsunterschiede zwischen den Fahrern auszugleichen und Pulks und Gruppen zu formieren. Das gilt um so mehr, als das sich das Rechtsfahrgebot als nicht durchsetzbar erwiesen hat – Pulks bewegen sich immer mindestens in Zweierreihen, wenn nicht gar in Dreiherreihen. Sie erzeugen einen Sog, der sie stets um weitere Fahrer anwachsen lässt.

Ich will hier keine Vorschläge machen, wie sich die Windschattenproblematik (oder treffender formuliert: der massenhafte Betrug unter den Triathleten) durch Regeländerungen in den Griff bekommen lässt. Ich habe das an anderer Stelle ausführlich getan. Es gibt zudem andere, die kompetenter sind als ich. An sie geht mein Appell, bald entschieden zu handeln. Es hat keinen Sinn mehr, über die bessere Durchsetzung der 10-Meter-Regel nachzudenken, denn diese Regel verfehlt ihren ursprünglichen Zweck. Neue Regeln müssen her, so geht es nicht weiter.

Mit dem aktuellen Regelwerk werden außerdem die Kampfrichter wie zwischen zwei Mühlsteinen aufgerieben. Es scheint für sie fast unmöglich zu sein, die heute geltenden Regeln auch anzuwenden. Anders ist der gespenstisch anmutende Umstand nicht zu erklären, dass selbst bei großen Lutscherrennen die Strafboxen nahezu leer sind. Paradox: Nirgendwo ist man vor einer Zeitstrafe so sicher wie mitten in einem 100-Mann-Pulk.

Das Festhalten der Verbände und der WTC an den sich als unwirksam erwiesenen Regeln ist ein entscheidender Mosaikstein in dem Bild, das man heute vom Ironman-Triathlon auf vielen Strecken zeichnen muss. Es ist eine traurige Karikatur dessen, was uns am Triathlon in seinen Bann gezogen hat.

Hört auf, Euch gegenseitig zu betrügen, startet bei fair ausgetragenen Veranstaltungen und meidet bekannte Lutscherrennen. Engagiert Euch im Verband und im Verein für bessere Regeln und fair erbrachte Leistungen. Verweigert unfair erbrachten Leistungen Euren Beifall, überall wo Ihr ihnen begegnet. Seid stark, wenn Ihr im Rennen betrogen werdet und macht Euer eigenes Ding.
Arne Dyck

Triathlon Radsport Sonstiges
Anzeige
Triathlon-Szene Trainingslager 2016
Trainingslager  für Triathleten
6.-20. Februar Fuerteventura
6.-20. März Mallorca
10.-24. April Mallorca
Individuelle Trainingspläne
Individuelle Trainingspläne, persönliches Coaching
Individuell erstellte Trainingspläne
Wöchentlich oder 14-tägig neu angepasstes Training
Verschiedene Trainingspakete
Anzeige
Trainingspläne Rechner Food Indoor
Triathlon Trainingspläne zum Download
Direkt zu den Downloads: Kostenlose Trainingspläne für Kurzsdistanz, Mitteldistanz, Langdistanz (Ironman)
Trainingspläne für Volksdistanz, Kurzdistanz, Mitteldistanz und Langdistanz (Ironman).
Einsteiger:
Trainingsplan Volksdistanz
Trainingsplan Kurzdistanz
Trainingsplan Mitteldistanz
Fragen stellen im Forum
Fortgeschrittene:
Downloaden
Legende
Erläuterungen
Schwimmpläne hart
Schwimmpläne medium
Fragen stellen im Forum
logo Home | Werben | Impressum | Übersicht: Alle Artikel