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25.11.13
Etikettenschwindel
Mainzer Studie: Nicht jede Pille ist ein Dopingmittel
Mainzer Studie: Nicht jede Pille ist ein Dopingmittel
Eine Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz schätzte den Anteil dopender Teilnehmer beim Ironman Frankfurt auf 19.8 Prozent. Das ergab eine Fragebogenaktion aus dem Jahr 2011. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die Aussage falsch ist. Zahlreiche Athleten sind empört und fühlen sich verunglimpft.
Von Arne Dyck

2.997 Triathleten seien bei den Ironman-Wettkämpfen in Frankfurt, Wiesbaden und Regensburg anonym per Fragebogen erfasst worden, heißt es in einer Pressemeldung der Abteilung Sportmedizin des Institut für Sportwissenschaft unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Perikles Simon. Ihr zufolge "wird der Anteil der Sportler, die in den zwölf Monaten vor der Befragung zu illegalen und verbotenen Dopingmitteln gegriffen haben, auf 13.0 Prozent geschätzt". In Regensburg und Wiesbaden lag die Quote bei rund 10 Prozent, in Frankfurt bei kapp 20 Prozent. Das macht im Durchschnitt 13 von Hundert.

Die hohen Anteile angeblich dopender Amateure machen stutzig. Ein näherer Blick auf die Studie, die am 15. November 2013 veröffentlicht wurde, schürt allerdings Zweifel an der Seriösität und Aussagekraft der Untersuchung. Von den Athleten wird sie auf breiter Front angezweifelt, viele fühlen sich diffamiert. Den Wissenschaftlern wird vorgeworfen, Substanzen als Dopingmittel einzustufen, die gar keine sind, sondern von jedem Sportler ganz legal konsumiert werden können.

Der Unmut unter den Athleten ist entsprechend groß. Denn der Begriff "Doping" zielt auf ehrenrührige, im Sport durch das Reglement verbotene Substanzen oder Maßnahmen, die völlig zurecht drastische Sanktionen gegen die betroffenen Sportler nach sich ziehen. Daher sollte man nur solche Athleten als gedopt bezeichnen, die auch tatsächlich gedopt haben.

Ungewöhnliche Ausweitung des Dopingbegriffs

Die Athleten wurden per anonymem Fragebogen nicht direkt nach dem Gebrauch von Dopingmitteln gefragt. Sondern viel allgemeiner nach Substanzen die sie entweder vom Arzt verschrieben oder in der Apotheke oder auf dem Schwarzmarkt gekauft und mit der Absicht einer Leistungssteigerung konsumiert hätten:

Have you used substances which can only be prescribed by a doctor, are available in a pharmacy, or can be bought on the black market (e.g. anabolic steroids, erythropoietin, stimulants, growth hormones) to enhance your physical performance during the last 12 months?

Die so formulierte Frage hat es in sich. Denn sie schließt alles mit ein, was in einer Apotheke erhältlich ist und mit der Hoffnung auf bessere körperliche Leistung konsumiert wird. Dazu gehören natürlich Magnesiumtabletten ebenso wie Aminosäuren (Eiweißbausteine) zur besseren Regeneration oder Gelee Royal. Auch rezeptfreie Schmerzmittel bekommt man dort, deren Gebrauch im Wettkampf allerdings gesundheitliche Risiken birgt. Allen genannten Stoffen ist gemeinsam, dass es sich nicht um Dopingmittel handelt. Wer es seiner Leber und seinem Geldbeutel zumuten will, kann diese Produkte säckeweise konsumieren, ohne gegen das Anti-Doping-Reglement zu verstoßen. Ihr Gebrauch ist kein Doping.

Auch der Einsatz verschreibungspflichtiger Substanzen muss kein Doping sein. Beispiel: Wer sich im Training auffällig schlapp fühlt und deshalb vom Arzt zu therapeutischen Zwecken Eisen verschrieben bekommt, betreibt kein Doping. Die Mainzer Studie wertet jedoch fälschlicherweise alles als Doping, das mit der Hoffnung auf verbesserte physische Leistung vom Arzt verschrieben wurde. Es kann Doping sein (der Arzt riskiert dann seine Zulassung), muss aber nicht.

Die Teilnehmer der Studie wurden explizit auch nach dem Gebrauch von Stimulanzien gefragt. Wer sie in den vorangehenden 12 Monaten mit der Hoffnung auf eine verbesserte Leistung konsumierte, den zählen die Mainzer zu den Dopingsündern. Das ist sachlich falsch: Stimulanzien sind zwar im Wettkampf verboten, jedoch im Training erlaubt. Ganz gleich wie man persönlich zu Stimulanzien stehen mag: Wer sie im Training benutzt, ist nicht gedopt. Das sind die Anti-Doping-Regeln, ob uns das nun gefällt oder nicht.

Die drei Beispiele zeigen, dass in der Studie alles mögliche als Doping bezeichnet wird, was in Wahrheit gar kein Doping ist. Die Meldung von knapp 20% gedopter Athleten in Frankfurt ist eine Ente.

Was ist Doping?

Ist die Unterscheidung zwischen vermeintlich leistungssteigernden, aber erlaubten Produkten und Dopingmitteln aus der Verbotsliste der WADA Haarspalterei? Ist nicht alles, was schneller macht, irgendwie Doping, ganz gleich was im WADA-Code steht?

Das kann man mit einem Beispiel klären. Als anständiger Bürger zahlt man seine Steuern an den Staat, aber möglichst nicht mehr als nötig. Viele holen sich mit dem erklärten Ziel, Steuern zu sparen, den Rat eines Steuerberaters. Dieser kann durch intelligenten Umgang mit dem Einkommen, Immobilienbesitz, Dienstwagen, der Altersvorsorge etc. die Steuerlast um einige Prozent drücken. Doch der Staat bekommt was des Staates ist, denn der Steuerberater tut nichts anderes, als die Regeln dieses Staates anzuwenden. Ist der Bürger dadurch ein Steuerbetrüger? Natürlich nicht. Erst wenn er die im Gesetz festgeschriebenen Grenzen übertritt, kann man ihn so bezeichnen.

Ebenso ist es im Sport und seinen Regeln: Erst wer gegen die Bestimmungen des Anti-Doping-Codes verstößt, darf als gedopt bezeichnet werden. Es ist unzulässig und falsch, Sportler, die sich in der Apotheke Nahrungsergänzungen kaufen oder ein Schmerzmittel genommen haben, als Doper zu bezeichnen. Auch dann nicht, wenn mit dem Kauf die Hoffnung auf eine Leistungssteigerung verbunden war. Was Doping ist und was nicht, bestimmt ausschließlich die WADA im Rahmen ihrer Regeln, die für uns alle gelten.

Solche Grenzziehungen sind im Sport sehr wichtig. Es gehört zum Wesen des Wettbewerbs und Leistungsgedankens, dass man sich immer wieder an Grenzen bewegt. Nehmen wir als Beispiel die 10 Meter-Regel beim Windschattenverbot. Wer nur 5 Meter Abstand hält ist ein Lutscher und gehört bestraft. Wer 30 Meter Abstand hält, fährt vorbildlich. Wie bezeichnen wir jemanden, der zum Zwecke eines guten Wettkampfergebnisses konstant 11 Meter hinter seinen Vorderleuten fährt? Als Beinahe-Lutscher? Als moralischen Lutscher? Ist es vertretbar, wenn im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie auch diejenigen zu den Lutschern gerechnet werden, die 15 Meter Abstand halten, weil auch bei diesem Abstand immer noch etwas Sog vorhanden ist? Wäre eine Schlagzeile "50% der Teilnehmer beim Ironman lutschen!" dann gerechtfertigt, weil es sich zwar nicht um Windschattenfahren im strengen Sinne der Regeln handelt, aber irgendwie doch?

Natürlich nicht. Wir haben es hier mit einer scharfen Grenze zu tun, die Recht von Unrecht trennt. Die Grenze zum Doping ist eindeutig und für Sportler sowie Ärzte leicht zu respektieren. Wer als Arzt Medikamente über die therapeutische Notwendigkeit hinaus zum Zwecke des Dopings verschreibt, macht sich strafbar nach §6a des Arzneimittelgesetzes. Arzneien, deren Gebrauch gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen können, enthalten einen entsprechenden Warnhinweis in der Packungsbeilage. Nahrungsergänzungsmittel, auch solche aus der Apotheke, haben mit Doping nichts zu tun, es sei denn, sie sind verunreinigt. Wer aus therapeutischen Gründen Medikamente nehmen muss, die auf der Verbotsliste stehen (zum Beispiel als Asthmatiker), besorgt sich beim Arzt eine Ausnahmegenehmigung, die bei Dopingtests vorzulegen ist. That’s it. Das Reglement ist nicht so kompliziert, dass ein Sportler die Frage, ob er dopt oder nicht, nicht beantworten könnte, weil er nicht den kompletten WADA-Code im Kopf habe. Wer absichtlich dopt, weiß das auch. Entsprechend kann man in Fragebögen direkt danach fragen.

Die vorliegende Studie fragt jedoch nicht direkt nach verbotenen Substanzen im Sinne der Anti-Doping-Regeln. Sondern nach Substanzen aus der Apotheke oder vom Schwarzmarkt, die mit der Hoffnung auf Leistungssteigerung konsumiert wurden. Die entscheidende Grenze, die den legalen Gebrauch solcher Substanzen vom Doping trennt, wird nicht ausreichend berücksichtigt. Ebenso gut könnte man eine Studie zum Drafting im Triathlon machen, ohne die 10m Meter-Grenze zu berücksichtigen ("Nutzen Sie bewusst den Windschatten der Vorausfahrenden?"). Auf sie kommt es aber entscheidend an. Nicht jeder Windschatten ist regelwidrig. Ebenso wenig ist jede leistungsfördernde Substanz ein Dopingmittel.

Populismus zulasten der Sportler

19.8% angeblich gedopte Triathleten beim Ironman Frankfurt? Dieses Ergebnis der Fragebogenaktion steht im Widerspruch zu anderen Untersuchungen, die nicht mit Fragebögen, sondern mit Dopingtests (Urinproben) arbeiteten. Beim größten Laufevent der Schweiz wurden im Rahmen des weltweit größten Dopingtests im Jahr 2013 unangekündigt 151 Sportlerinnen und Sportler zum Wasserlassen gebeten. Dabei wurde nur in zwei Proben verbotene Substanzen gefunden. Das schreibt die Stiftung "Antidoping Schweiz". Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war noch nicht klar, ob für die beiden Verdachtsfälle noch medizinische Ausnahmegenehmigungen nachgereicht werden. Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz, ist deshalb überzeugt: "Der Amateurlaufsport in der Schweiz ist sauber."

In nur 6% der Urinproben wurden Rückstände von Medikamenten wie Voltaren, Aspirin oder Algifor nachgewiesen. Wohlgemerkt: Schmerzmittel sind kein Doping. Die Zahl macht deutlich, dass auch der Schmerzmittel-Gebrauch bei Sportlern, obwohl vollkommen legal (und leistungsmäßig nutzlos bis schädlich), wesentlich geringer ausfällt als oftmals angenommen wird.

Häufig wird in den Medien eine Studie zitiert, nach der beim Jungfraumarathon 1998 rund 30% der Sportler vor dem Wettkampf Schmerzmittel genommen hätten. Die Zahl scheint im Widerspruch zu der gerade genannten Zahl von nur 6% zu stehen, darum lohnt hier ein genauerer Blick auf die Ergebnisse. Beim verwendeten Analyseverfahren konnte nicht unterschieden werden, ob zum Beispiel Voltaren als Tablette oder als Salbe appliziert wurde. Voltaren-Salbe ist eine bei Sportlern überaus häufig verwendete entzündungshemmende Salbe, die bei typischen Sportverletzungen eingesetzt wird. Die Jungfrau-Studie warf den Gebrauch dieser Art von Salben in einen Topf mit dem Schlucken von Schmerzmitteln. Seither geistert die Zahl von 30% mit Schmerzmitteln "gedopter" Marathonläufer durch die Gazetten. Dass nur ein Bruchteil dieser Athleten tatsächlich Schmerzmittel genommen hatte, von denen wiederum etliche dies medizinisch wohlbegründet und keineswegs aufgrund einer erhofften Leistungssteigerung taten, davon spricht heute niemand mehr.

Das Beispiel zeigt, wohin unpräzise oder schlampig durchgeführte Studien und eine ungenaue Berichterstattung führen: Obwohl man kaum belastbare Anhaltspunkte für Doping größeren Ausmaßes bei Amateur-Ausdauersportlern hat, stehen sie zunehmend im Ruf, gedopt zu sein. Erst bei genauem Hinsehen oder auf Nachfrage erfährt man im Fall der Mainzer Studie, dass der dort verwendete Begriff des Dopings viel weiter gefasst ist als das, was allgemein im Sport darunter verstanden wird, nämlich ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln.

Wir Sportler müssen uns dagegen zur Wehr setzen. Nicht nur um unseres Ansehens willen, auch nicht allein um der gelegentlichen, sparsamen Anerkennung willen, die einer hart erarbeiteten Wettkampfleistung gezollt wird. Sondern um zu verhindern, dass die ständigen Dopingverdächtigungen ihr schleichendes Gift entfalten. Denn nichts senkt die Hemmschwelle für das Doping so sehr wie die Überzeugung des einzelnen Sportlers, dass alle es tun. Wissenschaftler und Journalisten müssen wahrheitsgetreu und redlich mit dem Thema umgehen, sonst wird herbeigeredet, was man bekämpfen wollte.
Arne Dyck

Diskussion im Forum, Studie veröffentlicht ab Seite 53, Posting Nummer 422

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