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16.01.13
Was wird man Lance Armstrong verzeihen können?
Bevor der Vorhang sich hebt und Lance Armstrong bei Oprah Winfrey über sagenhafte zweieinhalb Stunden lang etwas ausbreiten wird, was dem Vernehmen nach als Geständnis anzusehen sein soll, will ich zu fünf zentralen Fragen Stellung nehmen.

Was ist verzeihlich, was ist unverzeihlich?

Schauen wir uns kurz an, was Lance Armstrong vorgeworfen wird. Wir wollen sehen, welche seiner Vergehen verziehen werden können, und auf welche Weise.

1. Doping

Da wäre zunächst das Doping an seiner eigenen Person. Lance Armstrong war bei allen seinen Siege voll bis unters Dach. Dasselbe dürfen wir von seinen direkten Gegnern annehmen, auch wenn Lance nach Aussagen seiner Teamkollegen ein wirksameres Doping zur Verfügung stand als allen anderen. Ferner standen ihm verlässlichere Wege zur Verfügung, mögliche positive Dopingtests verschwinden zu lassen. Im Fall von Lance Armstrong ging es nicht darum, Waffengleichheit mit seinen Gegnern herzustellen. Sondern er war nach heutigem Wissensstand allen anderen einen Schritt voraus.

Dennoch darf man die Vorreiterschaft des Texaners in Sachen Doping angesichts einer komplett verseuchten Sportart als Spitzfindigkeit ansehen. Deshalb dürften die meisten Menschen, die Einblicke in die teilweise ernüchternde Wirklichkeit des erwerbsmäßig betriebenen Radsports haben, Armstrong das Doping am eigenen Körper früher oder später verzeihen. Es bleibt als drastische Verfehlung unauslöschlich in seiner Vita und kann nicht vergessen, wohl aber verziehen werden. Vorausgesetzt, er gibt den Fehler zu und diffamiert nicht länger jene, die die Wahrheit sagen.

2. Aktivitäten zur Vertuschung

Armstrong hatte enge Kontakte in höchste Kreise der Polit-, Wirtschafts-, und Funktionärselite. Außerdem hatte er das nötige Kleingeld, um die eine oder andere klemmende Tür zu öffnen (in seiner aktiven Zeit kassierte er rund 1 Mio Dollar pro Monat). Beim französischen Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy beschwerte sich der Radstar anlässlich eines gemeinsamen Dinners über den Laborchef der Pariser Antidoping-Behörde, den Wissenschaftler Pierre Bordry, der daraufhin seinen Job verlor. Eine Spende Armstrongs in sechsstelliger Höhe an die UCI und angeblich in Höhe von einer Viertelmillion an die amerikanische Antidoping-Behörde, wobei letztere jedoch abgelehnt wurde, sprechen Bände. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde vom Bundesstaatsanwalt ohne Angabe von Gründen kurz vor Klageerhebung eingestellt. Dies sind nur Beispiele für von Armstrong geschaffene oder zumindest ausgiebig genutzte Strukturen, um sein Doping und das seiner Teamgefährten zu vertuschen.

Lance Armstrong hat es wie kein anderer verstanden, seinen Sport zu korrumpieren. Er nutzte die Korrumpierbarkeit zahlreicher Entscheidungsträger aus, um sich unter Inkaufnahme großen Unrechts einen persönlichen Vorteil zu verschaffen. Ganz gleich was er am vergangenen Montag bei der Aufzeichnung seines zweieinhalbstündigen Interviews zum Besten gibt: Seine Aktivitäten zu Vertuschung des eigenen Dopings wird man ihm nicht so leicht verzeihen können. Denn seine Bereitschaft zu quasi-krimineller Konsequenz wird eher als Charaktereigenschaft wahrgenommen, denn als aus der Not geborene Notwendigkeit. Würde man einem solchen Menschen in einer zweiten Karriere Macht und Ämter anvertrauen? Wohl eher nicht.

3. Falschaussage unter Eid

Hier handelt es sich um eine Straftat. Wenn er sie zugibt, lange nachdem sie ihm ohnehin nachgewiesen wurde, ist das besser, als wenn er sie weiter leugnete. Aber seine Strafe muss er nach meinem Verständnis von Recht und Gerechtigkeit trotzdem antreten. Wo kämen wir hin, wenn ein nachträgliches Geständnis von der Strafe befreien würde? Dann würde vor Gericht gelogen, dass sich die Balken biege – sobald man aufflöge, ersparte einem ein nachträgliches Geständnis die Strafe. Nein, so geht das nicht. Wenn Armstrong sich einer Falschaussage unter Eid schuldig gemacht hat, gehört er vor Gericht. Daran kann auch ein Geständnis nichts ändern.

4. Mobbing und Bedrohen von Menschen

Lance Armstrong ist ein schwerreicher Mann mit besten Kontakten und einer überragenden Medienpräsenz. Er hat seinen Einfluss auch dazu genutzt, Menschen fertig zu machen, die sich gegen ihn stellten. Dass er sie öffentlich als notorische Lügner, als neidische Versager und wahnhafte Wichtigtuer hinstellte, gehörte noch zu den angenehmeren Behandlungen. Die frühere Masseurin des Armstrong-Teams, Emma O’Reilly, eine Augenzeugin, bezeichnete er als alkoholkranke Prostituierte. Seinen Kollegen, den Radprofi Filippo Simeoni, mobbte er offen im Peloton, nachdem dieser vor Gericht den Dopingarzt Michele Ferrari belastet hatte. Lance Armstrong nutzte seine Millionen, indem er Menschen und Firmen mit ruinösen Prozessen überzog, die die Wahrheit über ihn sagten.

Wird die amerikanische Gesellschaft ihm das verzeihen, wenn er in einer Talkshow einräumt "okay, ich habe gedopt"? Oder wird sie sich mit jenen solidarisch zeigen, die, wie man heute weiß, die Wahrheit sagten? Bevor Armstrong gesellschaftlich rehabilitiert werden kann, muss er selbst die Menschen rehabilitieren, die er zu Unrecht in den Schmutz gezogen und ruiniert hat. Dabei geht es erstens um eine öffentliche Entschuldigung und zweitens um finanzielle Wiedergutmachung.

5. Anlügen der Öffentlichkeit

Dieser Punkt mag auf den ersten Blick etwas kleinlich wirken, denn was will man denn machen, wenn man dopt? Man muss das zwangsläufig in der Öffentlichkeit leugnen. Daraus folgt: Wer als dopender Sportler permanent im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit steht, wird dadurch unentrinnbar zum notorischen Dauerlügner. Lügen und dopen gehen demnach immer Hand in Hand.

Lance Armstrong ist jedoch über diesen Mechanismus des Zwangsläufigen weit hinaus gegangen. Er hat oft ohne gefragt worden zu sein, das Wort an die Zweifler gerichtet und sie als Lügner oder Kleingeister diffamiert. Das ging so weit, dass er Zweifel an der Ehrlichkeit seiner sportlichen Leistungen als Angriff auf die Krebskranken dieser Welt hinstellte. Sinngemäß: Wer unterstellt, dass Armstrong als Krebsüberlebender auf karzinogene Dopingmittel zurückgriffe, ohrfeigte damit die Krebskranken. Er inszenierte sich selbst als eiserner Arbeiter, der aufgrund von Trainingsfleiß und Siegeswillen der Beste sei. Und: Wer den Tod besiegt habe, siegt mit der gleichen Kraft auch in den Herausforderungen des Lebens.

Die Medien griffen derlei Mystifizierungen nur allzu gerne auf und machte sich damit zum Komplizen. Armstrong erschuf ein Lügengebilde, das größer und gewaltiger war als das aller anderen Radsportler zusammengenommen. Man kann seine Lügen nicht vergleichen mit den angeblich kokainverseuchten Hustenbonbons für die Mama des Giro-Siegers Gilberto Simoni oder anderen lächerlichen Schwindeleien überführter Dopingsünder. Der Nachdruck seiner Beteuerungen und die Konsequenz, mit der er Kollegen, Journalisten, Autoren, Funktionäre und Beamte verfolgte, hat eine andere Qualität.

Das über dreizehn Jahre währende Anlügen der Öffentlichkeit mag auf den ersten Blick als ein Vergehen bewertet werden, das die Gesellschaft leichter als die anderen Punkte verzeihen wird. Denn der Vorwurf ist etwas unkonkret und nicht mit Gesichtern zu illustrieren. Dennoch wird er meiner Meinung nach entscheidend werden, wenn es darum geht, welche Rolle Lance Armstrong in der Gesellschaft künftig spielen kann. Um diese Rolle und um sein gesellschaftliches Ansehen scheint es ihm ja zu gehen, wenn er in einer Talkshow Öffentlichkeit sucht.

Für welche Werte kann die öffentliche Person Armstrong künftig stehen? Darüber schreibe ich nach seinem TV-Auftritt. Fest steht jedoch bereits heute: Es wird schwer für ihn.
Arne Dyck
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Die Sendung wird im Internet zeitgleich mit der TV-Sendung ausgestrahlt. Donnerstag und Freitag um 3:00 Uhr unserer Zeit auf oprah.com. Allerdings ist nicht sicher, dass der Stream von Deutschland aus zu empfangen sein wird.

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