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18.12.12
Der Papst spricht über den Sport
Jetzt hat es auch den Papst erwischt: Kurz vor Weihnachten sprach er mit Spitzenfunktionären über den Sport. Zur Sprache kam unter anderem das Dopingproblem. Er plädierte für die Rehabilitierung einsichtiger Dopingsünder und betonte den Wert des Sports im Kampf zwischen Gut und Böse. Eine Weihnachtsbotschaft für Sportler.

Papst Benedikt XVI. sprach vor Vertretern des nationalen olympischen Komitees Italiens. Er beklagte dabei den mitunter unmenschlichen Druck, unter dem die Sportler stünden. Der Sport müsse "redlich und rein bleiben", außerdem verlangte der Pontifex eine Möglichkeit zur Rehabilitation von Dopingsündern. Zum Teamgeist gehöre "Unterstützung für jene, die einsehen, dass sie einen Fehler gemacht haben". Ferner betonte der oberste Hirte des römisch-katholischen Teils der Christen den Wert des Sports als kulturelles und erzieherisches Gut. Wettbewerb, Respekt vor dem eigenen Körper und Sinn für Solidarität förderten die Reifung des Menschen. Zudem ließen sich aus dem Sport Lehren für den "spirituellen Wettkampf" zwischen Gut und Böse ziehen. Soweit die Meldung.

Es ist für viele aufgeklärte Menschen nicht leicht, dem Papst Gehör zu schenken, wenn es um Gut und Böse, Redlichkeit und Reinheit geht. Denn der Papst verdankt die Macht seines Amtes einer historischen Betrügerei, die ich kurz ins Gedächtnis rufen will, bevor ich mich seiner Botschaft für den Sport zuwende. Stichwort "Konstantinische Schenkung":

In der so bezeichneten  Urkunde, datiert auf das Jahr 315, wird dem Papst vom damaligen römischen Kaiser Konstantin, den er von einem Ausschlag geheilt habe, ganz Westrom geschenkt und der Papst zum Oberhaupt aller Bischöfe gemacht. Bislang war der Papst schlicht der Bischof von Rom gewesen. Im Jahr 1433 fand man jedoch heraus, dass diese Schenkungs- und Ernennungurkunde im Jahr 800 vom römischen Bischof Silvester und seinen Leuten gefälscht worden war, um Macht und Besitz zu mehren. Die Kirche musste den Betrug schließlich zugeben.

Trotzdem behielt der Papst seine Sonderstellung aufgrund mittlerweile gut zementierter Machtstrukturen und wegen der Behauptung, er sei als Bischof von Rom der Nachfolger von Petrus, der der erste Bischof Roms gewesen sei - der Petersdom stehe auf dessen Gebeinen. Heute weiß man: Petrus war nie in Rom, die Story gilt als frei erfunden. Doch dies nur am Rande, weil wir uns über Redlichkeit und Reinheit unterhalten wollen.

Dass an der Legitimität des Papstamtes erhebliche Zweifel bestehen bedeutet jedoch nicht, dass alles falsch ist, was er sagt. Schauen wir uns also genauer an, wie er sich geäußert hat und was er gemeint haben könnte, schließlich ist Weihachten.

Dopingsünder rehabilitieren

Da wäre zunächst seine Forderung, der Sport müsse Dopingsündern eine Möglichkeit zur Rehabilitation bieten, denn zum Teamgeist gehöre die Unterstützung für jene, die einsehen, dass sie einen Fehler gemacht haben. Ein rätselhafter Satz. Denn die Rehabilitation ist ja längst Teil des Regelwerks, das für Ersttäter keine lebenslangen Strafen kennt. Auf der menschlichen Ebene ist dabei weniger der "Teamgeist", also der Zuspruch des eigenen Teams gefragt, als vielmehr die Toleranz des gegnerischen Teams oder Sportlers.

Was ist der Unterschied zwischen Teamgeist und Toleranz? Teamgeist im Sport kommt aus dem Egoismus der eigenen Sippe gegenüber einer fremden, Toleranz hingegen aus der Feindesliebe. Das eine ist das Gegenteil des anderen.

Teamgeist, also der unbedingte Zusammenhalt der eigenen Mannschaft, wird in der Kirche seit jeher groß geschrieben, Toleranz hingegen weniger: Nur getaufte, gläubige Christen haben Zugang zum ewigen Leben. Andersgläubige, ungetaufte Menschen leiden in der Hölle ewige Qualen. Vom Teamgeist, den der Papst im Sport begrüßt, haben wir aus meiner Sicht eher zu viel, von der Toleranz zu wenig.

"Sport fördert den Sinn für Solidarität"

Weiter heißt es, der Sport fördere den Sinn für Solidarität. Sagen wir es hart und deutlich: In kaum einem Lebensbereich geht es so unsolidarisch zu wie im Leistungssport. Hier geht es um das Gewinnen, das ist sein Wesenskern. Wer seine Leistung nicht bringt, fliegt raus. Beispielsweise erwarten wir von Fußballbundestrainer Jogi Löw, dass er genug Härte ("Charakter") hat, um knallhart nur die besten Kicker mit zur WM zu nehmen. Nähme er aus solidarischen Gründen einen zwar verdienten, aber unfitten Spieler mit, würde die ganze Nation Löws Kopf fordern. Im Leistungssport werden nur Leistungen berücksichtigt, keine Schicksale. Über die vom Papst ausgemachte Solidarität des Sports kann ein Berufssportler wohl nur bitter lachen.

Möglicherweise hat der Papst den Zusammenhalt einer Mannschaft für ein gemeinsames Ziel, den Sieg, gemeint? Das wäre ein denkbarer positiver Aspekt, doch dann unterschätzt er meiner Meinung nach die Macht der Konkurrenz und des Wettbewerbs in der Realität des Sports: Ein Haufen Egoisten, als Mannschaft einem gemeinsamen Ziel nachjagend, ist alles andere als eine Solidargemeinschaft. Wer seine Leistung nicht bringt, verwirkt damit augenblicklich sein Recht auf Verbleib in der Mannschaft. Ausnahmen gibt es nur dort, wo das Siegen Nebensache ist und es sich damit mehr um Spiel als um Sport handelt.

Wettkampf zwischen Gut und Böse?

Aus dem Sport ließen sich Lehren für den "spirituellen Wettkampf" zwischen Gut und Böse ziehen, so der Papst. Gemeint sind DAS Gute und DAS Böse. Beides gibt es nicht, denn Gut und Böse werden immer erst durch den Kontext eines Regelwerks oder gesellschaftlicher Wertvorstellungen dazu. So hatten zum Beispiel die Betreiber der Judenvernichtung oder Hexenverbrennung oder der blutigen Missionierung Andersgläubiger durchaus das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Denn sie handelten innerhalb des für sie maßgeblichen Regelwerks gut. Im Sport gibt es keinen Wettstreit zwischen Gut und Böse, sondern es gibt ein Ziel sowie Regeln, die festlegen, was zur Erreichung dieses Ziels erlaubt ist. Gut ist, wer im Rahmen dieser Regeln auf das Ziel hinarbeitet, und böse, wer das nicht tut. Ein darüber hinaus gehender spiritueller Anspruch ist schon deshalb nicht gegeben, weil weder Ziele noch Regeln vom Sportler infrage gestellt werden können. Also haut man beim Boxen dem Gegner so fest in die Fresse wie man nur kann, und verwendet dafür den härtesten Handschuh, den die Regeln zulassen. Nicht weil man ein schlechter Mensch wäre, sondern weil die Regeln sind wie sie sind.

Mit anderen Worten: Eine Handlung lässt sich nur dann moralisch (gut und böse) bewerten, wenn der Handelnde auch anders hätte handeln können. Dieser Handlungsspielraum ist im Leistungssport nicht gegeben, dafür sorgen die Regeln. Ein 100m-Sprinter zwischen Start und Ziel ist weder gut noch böse. Diese Begriffe lassen sich nicht auf den Sport anwenden.

Gut und Böse sind keine feststehenden Begriffe, deren Bedeutung klar wäre. Auch im Sport versteht jeder etwas anderes darunter, je nach dem, auf welcher Seite er steht:

Ein Fußballer unterlässt das nächste Foul, weil er bereits Gelb hat – andernfalls würde seine Mannschaft und alle Fans es unter Umständen als seine Pflicht betrachten, mit einem "taktischen Foul" den Gegner zu Fall zu bringen. Die gegnerische Mannschaft wird das sicher anders bewerten. Gut und Böse sind vor allem eine Frage der Perspektive.

Der Sport zeigt exemplarisch, wie variabel Gut und Böse sind, je nach dem, wie die Ziele und Regeln lauten. Es gibt im Sport nicht das Gute an sich, außer vielleicht in der primitiv-ethischen Regel: was Du nicht willst dass man Dir tu, das füge auch keinem andern zu.

Was Jesus gesagt hat

Zurück zum Papst. Was ist wirklich gemeint? Worauf kann er sich berufen, was kann er einfordern, wozu kann er uns ermahnen? Was hat Jesus von Nazareth gesagt, dessen Worte letztlich die Botschaft sind, die der Papst zu vertreten hat?

Jesus sagte: Liebt Eure Feinde und verübt keine Vergeltung. Außer diesen beiden Lebensregeln gibt es nichts, was sich zweifelsfrei als ein Wort Jesu bezeichnen lässt – fast alles, was wir aus dem Bibelstudium für seine Worte halten, wurde ihm nachträglich von religiösen Eiferern in den Mund gelegt, verdreht, bearbeitet oder frei erfunden. Um so schöner, dass sich diese beiden Regeln (weit davon entfernt, eine "Religion" sein zu wollen) auch auf den Sport anwenden lassen.

Denn aus der Feindesliebe ergibt sich der Appell zum Fairplay – nicht aus den Begriffen Gut und Böse, die im Sport mehr noch als im echten Leben oft nichts anderes sind, als Opportunismus reinsten Wassers.

Aus der Aufforderung, keine Vergeltung zu üben, folgt das Verzeihen gegenüber Menschen, die uns über’s Ohr gehauen haben, sei es durch Doping oder Windschattenfahren oder was auch immer. Falls es dies ist, was der Papst über den Sport sagen wollte, gebe ich ihm recht. In diesem Sinne: frohe Weihnachten!
Arne Dyck
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