Anzeigen
logo
... die Triathlon TV-Sendung!
Endlich auch ich mal... - Seite 2 - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
Zurück   triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum > Allgemein > Willkommen!

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 16.11.2011, 21:40   #9
reisetante
Szenekenner
 
Benutzerbild von reisetante
 
Registriert seit: 26.11.2010
Ort: Wieder dahoam!
Beiträge: 995
Danke für die netten Rückmeldungen!
Ab heute unterwerfe ich mich nun bis zum 8.7. der Triathlon-Diktatur
und die Freizeit wird nach Trainingsplan gestaltet. Bin gespannt...
reisetante ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2012, 13:19   #10
reisetante
Szenekenner
 
Benutzerbild von reisetante
 
Registriert seit: 26.11.2010
Ort: Wieder dahoam!
Beiträge: 995
Und das war der Ironman Frankfurt

Nein, ich habe keinen Blog gestartet, da ich mir immer gesagt habe, dass ich meine geplante Ironman-Teilnahme nicht an die grosse Glocke hängen möchte. Denn dann könnte am Ende etwas schief laufen. Lieber umgekehrt: die Klappe halten und ein feines Rennen machen. Jetzt, da es geschafft ist, möchte ich hier einfach mal aufschreiben, wie es gegangen ist. Das wird jetzt vielleicht etwas länger. Wen es nicht interessiert -- einfach nicht weiterlesen. Aber manche interessiert sicherlich der Bericht über "das erste Mal".

Freitag: Begonnen hat es also mit dem Verlassen der Arbeit in Düsseldorf gegen Mittag schon und gleich meinen Mann in Köln abgeholt. Die neue Wettkampfbesprechungszeit war ja eine Stunde früher als ursprünglich angekündigt. Bin sowieso aus Zeitgründen nur zur englischen WK-Besprechung gegangen. Nun ja, erstmal dorthin kommen, dazu muss man aus Köln rauskommen; es kam natürlich auch Stau auf der A3 (Ferienbeginn in NRW). Auf die Minute genau um 15:30 h sind wir aber an der Eissporthalle. Es herrschte ja schon hier eine "Kostümparty", wie das hier schon mal so treffend beschrieben wurde. Kompressionsstrümpfe mit Shorts, Visors und unzählige Finishershirts von diversen Langdistanzen werden getragen. Da ich mich im Vorfeld schon viel informiert hatte, kamen in der Wettkampfbesprechung nicht allzu viele Neuigkeiten. Danach noch am Römer die Startunterlagen abgeholt und dann erstmal zum Hotel. Das Ibis Frankfurt City West in der Breitenbachstrasse ist ganz ok, so finden wir. Die Zimmer sind gut renoviert und Platz für Fahrrad und die ganzen Häufchen gibt es auch.
Nachdem wir uns eingerichtet haben, fahren wir, leider mit dem Auto (es gab nicht, wie angekündigt, das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr), zur Eissporthalle; der Parkplatz dort ist ja ausreichend gross. Vor der Halle wird gerade Macca intwerviewt und als wir reingehen, sieht man so einige bekannte Leute, wie z.B. Sebastian Kienle. Es ist ganz gut gefüllt aber das Essen ist reichlich, wenn auch relativ durchschnittlich. Aber es geht hier ja nur darum, den Kohlenhydratspeicher zu füllen. Und das mache ich nun wirklich. Bin gar nicht mehr daran gewöhnt, am Abend solch riesige Mengen zu verdrücken. So liegen drei Teller Pasta und zwei Stück Kuchen doch recht schwer im Magen. Kohlensäurehaltige Getränke tun ein übriges. Am Ende kann ich kaum die Treppen raufgehen. Morgen wird das aber alles verdaut sein!

Samstag: Check-in. Wir frühstücken erstmal gemütlich in einem Cafe am Römer. Unglaublich, wieviele Ironmänner hier vorbeirennen. Ja, sie wollen alle gut aussehen. Ich tue mir das nicht an, da ich schon seit Tagen wieder die Phantomschmerzen im linken Knie verspüre. Wie soll ich am morgigen Tag jemals 42 km laufen? Gar nicht drandenken, einfach soweit kommen lassen. Nachdem wir die Shuttlebushaltestelle endlich gefunden haben, wir dort das Rad eingeladen. Der Bus kurvt doch eine ganze Weile bis zum Langener Waldsee. Dort ist alles gut organisiert, mich geleitet ein freundlicher Berliner zum Radstellplatz und erklärt mir alles. Am Ende noch den Chip abgeholt und dann beginnt der enspannte Teil des Tages. Erstmal die Finger in den Langener Waldsee reingehalten. Das Wasser ist schon recht warm, 24 Grad Celsius eben. Nein, mit langem Neoprenanzug werde ich morgen nicht schwimmen! Dank Ute Mückel bin ich nun zwar soweit, 3,8 km mit dem langen Neoprenanzug durchzukraulen, wenn auch nur wenige Minuten schneller als mit dem Shorty im Bruststil. Aber auf ein paar Minuten soll es nicht ankommen und ich will auch nicht zerkochen. Also setze ich lieber auf den bewährten Bruststil im bequemen und schnell auszuziehenden Shorty!
Nun also wieder zurück in die Stadt gefahren und über die Expo gebummelt. Da ich nun schon wirklich alle erdenklichen Sportsachen habe, habe ich gar keinen Bedarf. Die Preise sind zudem nicht günstig. Wir fahren wieder zurück in das Hotel zum Entspannen und gegen 18:00 Uhr geht es zum Abendessen. Bloss kein blähendes Gemüse essen, also nur beim Chinagrill Reis mit Tofu und drei Sojasprossen. Bin ja immer noch voll von der Pastaparty. Für den morgigen Tag stelle ich mir drei Wecker: den Hotel-Weckservice, meinen Handywecker und den Handywecker meines Mannes. Ein DNS wegen Verschlafen wäre ja zu blöd!

Sonntag, 8.7.2012: Ich werde schon um 3:38 Uhr wach, und habe ca. 6 Stunden geschlafen. Bis jetzt schon mal optimal! Es folgen diverse Cremungen und Klogänge und so können wir schon die U-Bahn um 4:29 Uhr nehmen. Die ist schon ganz gut besetzt, und das am Sonntag. Von der Hauptwache in Frankfurt laufen wir zum Shuttlebus. Es sind noch so viele Nachtschwärmer unterwegs. Der Shuttlebus steht auch schon bereit. Es wird hier überwiegend Spanisch gesprochen.
Wechselzone einrichten. Obwohl wir schon um 5:00 Uhr dort sind, vergeht die Zeit wie im Flug. Die Handgriffe habe ich mir schon durch "mentales Training" eingeprägt. Also erst einmal den Zaubertrank gemischt. Vor einigen Wochen hatte ich mir eine "Aquacell" Aeroflasche von Profile bestellt, die ist recht praktisch, weil sie zwei Abteile hat. Um nicht mit Gels während der Fahrt herumhantieren zu müssen, fülle ich mir die Sponser-Gels zusammen mit den Salztabletten (ein Geschmackserlebnis!) in die zweite Flasche, in die andere Flaschenhälfte kommt nur Wasser. Vier Powerbars klebe ich noch auf das Oberrohr. Kleidung werde ich mir heute nicht soviel bereitlegen. Die Windweste ist obligatorisch, heute sind (kurze!) Regenschauer angekündigt und die Temperatur beträgt 17 Grad, was in Ordnung ist. Über Lautsprecher kommt schon die Ansage, dass man um 6:15 Uhr zum Start gehen soll. Huch, ich bin noch gar nicht soweit. Mir fällt noch ein, dass ich vergessen habe, meine Zehennägel zu verschneiden. Vielleicht haben die Sanitäter eine Nagelschere? Der Dixie-Besuch steht auch noch an. Und dann geht es runter zum Start. An die Nagelschere denke ich nicht mehr, was sich später rächen wird. Aber immerhin sehe ich meinen Liebsten an der Absperrung. Nein, ich bin nicht nervös, zum Glück. Ich habe viel trainiert, manchmal ging es auch nicht so gut, dann kamen vor fünf Wochen die Knieschmerzen. Ob es klappt oder nicht? Keine Ahnung, ich lasse alles auf mich zukommen. Und der Tag wird mit einem Wellness-Schwimmen in angenehm warmem Wasser beginnen. Dazu trage ich einen Shorty und damit bin ich wohl die einzige, aber das soll mir egal sein. Da setze ich auf Bewährtes!

Schwimmstart: ordentlich in die Brille gespuckt, hach, sie wird bestimmt wieder beschlagen... Und ich ordne mich schon weit an der Seite und relativ weit hinten ein. Bald ist es soweit, der Startschuss fällt. Rechtzeitig den Knopf an meiner Uhr gedrückt. Nun geht es also los, das, worauf ich nun monatelang trainiert habe! Zum Glück gibt es kein Hauen und Stechen, und ich schwimme ganz entspannt. Fast ein wenig zu entspannt, da könnte ich wirklich mehr Gasgeben. Gesagt, getan. Die erste grosse Boje ist bald erreicht. Es ist tatsächlich nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe -- alle schwimmen auf und davon -- nein es schwimmen noch eine Menge Leute neben mir und hinter mir. Immer wieder mal kann ich im Wasserschatten mitschwimmen, allerdings kraulen doch viele im Zickzack und ich brustele lieber geradeaus. Der erste Landgang kommt bald. Ein Vorteil des Brustschwimmens ist es, dass bei den ersten Schritten die Koordination besser klappt, weil man nicht von einer komplett horizontalen Lage in die senkrechte Position wechseln muss. So kann ich beim Landgang etliche Leute im Laufschritt überholen. Die Uhr zeigt 47 Minuten, das ist voll in Ordnung! Ich hatte ja befürchtet, dass nach meiner ersten Runde schon massenhaft Leute mit der zweiten Runde fertig sind, aber so ist es nicht. Die Brille hat sich noch nicht beschlagen, das ist gut! Auf der zweiten Runde regnet es leicht, na das kann ja heiter werden. Die Wellness ist nach 1:28 h beendet, das ist sogar besser, als ich mir erhofft hatte.

Erster Wechsel: Am Rad angekommen, beginnt es zu regnen. Ich frickele die Kompressionsstulpen an, ziehe Helm und Windweste an. Die Brille setze ich auch auf, aber brauche ich die wirklich? Ach, es waren ja nur kurze Schauer angesagt, da kommt bestimmt bald wieder die Sonne... Nach 6 Minuten Wechselzeit trete ich in die Pedale.

Radfahren: Die Fahrt nach Frankfurt auf der abgesperrten Schnellstrasse geht sehr locker, ich bin ständig nur am Überholen. Da ist ja auch die Startnummer 667 von Pantone, ich rufe sie, aber da es so locker rollt, will ich nun auch nicht abbremsen, um ein Schwätzchen abzuhalten. Der Regen lässt nicht nach. In den wenigen Kurven bremsen diejenigen vor mir schon sehr stark ab, aber sicher ist sicher. Manchmal ist die Strecke auch sehr schmal und die Überholenden überholen nicht sondern fahren schön nebeneinander... Trotz Regen läuft es sehr gut und ich werde mein Ziel, den Radsplit unter 6 Stunden, wohl erreichen. Wenn nicht eine Reifenpanne dazwischen kommt! Es stehen ungefähr alle 5 km Triathleten mit Reifenpanne am Strassenrand. Ich muss gut aufpassen, wo ich entlangfahre. Der Regen lässt nicht nach. Und die auf das Oberrohr geklebten Powerbars sind schon ganz schön aufgeweicht. Von "Essen" kann nicht die Rede sein, eher von "Nahrungszufuhr". Immer, wenn ich mir ein Stück vom Powerbar abfrickeln will, habe ich die Finger voller Pampe! Trotz Regen sind in den Ortschaften an der Strecke sehr viele Leute, die uns anfeuern, es wurden Grill und Zeltdächer aufgebaut, die Stimmung ist super! Am Heartbreak Hill ist es besonders stimmungsvoll. Das Schöne: bein der Abfahrt nach Frankfurt kommt die Sonne raus!!! Endlich. Es wurde nämlich schon recht kalt.
Zweite Runde: nun ist die Strecke ja schon recht bekannt. Es sind immer noch viele Wolken am Himmel, aber es wird trockener An der Windkante weht immer noch starker Wind, da muss man eben etwas beissen. Immer noch kann ich viele Leute überholen, und dabei sind immer noch erstaunlich viele Aerofelgen und Aerohelme. Unglaublich, wieviel Geld die Leute für Material ausgeben, um damit dann doch nur einen Radsplit von 6 Stunden und länger zu fahren. Toi toi toi, bis 160 km gab es noch keine Reifenpanne! Und die wird es auch bis Frankfurt nicht mehr geben. Es ist unglaublich, wie locker das bisher ging! Es kommt mir nicht so vor, als ob ich wirklich schon über 7 Stunden unterwegs bin. Das Ziel, der Radsplit unter 6 Stunden, ist jedenfalls erreicht!

Zweiter Wechsel: Es passiert die Peinlichkeit des Tages: Beim Absteigen fällt mir die Trennung vom Rad etwas schwer. Mein linker Fuss möchte nicht aus dem Klickpedal raus und so rutsche ich erstmal zur Seite und hole mir ein aufgeschürftes Knie. Egal, tut nicht weh. Beutel geschnappt. Das Wechselzelt ist nun recht voll, es ist schon fast schwierig, einen Platz zu bekommen. Und das bestätigt mir wieder mal, dass man eine sehr schlechte Schwimmleistung mit Radfahren wieder ausgleichen kann! Nun investiere ich erstmal zwei Minuten und befreie meine Füsse vom letzten Sand. Die Sohlen sind ja doch recht aufgeweicht worden, und da creme ich sie mir Hirschtalgcreme ein, vor der (vermeintlichen) Marathon-Strapaze. Meine Sitznachbarin hantiert mit einem Plastikbeutel voller Pillen herum!? Ich sage jetzt besser nichts. Mit Fusspflege-Programm dauert der zweite Wechsel 4 Minuten, das ist ganz anständig!

Laufen: Nun beginnt er also, mein erster Marathon! Wie wird er enden? Von 4:30 h bis 7:30 h ist alles möglich! Ich lasse es locker angehen und bin auf dem ersten Kilometer erst mal damit beschäftigt, die Gels mit anderen Geschmacksrichtungen als Green Apple oder Mango-Passionfruit sowie das Packerl Papiertaschentücher für alle Fälle zu verstauen und mich einzucremen gegen die Sonne, die jetzt freundlich strahlt. Ich jogge locker dahin, das erste Rundenbändchen bekomme ich bald, juhu! Da steht auch schon mein Mann, in der Nähe des Raddepots. Windwestenübergabe (es ist nun schon zu warm dafür) und Kuss-Stop. Derartig gestärkt geht es in die zweite Runde. Vor dem ersten Wendepunkt steht auch ein Kollege, der hier in der Nähe wohnt und ein erfahrener Marathonläufer ist. Er fragt: "Alles in Ordnung?" -- "Ja, alles läuft planmässig!". "Was macht das Knie?" -- "Kein Problem!". "Mach' langsam!" -- "Klar, mache ich doch!". Es läft wirklich erstaunlich gut. Aber das ist auch wirklich ein Komfort-Triathlon hier, es gibt soviele Verpflegungsstellen und Dixieklos, die ich vorbeugend auch immer wieder aufsuche. Die Zeit muss ich mir nehmen! Alle 20 Minuten ein Powergel, dazu Wasser, so ist immer für eine ausreichende Kohlenhydrat- und Salzzufuhr gesorgt. Aber in der dritten Runde fällt es mir schon schwerer, immer die Powergels zu mir zu nehmen. An sich ist das ja ein Superprodukt, ich kann es während dem Laufen zuzeln und es ist bekömmlich, zumindest für mich. Dazu gibt es nur Wasser, das funktioniert am besten. Aber nun werde ich auf Cola umstellen, ich kann die Gels nicht mal mehr ansehen! In der dritten Runde spüre ich langsam meine Oberschenkel. Die Runde wird allerdings gefühlt verkürzt durch zwei nette Unterhaltungen mit ebenfalls zwei "Ersttäterinnen". Und, ja, auf der dritten Runde nehme ich auch gerne die angebotene Vaseline, weil die Träger der Kleidung schon etwas reiben. Ich stopfe sie auch mit Schwämmen aus. Immer wieder mal muss ich, ab km 27, Oberschenkel-Dehnpausen machen, aber ansonsten geht alles OHNE GEHPAUSE, das überrascht mich am meisten. Und das Knie hält! Bald gibt es das dritte Rundenbändchen, jetzt ist es quasi nur noch eine lange Fühlinger-See-Laufrunde bis zum Ziel! Wieder auf der Höhe des Raddepots steht weinend ein armer Kerl, der schon vier Rundenbändchen hat. Er kann immer nur 10 m laufen und bleibt dann mit schmerzverzerrtem Gesicht stehen. Er hat nur noch 500 m bis zum Ziel!!! Ich habe dagegen noch eine Runde, auf der alles passieren kann! Aber es passiert nichts besonderes. Die letzten 5 km gehen wieder recht locker und nachdem ich das 4. Rundenbändchen bekommen habe, kann ich sogar noch beschleunigen! Und dann kommt er, der Abzweig nach rechts. Jetzt: GENIESSEN!!! Eine andere Triathletin düst noch an mir vorbei, aber ich lasse mir hier wieder Zeit. Und ich kann nicht fassen, was da auf der Zeitanzeigetafel steht: 12:24 h! Das finde ich unglaublich! Wenn Du mir vor 3 Jahren gesagt hättest, dass ich jemals einen Ironman durchalten würde, hätte ich Dir einen Vogel gezeigt. Als ich dann selbst vorsichtig daran geglaubt habe, hatte ich eine Zeit von 13:30 h im Sinn, und jetzt: weit unter 13 Stunden!

Ziel: Im Ziel angekommen, geht es mir super! Die Sanitäter fragen mich, ob es mir gut geht und mir wird ein Spucknapf gereicht, mit dem ich aber nichts anfangen kann. Andere Athletinnen, die nach mir ins Ziel kommen, brechen zusammen und müssen von den Sanitätern behandelt werden. Ich gucke noch ein wenig und begebe mich dann in den "Athletes Garden". Da stehen diese Eiskübel, die ich nun auch mal ausprobieren muss. Dazu muss ich meine Schuhe ausziehen und dann offenbart sich kein schöner Anblick: der zweite Zehennagel hat sich abgelöst, unter dem grossen Zehennagel ist eine Blase und der dritte sieht auch blau aus... Also: nächstes mal die Nägel schneiden vor dem Start!!!
Nach einem kurzen Aufenthalt im Eiskübel fühlen sich die Beine phantastisch an. Dieser Effekt dauert aber leider zu kurz an. Nach dem Duschen gönne ich mir noch eine Massage, die ganz wunderbar ist, aber auch nicht den Muskelkater beseitigt. Hunger habe ich erstaunlicherweise fast keinen, ich spüre nur das Bedürfnis, etwas Salziges zu essen und so esse ich eine Laugensemmel und Käsebrötchenhälfte. Medaille abholen, meinen Mann um 10 EUR anbetteln für die Gravur, die Sachen und das Fahrrad zusammensammeln und ab in's Hotel. Beim Umsteigen an der Konstabler Wache geht eine Rolltreppe nicht, da habe ich erstmal ein Problem. Aber auch das ist bald geschafft.

Danach: Der Muskelkater am Tag danach war schon nicht schön, aber nach extrem langen Bergtouren ist das auch so, also nichts Ungewöhnliches. Paar Tage später ist auch das wieder weg. Und da wir nun in Frankfurt sind, ist der Flughafen nicht weit und wir sind von dort gleich zu den Schwiegereltern nach Hangzhou in China geflogen. Hier ist es 36 Grad warm und die Zeitverschiebung sorgt sowieso für Dödeligkeit, also kann ich jetzt keine spezifischen Langdistanzbedingten Beeinträchtigungen ausmachen.
In China kann keiner verstehen, warum man einen Ironman einfach so macht, wegen der persönlichen Herausforderung, und dafür auch noch viel Geld bezahlt! Also nicht aus Vaterlandsliebe und um zu Ruhm und Ehre zu gelangen!?!? Ich würde es trotzdem wieder machen. Es war einfach ein wundervoller Tag und die Vorbereitung hat auch einen Riesenspass gemacht!

Und nun kommen die Danksagungen:
* Ich bedanke mich bei den Foris, die mir bei Problemchen und Sorgen wertvolle Tipps gegeben haben und aus deren Postings ich auch viele Anregungen bekommen habe
* Ich bedanke mich beim Arne für den sehr guten 12-Stunden-Mittwöchler-Trainingsplan, der es ermöglicht hat, neben einem 47 Stunden Job mit minimalem Zeitaufwand ausgewogen zu trainieren und daneben die sozialen Kontakte nicht zu kurz kommen zu lassen
* Ich bedanke mich bei den Jungs von KOMSPORT in Köln, die mir die Sitzposition so gut eingestellt haben, dass ich auch nach 180 km nur noch in der Aerohaltung fahren möchte
* Ich bedanke mich nochmal beim Arne für die vielen wertvollen und informativen Filmbeiträge, die es mir ermöglicht haben, mich auf dieses Rennen perfekt vorzubereiten und die Wechselbeutellogistik optimal zu gestalten
* Und am allermeisten bedanke ich mich bei meinem lieben Mann, der hier bestimmt nicht mitliest. Er muss sich oft gedacht haben, dass seine Frau eigentlich ziemlich bescheuert ist, wenn sie 5:30 h aufsteht um dann mit Stirnlampe in der Kälte Laufen zu gehen. Oder wenn sie sich nach der Arbeit 3:30 h auf das Spinningbike setzt um danach, gegen 21:00 Uhr, noch eineinhalb Stunden laufen zu gehen. Da hat er mich dann mit dem Fahrrad begleitet, und da habe ich gelernt, dass um 22:00 Uhr am Fühlinger See die Lichter ausgehen. Und er ist immer aufmerksam beim Freiwassertraining dabeigewesen. Und der 8.7. war für ihn sehr anstrengend, die Steherei an der Strecke und das Ausschauhalten und Kamerabereithalten.
EUCH ALLEN VIELEN, VIELEN DANK!!!

Summa summarum kann ich es mit den Worten einer Kreditkartenwerbung sagen:
182 Kuchenstücke und süsse Teilchen...........342 EUR
Ein bequemer blauer Strampelanzug................120 EUR
3 Übernachtungen in Frankfurt.........................162 EUR
Einen Tag lang Triathlonprofi sein....................495 EUR
Nach 226 km die Ziellinie überqueren.............UNBEZAHLBAR

Geändert von reisetante (16.07.2012 um 23:54 Uhr).
reisetante ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2012, 13:27   #11
Newbie
Szenekenner
 
Benutzerbild von Newbie
 
Registriert seit: 10.10.2006
Ort: irgendwo südlich von Stuttgart
Beiträge: 1.940
super geschrieben - herzlichen Dank und Glückwunsch zur tollen Leistung!
__________________
Arbeitet, als würdet ihr kein Geld brauchen.
Liebt, als hätte euch noch nie jemand verletzt.
Tanzt, als würde keiner hinschauen.
Singt, als würde keiner zuhören .


emu5.de - alles andere ist nur Triathlon

http://winterpokal.rennrad-news.de/images/user/5684.png
Newbie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2012, 13:34   #12
Pantone
Szenekenner
 
Benutzerbild von Pantone
 
Registriert seit: 08.05.2008
Beiträge: 1.716
Hach, toll, herzlichen Glückswunsch und sehr schön beschrieben . Und die Zeit macht mich ganz neidisch, echt super!!!
Pantone ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2012, 13:37   #13
Alfalfa
Szenekenner
 
Benutzerbild von Alfalfa
 
Registriert seit: 01.10.2008
Ort: München
Beiträge: 5.110
Was für ein schöner Bericht. Vielen Dank
Ich liebe Berichte, vor allem welche vom allerersten Mal.

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Leistung.
Alfalfa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2012, 13:46   #14
alpenfex
Szenekenner
 
Benutzerbild von alpenfex
 
Registriert seit: 01.04.2008
Beiträge: 2.711
Hallo,
solche Berichte zu lesen ist einfach eine wahre Freude! Vielen Dank für Deinen Bericht hier und Glückwunsch zu Deiner Leistung am Sonntag und in der Vorbereitung.
Gruss
Alpenfex
__________________
Limits are just imaginable lines - shift `em!
alpenfex ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2012, 13:54   #15
HKB
Szenekenner
 
Benutzerbild von HKB
 
Registriert seit: 14.10.2011
Ort: Hong Kong
Beiträge: 629
Toll und echt klasse Leistung!!!!! Glueckwunsch nochmal!!!!
__________________
IM Frankfurt: 11:40:47 (1. LD und sooooo happy )
Roth 2014-abgesagt
HKB ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2012, 14:03   #16
Homer Simpson
Szenekenner
 
Benutzerbild von Homer Simpson
 
Registriert seit: 30.10.2009
Beiträge: 949
Super und herzlichen Glückwunsch!!! Freut mich, das dein Knie gehalten hat. Da hattest ja wenigstens DU dein Erfolgserlebnis
Homer Simpson ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 17:21 Uhr.

Anzeige:

Powered by vBulletin Version 3.6.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.