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Übertraining, Burnout, kurz vor Licht aus - Seite 9 - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
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Alt 13.11.2018, 22:23   #65
DocTom
Szenekenner
 
Registriert seit: 19.12.2016
Ort: HH, oder fast...
Beiträge: 2.703
bringe dazu mal den hier unter:
Zitat:
Eine Boeing 777 ist auf dem Weg über den Atlantik. Sie fliegt gleichbleibend mit 800 km/h in 30.000 Fuß Höhe, als plötzlich eine F-17 mit Tempo Mach 2 auftaucht. Der Pilot des Kampfjets bremst ab, fliegt neben der Boeing her und grüßt den Piloten des Passagierflugzeugs per Funk: "Langweiliger Flug, was? Dann pass mal auf!"

Er rollt seinen Jet auf den Rücken, beschleunigt, durchbricht die Schallmauer, steigt rasant in eine schwindelerregende Höhe, nur um gleich darauf in einem atemberaubenden Sturzflug fast bis hinunter auf Meereshöhe zu stürzen. Mit einem Looping kehrt er neben die Boeing zurück und fragt: "Na, wie war das?"

Der Pilot der Boeing antwortet: "Sehr beeindruckend. Aber jetzt schau du mal her!"

Der Jetpilot beobachtet die Boeing, aber es passiert nichts. Sie fliegt weiter stur geradeaus, mit immer gleichem Tempo. Nach fünf Minuten meldet sich der Boeing-Pilot per Funk: "Na, was sagst Du jetzt!?"

Der Jetpilot fragt irritiert: "Was hast du denn gemacht?" Der andere lacht und sagt: "Ich bin aufgestanden, habe mir die Beine vertreten, bin nach hinten auf die Toilette gegangen, dann habe ich mir einen Kaffee und eine Zimtschnecke geholt und mich für die nächsten drei Nächte mit der Stewardess verabredet - in einem 5-Sterne-Hotel, das von meinem Arbeitgeber bezahlt wird."

Die Moral der Geschichte ist:

Wenn du jung bist, scheinen Geschwindigkeit und Adrenalin etwas tolles zu sein. Aber wenn du älter und klüger wirst, sind Bequemlichkeit und Ruhe auch nicht zu verachten.
Man nennt das S.O.S.: slower, older, smarter.

Gewidmet allen meinen Freunden, die sich wie ich dem S.O.S. nähern.
__________________
Das Große ist nicht, dies oder das zu sein,
sondern man selbst zu sein.

Sören Kierkegaard

Wo Kinder sind ist ein goldenes Zeitalter.
Novalis
DocTom ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2018, 05:56   #66
TiJoe
Szenekenner
 
Benutzerbild von TiJoe
 
Registriert seit: 06.12.2011
Ort: Dribbdebach
Beiträge: 705
Sehr geil!!!

Joe, bekennender S.O.S.er!
__________________
"It's a world between pleasure and pain!"
TiJoe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2018, 07:18   #67
ThomasG
Szenekenner
 
Registriert seit: 23.01.2012
Beiträge: 2.863
Soweit ich weiß (ich habe das Thema ziemlich lange nicht mehr intensiver verfolgt in Bezug auf die sportwissenschaftlicheForschung), ist immer noch nicht völlig klar, was den Zustand Übertraining(ssyndrom) verursacht bzw. auslöst.
Zwar ist natürlich klar, dass es zu einem Ungleichgewicht kommt zwischen den Belastungs- und Erholungsprozessen, was in einen Leistungsrückgang mündet, aber eben nicht konkret, wie das genau vonstatten geht.
Ich kenne den Zustand ziemlich gut aus eigener Erfahrung.
Zwei Stunden Lauftraining pro Tag haben bei mir im Alter von etwa 20 Jahren nicht gereicht ihn auszulösen (ca. 24 km pro Tag oder etwas mehr), aber wenn ich dann dazu übergegangen bin zusätzlich tägliche etwa 60 km Radtraining zu absolvieren, ging das nicht sehr lange gut.
Wie (ich habe hier nur ein paar Beiträge des Fadens überflogen) manche glaube ich schon angedeutet haben, spielt die Psyche eine große Rolle und ein Vergleich mit dem Burnout ist schon nicht abwegig vor allem in dieser Hinsicht, zumindest denke ich das auch.
Wenn es (zu sehr) an das Selbstvertrauen geht (was schwer auf Dauer zu vermeiden ist), dass eben die Leistungsfähigkeit trotz sehr viel Training ziemlich mies und der Antrieb beim Training und zum Training sehr schwach ist, dann denke ich löst das eine Art Teufelskreis aus.
Peter Greif beschrieb früher öfter wie es für ihn war, als er es mit dem Training völlig überzogen hatte.
Er reagierte dann und legte aus Frust ziemlich lange Trainingspausen ein (wahrscheinlich seinen Worten nach völlige Pausen) und die Kraft kam selbst dann erst nach Wochen bzw. Monaten zurück.
Bei ihm dürfte sich das Übertrainingssyndrm, aber damals, so schätze ich ihn zumindest ein, nicht allzu stark manifestiert gewesen sein bzw. sich "ausgebreitet" haben.
Dazu ist er zu sehr der Tempobolzer gewesen.
So einer ist in der Regeln nicht bereit den Zustand lange zu ertragen.
Meiner Erfahrung nach ist nämlich früher oder später Tempobolzen völlig unmöglich, denn man kann ja schon nicht einmal mehr die extensiven Dauerläufe im üblichen Tempo laufen, sondern irgendwann geht nur noch Joggen und da meine ich wirklich Joggen.
Wenn man es soweit kommen lässt, schätze ich mal, müsste man zumindest ein viertel Jahr investieren, um da so herauszukommen, dass man danach wieder einen normalen Aufbau hinbekommt und verträgt.
Oberflächliche Erholung geht schneller, aber sie ist dann nicht wirklich nachhaltig denke ich.
Ich habe mal gelesen, man hätte versucht früher bei Sportler absichtlich und gezielt ein Übertrainingssyndrom auszulösen und das funktionierte gar nicht oder zumindest in vielen Fällen nicht.
Das deutet an, dass die Psyche eine wichtige Rolle spielen dürfte.

Geändert von ThomasG (14.11.2018 um 07:23 Uhr).
ThomasG ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2018, 15:53   #68
Russischer Bär
Szenekenner
 
Benutzerbild von Russischer Bär
 
Registriert seit: 13.04.2012
Ort: Wermelskirchen
Beiträge: 70
Eben aus dem Grundsatz heraus das für micht feststeht, dass Übertraining i.d.R. ein mehrfaktorieller Ansatz ist aus beruflicher, privater und sportlicher Belastung, sehe ich die Stellschrauben zum Korrigieren/ Heilen auch nicht nur im Sport bzw. bei Sportpausen.

Auch warum man den Beruf immer so als heilige Kuh sieht, bei dem nix zu ändern ist. Gerade dort kann es wichtig sein auch mal "Nein" sagen zu können oder generell was zu ändern. Klar, man verdient seine Brötchen, aber die Gesundheit ist mehr wert und auch wenn man sagt es betreffe doch "nur" die sportliche Leistungsfähigkeit, so definiere ich mein Selbst nicht vorwiegend durch den Beruf. Ich bin vor allem Privatmensch mit Familie und Leidenschaft für andere Dinge. Kann ich das nicht mehr unter einen Hut bringen und einen tragbaren Kompromiss eingehen, gehts mir schlecht.

Gruß Olaf
__________________
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viel hilft viel
Russischer Bär ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2018, 17:49   #69
MattF
Szenekenner
 
Registriert seit: 27.04.2011
Beiträge: 5.502
Zitat:
Zitat von Russischer Bär Beitrag anzeigen
Auch warum man den Beruf immer so als heilige Kuh sieht, bei dem nix zu ändern ist. Gerade dort kann es wichtig sein auch mal "Nein" sagen zu können oder generell was zu ändern. Klar, man verdient seine Brötchen, aber die Gesundheit ist mehr wert und auch wenn man sagt es betreffe doch "nur" die sportliche Leistungsfähigkeit, so definiere ich mein Selbst nicht vorwiegend durch den Beruf. Ich bin vor allem Privatmensch mit Familie und Leidenschaft für andere Dinge. Kann ich das nicht mehr unter einen Hut bringen und einen tragbaren Kompromiss eingehen, gehts mir schlecht.

Gruß Olaf
Deswegen arbeite ich Teilzeit 25h. Hat im übrigen jeder einen gesetzlichen Anspruch drauf. TzBfG

Wobei ich denke ein Problem von Burnout Bedrohten ist, dass sie weder im Beruf noch im Sport zurück stecken können. Es geht ja gerade nicht um Ausgleich oder Work-Life-Ballance, sondern es geht um Erfolg auf allen Ebenen.
MattF ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2018, 18:21   #70
tuben
Szenekenner
 
Registriert seit: 02.01.2007
Beiträge: 446
Ich glaube, Übertraining, Burnout, kannnichtmehr, Depressive Episoden,
alles ähnliche Situationen.
Und keiner kann so ganz genau sagen, wo die Ursachen und wo die Auslöser sind.
Auch die Geschichte mit dem „positivem“ und dem „ negativem“ ist mir nicht klar.
Ich habe erlebt: Stress ist Stress, er belastet.
Selbst wenn wir es im Moment nicht so empfinden, es bleibt etwas im Körper.
Mir kam es so vor, als wären diese winzigen Dosen immer zu verkraften und da war es im Endeffekt egal, in welchem Lebensbereich die Be-Überlastung gerade stattfand.
Es ist, als ob man Rasierklingen aufstapelt, die sind so dünn und werden trotzdem ein Turm.
Geholfen hat immer nur: System verlassen, Zeitinsel finden, still bleiben.
Jetzt laufe ich gerade mit sehr leichtem Gepäck auf dem Lykischen Weg in der Türkei, bin mit mir, spreche nicht und merke, wie es besser wird.😊😉
tuben ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2018, 18:39   #71
ThomasG
Szenekenner
 
Registriert seit: 23.01.2012
Beiträge: 2.863
Die Beiträge von MattF, Russischer Bär und tuben gefallen mir sehr!
Man kann im Leben halt nicht auf allen Hochzeiten tanzen und muss Prioritäten setzen, wenn man sich nicht kaputt machen will und wenn man sich dann halt doch kaputt gemacht hat und man will da wieder raus, dann muss man ordentlich was am Leben(sstil) ändern.
Ultraausdauersportler dürften während ihrer Wettkämpfe häufiger in eine Zustand kommen, der einem Übertrainingssyndrom zumindest recht ähnlich ist.
Das dürfte sich kaum vermeiden lassen, wenn man sich Wettkämpfen stellt, bei denen es viele Tage nacheinander sehr lange Belastungen gibt.
Wenn man sich danach angemessen erholt, ist alles in Butter ;-).
Und ich denke die wirklich guten Ultraausdauersportler tun genau das, sonst sind sie nicht besonders lange solche.
Da gibt es echt krasse Freaks.
Der Stefan Schlett z.B. hat laut eigener Aussagen zumindest einige Zeit nie wirklich trainiert, sondern nur an Ultrawettkämpfe u.ä. teilgenommen.
Die dauern eh so lange, dass es gut sein kann, dass man währenddessen ganz gut in Form kommt und am Ende besser abschneidet als einer, der zu Anfang wesentlich besser in Form war, aber auch viel näher an einem Überforderungszustand als Folge von viel Training.
ThomasG ist offline   Mit Zitat antworten
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