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Triathlon Total - Roy Hinnen - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
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Alt 17.11.2015, 14:36   #1
CP-Cycling
Ist alles so schön bunt hier!
 
Registriert seit: 15.11.2015
Beiträge: 13
Triathlon Total - Roy Hinnen

Hallo Zusammen,

ich komme eigentlich aus dem Radsport, wo ich als aktiver Athlet und Trainer tätig bin. Da inzwischen auch immer mehr mit Triathleten zu tun habe und diesen Sport auch absolut faszinierend finde, bereite ich mich nun auf meinen ersten eigenen Wettkampf vor.

Dazu habe ich mir das neue Buch von Roy Hinnen, "Triathlon Total" zugelegt, was hier ja auch beworben und in einem video-beitrag vorgestellt wurde. Die Bikeformel und einige Ansätze von Roy kenne ich schon aus ein paar seiner zahlreichen Videos. Mir gefällt der praktische Ansatz und die Tatsache, dass sein Konzept nicht nur auf wissenschaftlichen Tatsache, sondern auf einem großen Fundus eigener Erfahrungen beruht.

Meine Frage an Euch: Hat schon jemand das Buch durch oder Erfahrungen mit der Swim- , Bike- und Run Formel gemacht? Wenn ja, würde mich mal Eure Meinung dazu interessieren. Also sowhl zum Buch, als auch zu inhaltlichen Aspekten. Es werden ja auch weitere, sehr wichtige Themen wie Ernährung, Blutwerte, Säure-Base-Haushalt und die Beziehung vomAthleten zum Coach beschrieben.

Ich hoffe auf viele interessante und lehrreiche Beiträge

Christopher von CP-Cycling
CP-Cycling ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2015, 07:34   #2
HollyX
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Registriert seit: 09.01.2011
Ort: Paderborn
Beiträge: 777
Hi Christopher,

ich hab mir das Buch auch gekauft, es aber erst bis zur run - Formel gelesen.

Ich schwanke noch, wie ich ihn einschätzen noch - zwischen "sehr unkonventionell" bis "etwas durch den Wind". Letzteres ist v.a. dadurch bedingt, dass er teilweise eine sehr eigensinnige Auffassung gewisser Aspekte vertritt, die zumindest von dem, was man so denkt/weiß, abweicht - wenn nicht sogar diesen wiederspricht.

Ich hab mal angefangen, solche Punkte aufzulisten und kopier das mal hier rein:

• Zum Thema Grundlagentraining: Gegen Ende einer langen Fahrt bricht man ein. "Limitierender Faktor ist Deine Fähigkeit, Fettsäuren als Energiequelle zu nutzen. Deine aerobe Kapazität [AK] muss ausgebaut werden" (S. 47). Dieses Verständnis von AK als "lange Fahren können", findet sich häufiger im Buch (z.B. "antrainierte Reserve" bei langen Fahrten (S. 50) oder "leere Speicher" (S. 51). D.h. er versteht AK als Ermüdungsresistenz des aeroben Systems bei langen Fahrten.

• Er versteht unter den Begriff "Laktatschwelle" die AEROBE Schwelle. Die anaerobe Schwelle heißt bei ihm Laktat-steady-state.

• Er benutzt VO2max-Training und Training der aeroben Kapazität als zwei verschiedene Dinge (S. 48). M.W. ist es dasselbe

• Wenn man trotz "guter Form" ( S. 48) am "zweiten oder dritten Berg" einbricht, dann spricht das für eine geringe Kraftausdauer, die er gleichsetzt mit leeren Speichern (dabei sollte die Fähigkeit, Berge zu fahren, doch auch eine Funktion der AK sein, oder?)

• Er plädiert für eine extrem rigide Einhaltung von vorgegebenen Watt- oder Pulswerten bei langen Ausfahrten (s. 50). Ín einem Youtube - Video sprach er sich aus diesem Grund gegen profilierte Fahrten aus

• Interessant: Er hat eine sehr positive Auffassung vom Laktat "Wer in kurzer Zeit viel Laktat produzieren kann ist gut gerüstet für neue Trainingsreize" (S. 53). Das erinnert mich etwas and den Triathlon-Szene-Film über Laktat mit Jürgen Sessner.

• VO2max-Intervalle auf dem Bike sind bei ihm sehr kurz mit sehr langen Pausen (z.B. 30s mit 5min. Pause).

• 5min. - Intervalle 90er Kadenz den Berg hochballern ist für ihn Kraftaudauertraining (S. 63)

Daneben kommen dann wohl später noch solche Dinge wie Atemmangeltrainings, wo man mit einer Maske, wie sie Maler benutzen und bei denen die Sauerstoff-Löcher teilweise zugeklebt sind, 400er laufen soll und so ähnlich. Ist das noch kreativ oder schon panne ?

Was mir in dem Buch leider bislang fehlt, ist der Aspekt der Periodisierung. Er wirft einem massig Training vor die Füße, aber keinen Rat, wann man was macht. Ich glaube ihn so zu verstehen, dass man eigentlich an all den Baustellen (Grundlage, Kraftausdauer, V02max, Laktat steady state) permanent arbeiten soll.

Wäre schon, wenn wir hier ne Diskussion zu stande bringen, damit man einschätzen kann, was von dem Buch zu halten ist.


Grüße
Holger
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Alt 18.11.2015, 07:45   #3
airsnake
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Registriert seit: 08.01.2008
Ort: Ecke Deutschland/Belgien/Niederlande
Beiträge: 1.117
ich finde ihn auch ein wenig "durch den Wind". Allein sein Vorschlag im Winter jeden Monat ein dreitägiges Trainingslager durchzuführen finde ich sehr interessant:-) Wenn ich das mien Frau vorschlage :-) Was ich aus dem Buch mitnehme sind die verschiedenen Trainings um mal ein paar andere Reize zu setzen.
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Alt 18.11.2015, 08:02   #4
su.pa
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Registriert seit: 22.02.2012
Ort: Bavaria
Beiträge: 1.331
Zitat:
Zitat von airsnake Beitrag anzeigen
ich finde ihn auch ein wenig "durch den Wind". Allein sein Vorschlag im Winter jeden Monat ein dreitägiges Trainingslager durchzuführen finde ich sehr interessant:-) Wenn ich das mien Frau vorschlage :-) Was ich aus dem Buch mitnehme sind die verschiedenen Trainings um mal ein paar andere Reize zu setzen.
Und dafür jedes Mal nach Malle zu fliegen...

Ansonsten finde ich ihn nett und einfach mal entspannt anders
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Alt 18.11.2015, 08:10   #5
aequitas
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Registriert seit: 10.07.2014
Beiträge: 579
Zitat:
Zitat von su.pa Beitrag anzeigen
Und dafür jedes Mal nach Malle zu fliegen...

Ansonsten finde ich ihn nett und einfach mal entspannt anders
Habe das Buch aufgrund diesen Eindrucks mir überhaupt nicht angeschaut. Mein Eindruck ist/war, dass er einfach gerne redet und das dann in einem Buch festgehalten hat. Da bleibe ich lieber erst einmal bei Friel.
aequitas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2015, 14:49   #6
CP-Cycling
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Beiträge: 13
Hallo zusammen,

vielen Dank schonmal für Eure Meinungen bisher. Danke auch Dir Holger für das ausführliche Feedback. Da sind natürlich einige interessante Aspekte dabei.

Grundsätzlich finde ich es gut, dass hier nicht nur nach der konventionellen Trainingslehre gearbeitet wird, sondern vieles abgewandelt ist oder auch neue Dinge dabei sind.

Ein Beispiel ist das Grundlagentraining. Ich selber bin auch der Meinung, dass reines G1 im Winter einen nicht mehr weiter bringt. Grade für Berufstätige, was für die meisten von uns ja zutrifft, die beim Radtraining oft auf die Rolle ausweichen müssen, sind gezielte Intervalle für die VO2 max, im KA Bereich oder für den Laktatabbau sehr förderlich, um mit einer guten Basis in das Frühjahr zu starten.

Ich bin gestern grade einmal einen CP20 Test gefahren und werde nun einige dieser Sets mal ausprobieren und auch ein Feedback dazu geben. Wie gestaltet ihr Eure Rolleneinheiten im Winter?

Ach so, noch kurz zu den monatlichen trainingslagern auf Malle :-D Ich denke die Idee dahinter wird einfach sein, den Körper auf diese intensive zeit vorzubereiten. Ich habe schon viele Athleten gesehen und es selber auch erlebt, dass man den ganzen Winter über ein gewisses, je nach Witterung reduziertes Programm (was den Umfang betrifft) abspult und dann in das trainingslager geht. Da fährt man dann plötzlich zwei Wochen lang fast jeden tag und das dann auch nicht grade wenig. Dieser Sprung in Sachen Umfang und Dichte ist für viele einfach zu groß und sie fahren sich regelrecht kaputt. einige kommen sogar krank wieder zurück. ich denke es geht einfach darum den Körper darauf vorzubereiten. Dazu muss man sicher nicht immer nach Malle fliegen, auch wenn es schön wäre ;-)
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Alt 18.11.2015, 15:22   #7
the man
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Ort: baden
Beiträge: 379
Hi! Ich habe mir das Buch auch zugelegt und werde nach der Off-Season beginnen, damit mein Training zu bereichern. Wäre nett, wenn ihr eure Trainingseinheiten und Erfahrungen damit hier mal postet.
the man ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2015, 15:59   #8
HollyX
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Ort: Paderborn
Beiträge: 777
Die Sache mit den monatlichen Trainingslagern fand ich sehr interessant. Der Kern ist dabei doch aber nicht, dass man jedesmal verreisen muss, sondern dass man - wenn es passt dem Körper in regelmäßigen Abständen einen deutlichen Umfangsreiz verpasst. Wenn dann im Frühjahr das Wetter passt, und das *richtige* Trainingslager kommt, verdaut man das nicht nur besser, sondern startet gleich von einem höheren Level.

Ich hab für diesen Winter für mich daraus geschlussfolgert, dass jedes WE, an dem angenehmes Wetter herrscht mir so richtig mit langen Einheiten in die Fresse hau, dafür aber die Intensität in der kommenden Woche reduziere. Wenn dagegen das Wetter übel ist, dreh ich an der Intensitätsschraube mit 30/30ern, oder 1-Minuten-intervallen. Kraft versuch ich kontinuierlich zu machen.

Grüße
Holger
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