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Rälph 09.09.2017 19:11

Kampfsport und Laufen/Triathlon?
 
Servus!

Durch ein Schulprojekt lernte ich vor einiger Zeit die Kampfsportart Brazilian Jiu Jitsu kennen und war sofort begeistert. Schnell, dynamisch und hoch effektiv; ich meldete meine kleine Tochter in einer Kinder-BJJ Gruppe an. Sie macht seither begeistert mit.

Vor einigen Tagen bin ich dann Abends kurzentschlossen selbst ins Gym und habe eine Einheit mittrainiert. Da ich in meiner Jugend ein paar Jahre gerungen habe, war die Überwindung nicht allzu groß (der Muskelkater danach jedoch umso mehr, wirklich mega krass) und ich habe richtig Lust bekommen, da etwas weiter zu machen.

Was ich mich nun aber frage: In wie weit wirkt sich Kampfsport auf die Leistungsfähigkeit speziell beim Laufen aus? Hat da jemand Erfahrungen? Mein Ziel für 2018 steht eigentlich bereits fest. Ich möchte wieder den Zugspitz Ultra mitlaufen (101km). Natürlich würde ich in der heißen Trainingsphase vor dem Ultra voll aufs Laufen setzten, aber im Herbst/Winter sehe ich kein Hindernis zu fighten. Oder übersehe ich etwas?

rundeer 09.09.2017 19:34

Zwar habe ich selber keine Kampfsporterfahrung, denke aber, dass ein solcher Trainingsanatz viel Bringen kann. Das sind sicher ganz neue Reize in Sachen Ganzkörperkraft, Schnelligkeit, Explosivität und diese können dir beim Laufen später zu gute kommen. Ein vielseitiger Athlet zu werden bevor es in eine spezifische Vorbereitung geht kann ja sicher nicht schaden.

Ich glaube bein Oregon Project haben sie auch häufiger mal geboxt.

Manche MMA Richter machen es ja quasi umgekehrt und betreiben viel Ausdauersport neben dem restlichen Training.

Wie ist denn das Verletzungsrisiko bei BJJ?

Rälph 10.09.2017 09:54

Zitat:

Zitat von rundeer (Beitrag 1327742)
Ich glaube bein Oregon Project haben sie auch häufiger mal geboxt.

Interessante Info, falls dem so ist.

Zitat:

Zitat von rundeer (Beitrag 1327742)
Wie ist denn das Verletzungsrisiko bei BJJ?

Gute Frage. Ich selbst kann mich aus meiner Ringerzeit an keine Verletzungen erinnern, aber das ist ein anderer Sport. Beim BJJ ist es nicht nur das Ziel, den Gegner zu dominieren, sondern zur Aufgabe zu zwingen. Die geschieht durch verschiedene Würgegriffe und Hebel. Sicherlich ist es für mich ratsam im Training keinen falschen Ehrgeiz an den Tag zu legen und sehr rechtzeitig abzuschlagen, wenn mir jemand ein Gelenk über den funktionalen Rahmen hinweg verbiegen will.
Meine Tochter hat sich im Kindertraining, bei einem Fangspiel, das Großzehen-Grundgelenk gebrochen, was nicht so angenehm war, aber natürlich auch bei anderen Sportarten passieren kann.

Jonna 10.09.2017 12:06

Ich habe früher Karate leistungssportmäßig betrieben und dann erst mit Laufen und noch später mit Triathlon angefangen, weshalb mich zuerst die umgekehrte Frage interessiert hat: Wie passt das Laufen zum Karate?

Aus meiner Sicht macht Langstreckenlauf eher langsam (fürs Karate), aber die Ausdauer ist der ganzen Sache durchaus zuträglich. BJJ kenne ich nicht, wenn es - wie beim Karate - auch die Schnellkraft trainiert, dürfte es der Spritzigkeit beim Laufen durchaus zugute kommen (gut, für einen 100 km Trailrun wohl nicht wirklich interessant). Bei der Kombi Laufen-Karate ist die Gesamtbelastung für die Beine durchaus hoch; dafür bekommt man (durchs Karate) Kraft-/Stabi- und auch Koordinationstraining wie nebenbei mitgeliefert.

Mit Blick aufs Traillaufen würde ich sagen: gerade Letzteres ist nicht uninteressant (habe mit dem Traillaufen selbst erst angefangen und könnte mir grds. vorstellen, zumindest über den Winter das Karatetraining wieder aufzunehmen). Großes Aber: Ich habe im Laufen bei Weitem nicht Dein Niveau. (Und als kleiner Trailtipp: Bin gestern beim Arosa Traillauf gestartet, traumhaft, wenn man eher kleinen Veranstaltungen etwas abgewinnen kann.)

Rälph 10.09.2017 18:10

Hallo Jonna, danke für deinen Beitrag! Ich würde sagen, dass die Belastung für die Beine beim BJJ eher geringer ist als beim Karate, denn der Kampf findet größtenteils am Boden statt.

Ich lese aber aus deinem Post, dass es sich schon sinnvoll ergänzen kann zu kämpfen und zu laufen. Dass es ein gutes Ganzkörpertraining ist, steht fest. Ich hatte einen wirklich extremen Muskelkater. Und ganz nebenbei lernt man auch noch was sinnvolles dabei.

Gelbbremser 10.09.2017 18:16

Zitat:

Zitat von Jonna (Beitrag 1327829)
Ich habe früher Karate leistungssportmäßig betrieben und dann erst mit Laufen und noch später mit Triathlon angefangen, weshalb mich zuerst die umgekehrte Frage interessiert hat: Wie passt das Laufen zum Karate?
.................

Ich mach seit 1974 Karate, lange Jahre auf Weittkampfniveau, mal mehr mal weniger..., damals mußte man sich noch über Bezriksmeisterschaft für die Landesmeisterschaft und die DM qualifizieren. Bei den Deutsche Hochschulmeisterschaft waren wir auch ein paar Mal gut dabei.
Mit Mitte 30 hab ich mit Laufwettkämpfen begonnen um dann mit Anfang/Mitte 40 mehr und mehr Triathlon zu machen.
Karatetechnisch hat vor allem die Schnelligkeit mit den Beinen nachgelassen, ziemlich extrem. Mit den Armen war/bin ich auch heute mit fast 60 relativ schnell.
Einmal die Woche geb ich heute noch Wettkampftraining (hab ´ne B-Trainer Lizenz), das ist gleichzeitig, wie du auch geschrieben hast, solides Stabitraining.

TriAlex 10.09.2017 18:36

Hi,

habe viele Jahre Judo Leistungssport betrieben (Jugend und Juniorenkader, 1 Liga). Aufgrund der vielen Verletzungen, zum Schluß Kreuzbandriss, bin ich zum Ausdauersport komplett gewechselt.

Aber ich bin fest davon davon überzeugt heute noch davon zu profitieren, besonders bei Trailsport, egal ob Laufen oder MTB. Durch Kampfsport wird der ganze Körper (Rumpfstabi ist zentral), Balance und Geist trainiert, zudem eben auch die Beweglichkeit. Daher ist meine Empfehlung dies zu machen, musst nur aufpassen da nichts kaput geht.

Gruß
.

TriManu 11.09.2017 08:40

Zitat:

Zitat von Rälph (Beitrag 1327736)
Was ich mich nun aber frage: In wie weit wirkt sich Kampfsport auf die Leistungsfähigkeit speziell beim Laufen aus? Hat da jemand Erfahrungen?

Während meiner reinen "Läuferzeit" habe ich einige Jahre Jeet Kune Do gemacht. Ein ganzheitliches Training, wie es bei den meisten Kampfsportarten trainiert wird, kann sicher nicht schaden. Insbesondere als Ausgleich und für die Rumpfstabilität.

Als ich mich jedoch mehr und mehr dem Triathlon zugewandt habe, war nicht der Kampfsport an sich, sondern das Zeitmanagement das Problem. Vielleicht solltest du das bei deinen Überlegungen auch mit einbeziehen. Bei 2 Trainingstagen pro Woche kann es schon mal eng werden ein umfangreiches Lauf- oder Triathlontraining in die verbleibenden 5 Tage zu quetschen.


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